Fehlercode P0842
Getriebeöldrucksensor 'A' Signal zu niedrig
Der Fehlercode P0842 bedeutet, dass das Getriebesteuergerät (TCM) ein zu niedriges Spannungssignal vom Getriebeöldrucksensor 'A' empfängt. Dies deutet auf ein Problem im Sensorstromkreis oder auf einen tatsächlichen Mangel an hydraulischem Druck hin.
Was meldet das Steuergerät?
Das Getriebesteuergerät (TCM) überwacht kontinuierlich die Spannung des Getriebeöldrucksensors 'A', um den hydraulischen Druck in einem bestimmten Kupplungspaket oder Kreislauf zu kontrollieren. Der Fehlercode P0842 wird gesetzt, wenn die vom Sensor gemeldete Spannung signifikant unter dem vom Hersteller definierten Sollwert für den aktuellen Betriebszustand (z.B. eingelegter Gang, Motordrehzahl) liegt. Das Steuergerät erwartet ein Spannungssignal, das proportional zum tatsächlichen Öldruck ist. Ein zu niedriger Wert lässt auf einen Kurzschluss nach Masse, einen defekten Sensor oder einen realen Druckverlust im System schließen.
Die On-Board-Diagnose (OBD) löst diesen Fehler aus, wenn die Sensorspannung für eine vordefinierte Zeitspanne, typischerweise einige Sekunden, unter einen kritischen Schwellenwert fällt (z.B. unter 0,1 Volt). Diese Prüfung findet kontinuierlich statt, während der Motor läuft und das Getriebe aktiv ist. Das Steuergerät vergleicht den gemessenen Wert mit internen Tabellen, die den erwarteten Druck für jede Fahrsituation abbilden. Sobald die Abweichung die Toleranz überschreitet, wird der Fehler gespeichert und in der Regel die Motorkontrollleuchte (MIL) aktiviert.
Der Getriebeöldrucksensor, oft auch als Transmission Fluid Pressure (TFP) Sensor bezeichnet, ist ein Druckwandler. Er misst den hydraulischen Druck des Getriebeöls (ATF) und wandelt diesen in ein elektrisches Spannungssignal um, das an das TCM gesendet wird. Meist ist er direkt am Schaltschieberkasten (Ventilkörper) im Inneren des Getriebes verbaut. Ausfallen kann er durch interne elektronische Defekte, Verschleiß der Messmembran oder durch Verunreinigungen im Getriebeöl, die seine feinen Kanäle blockieren. Auch thermische Belastung über viele Jahre kann zum Versagen führen.
Dieser Fehlercode ist als kritisch für die Gesundheit des Automatikgetriebes einzustufen. Ein falsches Drucksignal führt dazu, dass das TCM die Kupplungen und Bremsbänder nicht korrekt ansteuern kann. Dies resultiert in harten Schaltvorgängen, erhöhtem Verschleiß der Reibbeläge und kann zu Überhitzung führen. In den meisten Fällen aktiviert das Fahrzeug ein Notlaufprogramm, bei dem nur noch bestimmte Gänge (oft der 2. oder 3.) verfügbar sind, um das Getriebe vor schweren Folgeschäden zu schützen.
Typische Symptome bei P0842
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Fehlercode P0842 aktiv ist. Je mehr Symptome zutreffen, desto wahrscheinlicher:
- Motorkontrollleuchte (MIL) oder Getriebewarnleuchte leuchtet auf
- Harte, ruckartige oder verzögerte Schaltvorgänge
- Das Getriebe schaltet nicht mehr in alle Gänge oder bleibt in einem Gang stecken
- Das Fahrzeug aktiviert den Getriebe-Notlaufmodus
- Kein Kraftschluss oder verzögertes Anfahren möglich
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch durch ineffiziente Schaltstrategie
Häufige Ursachen
Nach Wahrscheinlichkeit geordnet – arbeite die Liste von oben nach unten ab, bevor du Teile tauschst.
Niedriger oder verschmutzter Getriebeölstand
Sehr häufigDie häufigste Ursache ist ein zu niedriger Ölstand durch eine Undichtigkeit oder vernachlässigte Wartung. Altes, verbrauchtes Öl verliert seine hydraulischen Eigenschaften und kann zu Druckschwankungen führen, die der Sensor erfasst.
📊 Ab ca. 100.000 km oder bei versäumten Wartungsintervallen
Defekter Getriebeöldrucksensor/-schalter 'A'
HäufigDer Sensor selbst kann elektronisch versagen oder durch Ablagerungen blockiert werden. Da er oft im Ölkreislauf verbaut ist, unterliegt er thermischem und mechanischem Verschleiß.
