Wenn Du bei der AU durchgefallen bist, erhältst Du einen Mängelbericht und hast einen Monat Zeit für die Reparatur und Nachprüfung. Häufige Ursachen sind defekte Lambdasonden, ein alter Katalysator oder Fehler im Motormanagement. Lasse die Mängel umgehend in einer Werkstatt beheben, um die Frist einzuhalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Frist beachten: Du hast genau einen Monat Zeit für die Reparatur und die AU Wiederholung.
- Mängelbericht analysieren: Die Fehlercodes aus dem OBD-System sind der Schlüssel zur schnellen und kostengünstigen Reparatur.
- Typische Ursachen: Meist sind defekte Lambdasonden, gealterte Katalysatoren oder Falschluft im Ansaugsystem der Grund.
- Kosten sparen: Eine fristgerechte Nachuntersuchung kostet nur einen Bruchteil einer komplett neuen Hauptuntersuchung.
- Folgeschäden vermeiden: Ein Mangel im Abgassystem kann zu erhöhtem Verbrauch und teuren Katalysatorschäden führen.
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Einleitung: Der Schreckmoment nach der Prüfung
AU durchgefallen – dieser Vermerk auf dem Prüfbericht der Hauptuntersuchung (HU) ist für jeden Fahrzeughalter ein Ärgernis. Doch es ist kein Grund zur Verzweiflung. Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein gesetzlich verankerter, integraler Bestandteil der HU gemäß § 29 StVZO und der zugehörigen Anlage VIIIa. Sie stellt sicher, dass Dein Fahrzeug die gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhält und die Umwelt nicht übermäßig belastet. Fällt Dein Auto durch, bedeutet das nicht das sofortige Aus, sondern ist primär ein Hinweis auf einen technischen Mangel. Der Gesetzgeber gibt Dir eine klare Frist von einem Monat, um die Ursache zu beheben und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzustellen. Dieser Ratgeber führt Dich Schritt für Schritt durch den Prozess.
Der Prüfablauf: Warum die AU nicht bestanden wurde
Um zu verstehen, warum ein Fahrzeug bei der AU durchgefallen ist, musst Du den Prüfprozess kennen. Die moderne AU, geregelt in § 47a StVZO, ist eine zweistufige Untersuchung. Zuerst erfolgt die Prüfung der On-Board-Diagnose (OBD). Der Prüfer verbindet ein Diagnosegerät mit der OBD2-Schnittstelle Deines Autos und liest den Fehlerspeicher sowie die sogenannten Readiness-Codes aus. Sind abgasrelevante Fehlercodes gespeichert (z.B. P0420 für einen ineffizienten Katalysator) oder sind die Readiness-Codes nicht alle auf „gesetzt“, gilt dieser Teil als nicht bestanden. Die Readiness-Codes signalisieren, ob alle abgasrelevanten Systeme vom Motorsteuergerät erfolgreich überprüft wurden. Erst wenn die OBD-Prüfung fehlerfrei ist, folgt die eigentliche Endrohrmessung. Hierbei wird eine Sonde in den Auspuff eingeführt, um die Konzentration von Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Sauerstoff (O2) und Kohlenwasserstoffen (HC) bei erhöhter Drehzahl und im Leerlauf zu messen. Liegt einer dieser Werte außerhalb der herstellerspezifischen oder gesetzlichen Toleranzen, ist die AU nicht bestanden.
Häufige Ursachen, wenn die AU durchgefallen ist
Die Gründe für eine nicht bestandene Abgasuntersuchung sind vielfältig, konzentrieren sich aber meist auf wenige Kernkomponenten des Abgassystems und der Gemischaufbereitung. Eine genaue Analyse des Mängelberichts und der ausgelesenen Fehlercodes ist der erste und wichtigste Schritt zur Diagnose. Oft sind es nicht die teuersten Bauteile, die Probleme bereiten. Ein kleiner Riss in einem Unterdruckschlauch kann bereits zu Falschluft führen, die das Gemisch abmagert und die Lambdasonde zu Fehlinterpretationen verleitet. Dies führt oft zu Fehlercodes wie P0171 (Gemisch zu mager, Bank 1). Ein defekter Luftmassenmesser oder ein verkoktes AGR-Ventil können die Abgaswerte ebenfalls dramatisch verschlechtern. Der teuerste Fall ist ein defekter Katalysator, dessen Wirkungsgrad nachlässt. Laut VdTÜV-Mängelreport gehört eine mangelhafte Abgasanlage zu den häufigsten erheblichen Mängeln bei der Hauptuntersuchung. Bevor Du also teure Teile auf Verdacht tauschen lässt, ist eine systematische Fehlersuche in einer kompetenten Werkstatt unerlässlich.
