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Schadstoffklasse Euro 6 AU: Grenzwerte & Prüfablauf

Die Schadstoffklasse Euro 6 AU stellt hohe Anforderungen an Dein Auto, besonders bei der neuen Partikelzählung für Diesel. Erfahre hier alles über die aktuellen Grenzwerte, den genauen Prüfablauf und wie Du teure Fehler vermeidest. Bereite Dich optimal auf Deine Abgasuntersuchung vor!

Schadstoffklasse Euro 6 AU: Grenzwerte & Prüfablauf
Kurz & klar

Die Schadstoffklasse Euro 6 AU erfordert die Einhaltung strenger Grenzwerte. Für Diesel ist seit Juli 2023 eine Partikelzählung mit einem Limit von 250.000 Partikeln/cm³ Pflicht. Benziner müssen CO- und Lambda-Werte erfüllen. Eine fehlerfreie On-Board-Diagnose (OBD) ist Grundvoraussetzung für das Bestehen der Prüfung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Pflicht: Seit 07/2023 ist die Partikelzählung für Euro 6 Diesel fester Bestandteil der AU.
  • OBD-Check entscheidend: Ein aktiver Fehlercode im Motorsteuergerät führt zum sofortigen Nichtbestehen.
  • Grenzwerte sind klar: Maximal 250.000 Partikel/cm³ für Diesel und 0,2 % vol. CO für Benziner sind typische Hürden.
  • Vorbereitung hilft: Ein betriebswarmer Motor und eine längere Fahrt vor dem Termin verbessern die Abgaswerte.
  • Rechtsgrundlage: Die Prüfung ist in § 47a StVZO und der zugehörigen Anlage VIIIa StVZO geregelt.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Gesetzliche Grundlagen: Die Abgasuntersuchung nach § 47a StVZO
  2. Der Prüfablauf der Schadstoffklasse Euro 6 AU im Detail
  3. Grenzwerte und häufige Fehlerquellen
  4. Reparatur-Tipps vor der Nachprüfung
  5. Häufige Fragen

Die Abgasuntersuchung für die Schadstoffklasse Euro 6 AU ist ein entscheidender Bestandteil der regelmäßigen Hauptuntersuchung (HU) und stellt sicher, dass Dein Fahrzeug die strengen Umweltauflagen erfüllt. Insbesondere seit der Einführung der Partikelzählung für Dieselfahrzeuge im Juli 2023 sind die Anforderungen gestiegen. Viele Autofahrer sind unsicher, welche Grenzwerte gelten und wie die Prüfung genau abläuft. Als Juristin im Verkehrsrecht erkläre ich Dir präzise, was Dich bei der Euro 6 Abgasuntersuchung erwartet, welche rechtlichen Grundlagen nach § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) gelten und wie Du Dein Auto optimal auf den Termin vorbereitest, um eine teure Nachprüfung und den Verlust der HU-Plakette zu vermeiden.

Gesetzliche Grundlagen: Die Abgasuntersuchung nach § 47a StVZO

Die Abgasuntersuchung (AU) ist keine eigenständige Prüfung mehr, sondern ein integraler Teil der Hauptuntersuchung, geregelt in § 29 StVZO in Verbindung mit Anlage VIII und VIIIa. Die konkreten Prüfvorgaben für die AU selbst finden sich in § 47a StVZO. Für Fahrzeuge ab dem Erstzulassungsdatum 01.01.2006, also auch für alle Euro 6 Modelle, ist eine zweistufige Prüfung obligatorisch. Zuerst erfolgt die Auslesung des On-Board-Diagnose-Systems (OBD). Hierbei prüft der Sachverständige, ob das Motorsteuergerät Fehlercodes im Bereich der abgasrelevanten Bauteile gespeichert hat und ob alle Systemtests (die sogenannten Readiness-Codes) erfolgreich durchlaufen wurden. Ist dieser Teil nicht bestanden, beispielsweise durch eine aktive Motorkontrollleuchte, gilt die gesamte Schadstoffklasse Euro 6 AU sofort als nicht bestanden. Nur wenn die OBD-Prüfung fehlerfrei ist, schließt sich die Endrohrmessung an. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass nicht nur die momentanen Abgaswerte stimmen, sondern das Abgasreinigungssystem des Autos auch dauerhaft und korrekt vom Bordsystem überwacht wird. Die genauen Mängelkataloge und Prüfrichtlinien werden regelmäßig vom VdTÜV aktualisiert.