📊 Ab ca. 120.000 km
Probleme in der Verkabelung oder den Steckverbindungen
GelegentlichEin Kurzschluss nach Masse im Signalkabel führt direkt zu einer Spannung von nahe 0 Volt und löst den Fehler aus. Auch korrodierte Stecker oder durchgescheuerte Kabel am Getriebegehäuse sind eine mögliche Ursache.
Mechanische Probleme im Schaltschieberkasten (Ventilkörper)
SeltenEin klemmendes Magnetventil (Solenoid) oder Verstopfungen in den feinen Kanälen des Schaltschieberkastens können einen realen Druckabfall verursachen. In diesem Fall meldet der Sensor korrekt ein Problem im hydraulischen System.
📊 Eher bei hohen Laufleistungen > 200.000 km
Defektes Getriebesteuergerät (TCM)
Sehr seltenEin interner Defekt im TCM ist die unwahrscheinlichste Ursache. Bevor das Steuergerät getauscht wird, müssen alle anderen Möglichkeiten zweifelsfrei ausgeschlossen werden.
Diagnose Schritt für Schritt
Systematische Fehlersuche vom günstigsten zum aufwändigsten Schritt. Notiere nach jedem Schritt das Ergebnis.
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Schritt 1
Sichtprüfung & Fehlerspeicher auslesen
Lies zuerst alle Fehlercodes aus dem Motor- und Getriebesteuergerät aus. Prüfe anschließend bei laufendem Motor (gemäß Herstellervorgabe) den Getriebeölstand. Achte auf die Farbe und den Geruch des Öls – es sollte klar und rot sein, nicht dunkelbraun oder verbrannt riechen.
Soll-Ergebnis: Der Fehlerspeicher ist idealerweise leer und der Ölstand befindet sich im korrekten Bereich. Das Öl ist sauber und riecht nicht verbrannt. -
Schritt 2
Elektrische Prüfung des Sensors und der Verkabelung
Trenne den Stecker vom Sensor (falls von außen zugänglich) oder am TCM. Miss mit einem Multimeter den Widerstand des Sensors und vergleiche ihn mit den Herstellervorgaben. Prüfe die Signalleitung auf einen Kurzschluss nach Masse und die Spannungsversorgung vom TCM.
Soll-Ergebnis: Der Widerstand des Sensors liegt im Sollbereich und die Verkabelung zeigt weder Unterbrechungen noch Kurzschlüsse. -
Schritt 3
Vergleich von Livedaten und mechanischer Druckmessung
Schließe ein Manometer am entsprechenden Prüfanschluss des Getriebes an. Beobachte parallel die Druckwerte in den Livedaten des Diagnosegeräts. Vergleiche die mechanisch gemessenen Drücke in verschiedenen Gängen (P, R, N, D) mit den vom Sensor gemeldeten Werten.
Soll-Ergebnis: Die mechanisch gemessenen Werte stimmen mit den vom Sensor an das Steuergerät übermittelten Werten überein. Dies bestätigt, ob der Sensor korrekt arbeitet oder nicht. -
Schritt 4
Überprüfung des Schaltschieberkastens
Wenn der Druck tatsächlich zu niedrig ist und der Sensor korrekt misst, muss die Getriebeölwanne demontiert werden. Überprüfe den Schaltschieberkasten visuell auf Ablagerungen, Metallspäne und prüfe die Gängigkeit der Magnetventile.
Soll-Ergebnis: Der Schaltschieberkasten ist sauber, frei von Spänen und alle Ventile bewegen sich frei. -
Schritt 5
Endgültige Diagnose des Steuergeräts (TCM)
Sind alle Sensoren, Kabel und die Hydraulik in Ordnung, bleibt nur das TCM als Ursache. Dies ist der letzte Schritt. Die Prüfung erfolgt oft durch Ausschluss oder durch eine Fachwerkstatt, die das Steuergerät gezielt testen oder probeweise ersetzen kann.
Soll-Ergebnis: Das TCM sendet korrekte Signale und verarbeitet die Eingangswerte plausibel.
Messwerte & Sollwerte
Referenzwerte für die Live-Daten-Diagnose mit OBD2-Scanner oder Multimeter.
| Messwert | Bedingung | Sollwert | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Spannung Getriebeöldrucksensor 'A' | Zündung AN, Motor AUS | ca. 0,1 - 0,5 V | ±0,1 V |
| Spannung Getriebeöldrucksensor 'A' | Motor im Leerlauf, Gang 'D' | 0,8 - 1,5 V (stark modellabhängig) | ±0,2 V |
| Getriebeöldruck (mechanisch) | Motor im Leerlauf, Gang 'D', Öl warm | 3,5 - 5,0 bar (stark modellabhängig) | ±0,5 bar |
Reparaturkosten im Detail
| Diagnose in der Werkstatt | 80 – 150 € |
| Getriebeölwechsel mit Filter | 150 – 400 € |
| Getriebeöldrucksensor (Teil) | 50 – 250 € |
| Arbeitszeit Austausch Sensor (inkl. Ölwechsel) | 150 – 350 € |
Richtwerte für freie Werkstätten in Deutschland (Stand 2026). Bei Markenwerkstätten liegen die Arbeitskosten 20–40 % höher. Reine Fehlerspeicher-Diagnose kostet typischerweise 40–80 €.
