Die AU Diesel ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Abgasemissionen deines Dieselfahrzeugs nach § 47a StVZO. Sie misst die Trübung (Rußpartikel) und seit 2023 auch die Partikelanzahl bei Euro-6-Fahrzeugen. Zusätzlich werden über die OBD-Schnittstelle abgasrelevante Fehlercodes ausgelesen. Ohne bestandene AU gibt es keine neue HU-Plakette.
Das Wichtigste in Kürze
- Prüfablauf: Die AU Diesel umfasst eine OBD-Prüfung, eine Sichtprüfung der Abgasanlage und eine Endrohrmessung der Partikelanzahl und Trübung.
- Neue Grenzwerte: Seit 2023 gilt ein strenger Grenzwert von 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter für Euro-6/VI-Diesel, zusätzlich zur Trübungsmessung.
- Fehlerquellen: Defekte AGR-Ventile, undichte Ansaugsysteme oder ein überladener DPF sind häufige Gründe für das Nichtbestehen der AU Diesel.
- OBD-Pflicht: Ein permanenter Fehlercode im Motorsteuergerät, der die Motorkontrollleuchte aktiviert, führt sofort zum Nichtbestehen der Abgasuntersuchung.
- Kostenfaktor: Eine nicht bestandene AU führt zu einer kostenpflichtigen Nachprüfung. Vorbeugende Wartung und das Freibrennen des DPF können helfen.
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Die AU Diesel ist ein entscheidender und gesetzlich verankerter Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) für dein Fahrzeug. Ohne eine bestandene Abgasuntersuchung gibt es keine neue HU-Plakette. Insbesondere seit der Einführung der Partikelzählung im Jahr 2023 sind die Anforderungen an moderne Dieselfahrzeuge gestiegen. Die Prüfung, rechtlich in § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt, soll sicherstellen, dass die Emissionen deines Autos innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte liegen. Dabei geht es nicht nur um den sichtbaren Ruß, sondern auch um ultrafeine Partikel und die korrekte Funktion aller abgasrelevanten Systeme, die über die On-Board-Diagnose (OBD) überwacht werden. Eine sorgfältige Vorbereitung kann dir Ärger und eine teure Nachprüfung ersparen.
Der genaue Ablauf der Dieselabgasuntersuchung nach § 47a StVZO
Die Abgasuntersuchung, korrekt als „Untersuchung des Motormanagement-/Abgasreinigungssystems“ bezeichnet, ist mehr als nur eine Messung am Auspuff. Der Prüfer folgt einem strengen Protokoll, das in der Anlage VIIIa StVZO festgelegt ist. Der Prozess gliedert sich in mehrere Phasen. Zuerst erfolgt eine Sichtprüfung der gesamten Abgasanlage. Der Prüfer kontrolliert, ob alle Komponenten, vom Krümmer über den Katalysator und den Dieselpartikelfilter (DPF) bis zum Endschalldämpfer, vorhanden, dicht und unbeschädigt sind. Manipulationen oder offensichtliche Defekte führen hier bereits zum sofortigen Abbruch. Im zweiten Schritt wird die elektronische Prüfung via OBD-Schnittstelle durchgeführt. Ein Diagnosegerät wird an dein Auto angeschlossen, um den Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts auszulesen. Sind hier abgasrelevante Fehlercodes hinterlegt oder ist die Motorkontrollleuchte aktiv, gilt die AU Diesel als nicht bestanden. Schließlich folgt die Endrohrmessung. Dafür muss der Motor seine volle Betriebstemperatur erreichen. Bei älteren Fahrzeugen wird die Rauchgastrübung (Opazität) gemessen, bei neueren Euro-6-Dieseln zusätzlich die Partikelanzahl. Diese umfassende Dieselabgasuntersuchung stellt sicher, dass dein Fahrzeug die Umwelt nicht übermäßig belastet.
Grenzwerte bei der AU Diesel: Trübung, Partikelanzahl und NOx
Die Grenzwerte für die AU Diesel sind streng und richten sich nach der Euro-Norm deines Fahrzeugs. Es wird zwischen der klassischen Trübungsmessung und der neueren Partikelzählung unterschieden. Die Stickoxid-Werte (NOx Diesel) werden indirekt über die OBD-Systeme geprüft.
Die klassische Trübungsmessung (Opazität)
Bei diesem Verfahren wird gemessen, wie stark der Abgasstrom das Licht einer Messquelle absorbiert. Der Wert wird als Absorptionskoeffizient (k-Wert) in m⁻¹ angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Rußpartikel befinden sich im Abgas. Die Grenzwerte sind entweder vom Hersteller vorgegeben oder es gelten die gesetzlichen Standardwerte.
| Fahrzeugtyp / Erstzulassung | Maximaler k-Wert (m⁻¹) |
|---|---|
| Diesel-PKW ohne Aufladung (bis Euro 3) | 2,5 |
| Diesel-PKW mit Aufladung (bis Euro 3) | 3,0 |
| Diesel-PKW Euro 4/5 (ab 01.01.2006) | 1,5 |
| Diesel-PKW Euro 6 | 0,7 |
Die neue Partikelzählung (PN-Messung) für die DPF AU
Seit dem 1. Januar 2023 ist für alle Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 6/VI die Messung der Partikelanzahl (PN) Pflicht. Diese Prüfung ist deutlich genauer als die Trübungsmessung und deckt auch kleinste Risse oder Defekte im Dieselpartikelfilter (DPF) auf. Der Grenzwert liegt bei 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter. Wird dieser Wert überschritten, deutet dies auf einen unwirksamen oder beschädigten DPF hin. Diese Messung stellt eine große Hürde für Fahrzeuge dar, bei denen der DPF nicht mehr einwandfrei funktioniert, und macht eine bestandene DPF AU anspruchsvoller.