Der Prüfablauf der Schadstoffklasse Euro 6 AU im Detail

Der Ablauf der Schadstoffklasse Euro 6 AU folgt einem standardisierten Protokoll. Zunächst führt der Prüfer eine Sichtprüfung der abgasrelevanten Anlage durch. Er achtet auf Undichtigkeiten, Beschädigungen oder offensichtliche Manipulationen am Auspuff, Katalysator oder Dieselpartikelfilter. Anschließend wird der OBD2-Scanner mit dem Fahrzeug verbunden. Der Motor muss für die Prüfung die vorgeschriebene Betriebstemperatur erreichen, was oft eine kurze Konditionierungsfahrt erfordert. Bei der OBD-Prüfung werden, der Fehlerspeicher und die Readiness-Codes ausgelesen. Sind hier keine Mängel vermerkt, beginnt die eigentliche Messung am Endrohr. Bei Benzinmotoren werden im erhöhten Leerlauf und bei Abregeldrehzahl die Konzentration von Kohlenmonoxid (CO) sowie der Lambdawert gemessen. Bei Dieselmotoren wurde früher die Rauchgastrübung (Absorption) gemessen, was bei modernen Euro 6 Fahrzeugen aber kaum noch aussagekräftig ist.

TÜV-Relevant

Leuchtet Deine Motorkontrollleuchte (MIL), ist die Abgasuntersuchung sofort beendet und gilt als nicht bestanden. Der Fehlerspeicher muss vor der Nachprüfung nicht nur gelöscht, sondern die Ursache für den Fehlercode fachmännisch behoben werden.

Die Partikelzählung (PN-Messung) für Euro 6/VI Diesel

Die entscheidende Neuerung für die Euro 6d AU und andere Euro 6 Diesel ist die verpflichtende Partikelanzahlmessung (PN-Messung) seit dem 01. Juli 2023. Diese Messung ersetzt die alte Trübungsmessung und ist weitaus genauer. Sie kann selbst kleinste Defekte oder Manipulationen am Dieselpartikelfilter (DPF) aufdecken. Während der Prüfung wird eine Sonde in das Endrohr eingeführt, die die Anzahl der ausgestoßenen Rußpartikel pro Kubikzentimeter misst. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 250.000 Partikeln/cm³. Wird dieser Wert überschritten, ist die AU nicht bestanden. Diese verschärfte Prüfung ist eine direkte Reaktion auf die Erkenntnis, dass viele Partikelfilter im realen Betrieb ihre Wirkung verlieren oder illegal entfernt wurden, was die alte Messmethode nicht zuverlässig erkennen konnte.

Grenzwerte und häufige Fehlerquellen

Das Bestehen der Schadstoffklasse Euro 6 AU hängt von der Einhaltung klar definierter Grenzwerte ab. Ein Defekt an einem kleinen Sensor kann bereits zum Scheitern führen. Eine der häufigsten Ursachen ist ein Eintrag im Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts. Typische Fehlercodes sind P0420 (Wirkungsgrad Katalysator unter Schwellenwert) oder Fehler bezüglich der Lambdasonde, des Luftmassenmessers oder des AGR-Ventils. Auch mechanische Defekte wie ein Riss im Abgaskrümmer oder eine undichte Flanschverbindung führen zu falschen Messwerten und damit zum Nichtbestehen. Speziell bei der Partikelzählung sind ein defekter oder überladener Dieselpartikelfilter die Hauptursache für zu hohe Werte. Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Grenzwerte:

Parameter / Schadstoff Fahrzeugtyp Grenzwert
Kohlenmonoxid (CO) Benziner (erhöhter Leerlauf) max. 0,2 % vol.
Lambda-Wert Benziner (Abregeldrehzahl) 0,97 – 1,03
Rauchgastrübung (Absorption) Diesel (ohne PN-Pflicht) Herstellervorgabe, max. 1,5 m⁻¹
Partikelanzahl (PN) Diesel (Euro 6/VI) max. 250.000 Partikel/cm³
Profi-Tipp

Fahre Dein Auto vor dem Prüftermin richtig warm. Eine Strecke von mindestens 20 Kilometern, idealerweise mit einem Abschnitt auf der Autobahn, bringt den Katalysator und den Partikelfilter auf die optimale Betriebstemperatur. Das verbessert die Abgaswerte erheblich.