Typische Fehlerquellen im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die häufigsten Verursacher für schlechte Abgaswerte zusammen und gibt Dir Hinweise auf die dazugehörigen Fehlercodes, die ein OBD2-Scanner auslesen kann. Wenn Du bei der AU durchgefallen bist, ist einer dieser Punkte oft der Grund.
| Bauteil | Typische Fehlercodes | Symptome |
|---|---|---|
| Lambdasonde (Regel- oder Monitorsonde) | P0130 – P0167 |
Erhöhter Kraftstoffverbrauch, unrunder Motorlauf, Motorkontrollleuchte an |
| Katalysator | P0420, P0430 |
Leistungsverlust, rasselnde Geräusche, Geruch nach faulen Eiern |
| AGR-Ventil (Abgasrückführung) | P0400 – P0408 |
Ruckeln im Teillastbereich, schlechte Gasannahme, Notlaufbetrieb |
| Luftmassenmesser (LMM) | P0100 – P0104 |
Schwankende Leerlaufdrehzahl, schwarzer Rauch, mangelnde Leistung |
| Falschluft im Ansaugtrakt | P0171, P0174 |
Hohe Leerlaufdrehzahl, sägender Motorlauf, Abpfeifen |
Ohne bestandene AU gibt es keine neue HU-Plakette. Die Abgasuntersuchung ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung. Ein Scheitern bei der AU führt automatisch zur Verweigerung der Plakette wegen eines „erheblichen Mangels“ (EM).
Dein Fahrplan: Schritt für Schritt zur erfolgreichen AU Wiederholung
Wenn Du mit dem Befund „AU durchgefallen“ konfrontiert bist, folge einem klaren Plan, um Zeit und Geld zu sparen. Schritt 1: Analysiere den Mängelbericht der Prüforganisation. Dort sind die festgestellten Mängel und oft auch die ausgelesenen Fehlercodes vermerkt. Schritt 2: Fahre umgehend in eine Fachwerkstatt Deines Vertrauens. Schildere das Problem und lege den Prüfbericht vor. Eine gute Werkstatt wird nicht sofort Teile tauschen, sondern eine systematische Diagnose durchführen. Dazu gehört das erneute Auslesen des Fehlerspeichers und die Überprüfung der Live-Daten der Sensorik. Schritt 3: Lasse die Reparatur durchführen. Hole Dir bei kostspieligen Reparaturen, wie einem Katalysatortausch, immer eine zweite Meinung ein. Schritt 4: Halte die Frist von einem Monat für die AU Wiederholung unbedingt ein. Die Nachprüfung ist deutlich günstiger als eine komplett neue Hauptuntersuchung. Verpasst Du die Frist, wird die volle Gebühr für eine neue HU fällig. Eine gute Quelle für anerkannte Werkstätten bietet zum Beispiel der ADAC oder die örtliche KFZ-Innung.
Nach der Reparatur, insbesondere nach dem Tausch von Sensoren oder dem Löschen des Fehlerspeichers, solltest Du einen längeren, gemischten Fahrzyklus (Stadt, Land, Autobahn) absolvieren. Dadurch gibst Du dem Motorsteuergerät die Chance, alle Readiness-Codes neu zu setzen, was für die OBD-Prüfung bei der Nachuntersuchung zwingend erforderlich ist.
Fazit: Systematisch handeln und Kosten sparen
Der Befund „AU durchgefallen“ ist zwar ärgerlich, aber lösbar. Wichtig ist, dass Du besonnen und systematisch vorgehst. Der Mängelbericht ist Dein wichtigstes Dokument und die Basis für jede Reparatur. Nutze die gesetzliche Frist von einem Monat, um die Ursache professionell diagnostizieren und beheben zu lassen. Eine bestandene Abgasuntersuchung ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, die Dir die HU-Plakette sichert, sondern auch ein Zeichen für einen effizient und sauber laufenden Motor. Eine rechtzeitige Reparatur verhindert oft teure Folgeschäden, wie einen zugesetzten Katalysator, und senkt Deinen Kraftstoffverbrauch. Mit dem richtigen Vorgehen meisterst Du die AU Wiederholung ohne Probleme.
Alle unsere Ratgeber zu TÜV & HU findest du gebündelt in der TÜV & HU-Übersicht. Dort siehst du das gesamte Themen-Cluster im Zusammenhang und findest passende weiterführende Artikel.
Häufige Fragen
Was kostet eine AU Wiederholung?
Die Kosten für eine Nachprüfung sind gesetzlich gedeckelt und liegen meist zwischen 15 und 30 Euro. Dies gilt aber nur, wenn Du die Frist von einem Monat einhältst und zur selben Prüforganisation gehst. Verpasst Du die Frist, wird eine komplett neue Hauptuntersuchung zum vollen Preis fällig.
Wie lange habe ich Zeit für die Nachprüfung der AU?
Nach dem Tag der durchgefallenen Hauptuntersuchung hast Du exakt einen Monat Zeit, um alle festgestellten Mängel zu beheben und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzuführen. Die genaue Frist ist auf Deinem Mängelbericht vermerkt. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich.
Darf ich weiterfahren, wenn ich bei der AU durchgefallen bin?
Ja, Du darfst mit dem Fahrzeug weiterfahren, solange die HU-Plakette auf Deinem Kennzeichen noch gültig ist. Du bist jedoch gesetzlich verpflichtet, die im Mängelbericht festgestellten Mängel unverzüglich beheben zu lassen. Ist die Plakette bereits abgelaufen, sind nur noch Fahrten zur Werkstatt und zur Prüfstelle erlaubt.
Kann ich die AU auch in einer Werkstatt machen lassen?
Ja, viele vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) anerkannte KFZ-Werkstätten dürfen die Abgasuntersuchung durchführen. Dies geschieht oft direkt vor der Hauptuntersuchung durch einen Prüfingenieur, der ins Haus kommt. Fällt das Auto durch, kann die Werkstatt die Reparatur oft sofort erledigen, was Zeit und Wege spart.