Ein permanenter abgasrelevanter Fehlercode im Motorsteuergerät, selbst wenn die Warnleuchte aktuell nicht brennt, führt unweigerlich zum Nichtbestehen der AU Diesel. Eine Löschung kurz vor der Prüfung ist zwecklos, da die Systeme ihre Bereitschaft (Readiness-Code) signalisieren müssen.
Häufige Fehlerursachen: Warum die AU Diesel scheitert
Fällt dein Auto bei der AU Diesel durch, liegt das meist an konkreten technischen Mängeln. Die Ursachenforschung ist entscheidend, um die Nachprüfung zu bestehen. Eine der häufigsten Fehlerursachen ist ein defektes oder verkoktes AGR-Ventil (Abgasrückführung). Wenn es klemmt, wird die Verbrennungstemperatur nicht mehr korrekt reguliert, was zu erhöhten NOx- und Partikelemissionen führt. Ebenso kritisch ist der Zustand des Dieselpartikelfilters. Ein überladener, gerissener oder anderweitig beschädigter DPF kann die geforderten Abgaswerte nicht mehr einhalten. Symptome hierfür sind oft ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungsverlust oder der Notlaufbetrieb des Motors. Auch Undichtigkeiten im Ansaugtrakt, zum Beispiel durch poröse Schläuche oder defekte Dichtungen, können die Gemischbildung stören. Die vom Luftmassenmesser erfassten Werte stimmen dann nicht mehr mit der Realität überein, was die Abgaswerte negativ beeinflusst. Nicht zuletzt führt, jeder relevante Eintrag im Fehlerspeicher des Bordsystems zum sofortigen Scheitern. Eine gründliche Diagnose vor dem Werkstattbesuch ist daher unerlässlich.
Fahre dein Auto vor der AU Diesel richtig warm. Eine längere Fahrt auf der Autobahn (ca. 20-30 Minuten) bei mittlerer Drehzahl hilft, den DPF zu regenerieren („freizubrennen“) und das gesamte Abgassystem auf optimale Betriebstemperatur zu bringen. Das verbessert die Abgaswerte signifikant.
Die AU Diesel eine anspruchsvolle, aber faire Prüfung ist. Sie stellt sicher, dass die komplexen Abgasreinigungssysteme moderner Dieselfahrzeuge ihre Funktion erfüllen. Eine regelmäßige Wartung deines Autos, insbesondere der abgasrelevanten Bauteile wie dem DPF und dem AGR-System, ist der beste Schutz vor bösen Überraschungen. Achte auf Warnleuchten und ein verändertes Fahrverhalten. So stellst du sicher, dass du nicht nur die nächste Hauptuntersuchung bestehst, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leistest und teure Folgeschäden vermeidest. Eine gut bestandene AU Diesel ist letztlich ein Qualitätsmerkmal für ein gepflegtes Fahrzeug. Mehr Informationen zu Mängeln findest Du auch im offiziellen VdTÜV-Mängelkatalog oder auf den Seiten des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Alle unsere Ratgeber zu TÜV & HU findest du gebündelt in der TÜV & HU-Übersicht. Dort siehst du das gesamte Themen-Cluster im Zusammenhang und findest passende weiterführende Artikel.
Häufige Fragen
Was wird bei der AU für Diesel genau gemessen?
Bei der AU für einen Diesel werden mehrere Dinge geprüft. Zuerst wird per OBD2-Schnittstelle der Fehlerspeicher ausgelesen. Dann folgt die Endrohrmessung. Bei älteren Dieseln wird die Rauchgastrübung (k-Wert) gemessen. Bei Euro-6-Dieseln wird seit 2023 zusätzlich die genaue Partikelanzahl pro Kubikzentimeter ermittelt, um die Funktion des Partikelfilters exakt zu überprüfen.
Warum ist die Partikelzählung bei der AU Diesel so wichtig?
Die Partikelzählung ist deutlich genauer als die alte Trübungsmessung. Sie kann selbst kleinste Defekte oder Risse im Dieselpartikelfilter (DPF) aufdecken, die bei der Trübungsmessung unentdeckt bleiben würden. So wird sichergestellt, dass auch die gesundheitsschädlichen ultrafeinen Partikel wirksam gefiltert werden, was einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leistet.
Was kann ich tun, wenn mein Diesel die AU nicht besteht?
Wenn dein Diesel durchfällt, muss die Ursache in einer Fachwerkstatt diagnostiziert und behoben werden. Häufige Gründe sind ein defektes AGR-Ventil, ein voller oder beschädigter DPF oder Fehler im Ansaugsystem. Nach der Reparatur muss das Fahrzeug zu einer Nachprüfung, die in der Regel innerhalb eines Monats stattfinden muss und erneut kostenpflichtig ist.
Kann ich die AU für meinen Diesel auch in einer freien Werkstatt machen lassen?
Ja, die Abgasuntersuchung (AU) darf von jeder dafür anerkannten Prüfstelle durchgeführt werden. Dazu zählen neben den amtlichen Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA auch viele autorisierte KFZ-Werkstätten. Die Werkstatt muss über die notwendigen, geeichten Messgeräte und geschultes Personal verfügen. Oft wird die AU direkt in Verbindung mit der Hauptuntersuchung angeboten.