Reparatur-Tipps vor der Nachprüfung

Fällt Dein Auto bei der Schadstoffklasse Euro 6 AU durch, hast Du einen Monat Zeit für die Nachprüfung. Nutze diese Zeit sinnvoll. Der erste Schritt ist immer eine professionelle Diagnose. Lasse den Fehlerspeicher von einer qualifizierten Werkstatt auslesen und interpretieren. Ein reines Löschen des Fehlers ohne Reparatur der Ursache ist sinnlos, da der Fehler sofort wieder im Bordsystem abgelegt wird. Bei Problemen mit dem Dieselpartikelfilter muss nicht immer ein teures Neuteil her. Oft kann eine professionelle DPF-Reinigung eine kostengünstige und effektive Alternative sein. Überprüfe auch simple Dinge: Ist der Luftfilter sauber? Wann war der letzte Ölwechsel? Ein schlecht gewarteter Motor produziert tendenziell schlechtere Abgaswerte. Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) gehören Mängel an der Abgasanlage zu den häufigsten Beanstandungen bei der Hauptuntersuchung. Eine sorgfältige Vorbereitung und Wartung sind daher der beste Schutz vor einer bösen Überraschung bei der Euro 6 Abgasuntersuchung.

Die Schadstoffklasse Euro 6 AU, insbesondere mit der neuen Partikelzählung, hohe Anforderungen an die Fahrzeugtechnik stellt. Ein gut gewartetes Fahrzeug mit funktionierender Abgasreinigung und fehlerfreier Motorelektronik wird die Prüfung jedoch problemlos bestehen. Die strengen Regeln dienen nicht nur dem Umweltschutz, sondern schützen Dich auch vor dem Betrieb eines Fahrzeugs mit teuren Folgeschäden. Eine bestandene AU ist somit auch ein Qualitätssiegel für den Zustand Deines Motors.

Häufige Fragen

Was ist der Grenzwert bei der Partikelzählung für Euro 6 Diesel?

Der gesetzliche Grenzwert für die Partikelanzahlmessung (PN-Messung) bei der Abgasuntersuchung für Euro 6 Dieselfahrzeuge liegt bei 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter (Partikel/cm³). Wird dieser Wert überschritten, gilt die AU als nicht bestanden. Diese Prüfung ist seit dem 1. Juli 2023 für betroffene Fahrzeuge verpflichtend.

Was passiert, wenn mein Auto die Abgasuntersuchung nicht besteht?

Wenn Dein Fahrzeug die AU nicht besteht, wird auch keine neue HU-Plakette erteilt. Du erhältst einen Mängelbericht und hast in der Regel einen Monat Zeit, die festgestellten Mängel zu beheben. Innerhalb dieser Frist musst Du das Fahrzeug zur Nachprüfung vorführen. Wird die Frist versäumt, ist eine komplett neue Hauptuntersuchung fällig.

Kann ich die AU mit leuchtender Motorkontrollleuchte bestehen?

Nein, das ist ausgeschlossen. Eine leuchtende Motorkontrollleuchte (MIL) signalisiert einen abgasrelevanten Fehler im On-Board-Diagnose-System. Die Prüfung wird in diesem Fall sofort abgebrochen und gilt als nicht bestanden. Die Fehlerursache muss vor einer erneuten Vorstellung zur AU fachgerecht behoben werden.

Wie lange ist die AU-Bescheinigung gültig?

Die Abgasuntersuchung ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU). Die Gültigkeit ist daher an die Fälligkeit der nächsten HU gekoppelt. Für die meisten Pkw bedeutet das eine Gültigkeit von 24 Monaten. Eine separate AU-Plakette auf dem vorderen Kennzeichen gibt es seit 2010 nicht mehr.