Hersteller-spezifische Hinweise
Der gleiche Code kann bei verschiedenen Marken unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auffälligkeiten:
Bei Fahrzeugen mit DSG-Getriebe (z.B. DQ200, DQ250) kann dieser Fehler auf ein Problem in der Mechatronik-Einheit hindeuten. Oft ist nicht nur ein Sensor, sondern die gesamte Einheit betroffen, was die Reparatur verteuert.
Bei Modellen mit ZF-Automatikgetrieben (z.B. 6HP, 8HP) sind oft die Dichtungen der Mechatronik (Brille) oder der Steckerhülse die Ursache für Druckverluste, die dann zu diesem Fehlercode führen können.
Häufig ist bei den 7G-Tronic (722.9) und 5G-Tronic (722.6) Getrieben die elektrohydraulische Steuereinheit (EHS) bzw. die Leiterplatte die Fehlerquelle, auf der die Sensoren integriert sind.
Bei Modellen wie dem Focus oder Mondeo mit PowerShift- oder konventionellen Automatikgetrieben kann der Fehler auf einen Defekt im internen Kabelbaum des Getriebes hinweisen, der durch Hitze und Vibrationen brüchig wird.
Bei Fahrzeugen mit 6-Gang-Automatik (z.B. im Insignia oder Astra) kann der Code in Verbindung mit harten Schaltvorgängen auf einen defekten Schaltschieberkasten oder verschlissene Magnetventile hindeuten.
Obwohl sehr zuverlässig, kann bei älteren Modellen mit hoher Laufleistung der Drucksensor selbst ausfallen. Der Austausch erfordert in der Regel die Demontage der Ölwanne.
Kann ich das selbst reparieren?
Der Zugang zum Sensor erfordert meist die Demontage der Getriebeölwanne und den Umgang mit Getriebeöl.
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Die Überprüfung des Ölstands und das Auslesen des Fehlerspeichers kannst du selbst durchführen. Der Austausch des Sensors ist für erfahrene Schrauber machbar, erfordert aber absolute Sauberkeit und die Einhaltung der korrekten Ölfüllprozedur. Bei Unsicherheit solltest du eine Werkstatt aufsuchen, da Fehler hier schnell teuer werden.
Wann zur Werkstatt?
Du solltest definitiv eine Werkstatt aufsuchen, wenn dein Fahrzeug im Notlaufprogramm ist oder die Schaltvorgänge extrem hart und unkontrolliert sind. Weiterzufahren riskiert einen kapitalen Getriebeschaden. Eine auf Getriebe spezialisierte freie Werkstatt ist oft die beste Wahl, da sie über das nötige Spezialwissen und Werkzeug verfügt und meist günstiger ist als eine Markenwerkstatt. Der Gang zum Vertragshändler lohnt sich, wenn es bekannte Serviceaktionen (TSBs) zu diesem Problem gibt oder ein Softwareupdate für das Getriebesteuergerät erforderlich sein könnte.
So beugst du vor
Die beste Vorbeugung gegen den Fehlercode P0842 ist die strikte Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervalle für das Getriebeöl. Ein regelmäßiger Wechsel des Getriebeöls und des Filters (oft als Spülung empfohlen) hält das System sauber und die hydraulischen Eigenschaften des Öls intakt. Verwende ausschließlich das vom Hersteller freigegebene ATF-Öl. Eine defensive Fahrweise ohne ständige Kickdown-Manöver schont zudem die mechanischen und hydraulischen Komponenten des Getriebes.
Ähnliche Codes
Häufige Fragen zum Fehlercode
Kann ich mit dem Fehlercode P0842 noch fahren?
Wie lange dauert die Reparatur?
Ist P0842 ein Garantiefall?
Fehler gelöscht – kommt er wieder?
Gibt es eine einfache Sofort-Prüfung?
Bestehe ich den TÜV mit dem Fehlercode P0842?
Fazit
Der Fehlercode P0842 signalisiert ein ernsthaftes Problem im hydraulischen Steuerungssystem deines Automatikgetriebes, das du nicht ignorieren solltest. Die häufigsten Ursachen sind ein zu niedriger Ölstand oder ein defekter Drucksensor. Während du den Ölstand selbst prüfen kannst, erfordert die weitere Diagnose und Reparatur oft Fachwissen und Spezialwerkzeug. Um kostspielige Folgeschäden am Getriebe zu vermeiden, empfehlen wir, bei diesem Fehlercode zeitnah eine Werkstatt, idealerweise einen Getriebespezialisten, aufzusuchen.