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AU Tuning: Besteht mein Auto die Abgasuntersuchung noch?

Dein getuntes Auto steht vor der Abgasuntersuchung? Die Hürden beim AU Tuning sind hoch. Wir erklären Dir, worauf Prüfer bei Chiptuning und Klappenauspuff achten, welche Grenzwerte gelten und wie Du Dein Fahrzeug legal durch die Prüfung bringst. Jetzt informieren!

AU Tuning: Besteht mein Auto die Abgasuntersuchung noch?
Kurz & klar

Beim AU Tuning ist entscheidend, dass alle leistungssteigernden Umbauten wie Chiptuning oder Sportauspuffanlagen korrekt eingetragen sind und die gesetzlichen Abgasgrenzwerte nach Anlage VIIIa StVZO einhalten. Die On-Board-Diagnose (OBD) darf keine abgasrelevanten Fehlercodes speichern und alle Systeme müssen betriebsbereit sein, um die Prüfung zu bestehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eintragungspflicht: Alle leistungs- und abgasrelevanten Umbauten müssen in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein.
  • Grenzwerte entscheidend: Die gesetzlichen Abgasgrenzwerte für CO, HC und Lambda müssen strikt eingehalten werden.
  • OBD-System: Ein fehlerfreier Fehlerspeicher und bestandene Readiness-Codes sind Voraussetzung für die AU.
  • Klappenauspuff: Die Steuerung muss serienmäßig funktionieren und darf die Messung nicht manipulieren.
  • Rückrüstung nötig: Nicht eingetragene oder grenzwertüberschreitende Teile müssen vor der Prüfung zurückgebaut werden.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Die rechtlichen Grundlagen: Was § 47a StVZO für das AU Tuning bedeutet
  2. Der Prüfablauf der Abgasuntersuchung bei Tuning-Fahrzeugen
  3. Typische Fallstricke: Chiptuning, Klappenauspuff und Downpipes
  4. Vorbereitung ist alles: So klappt die AU mit Deinem Tuning-Projekt
  5. Häufige Fragen

Die regelmäßige Abgasuntersuchung ist für jedes FAHRZEUG Pflicht, doch gerade beim AU Tuning wird die Prüfung zur besonderen Hürde. Sobald leistungssteigernde Komponenten wie ein Chiptuning, eine Sportabgasanlage oder ein anderer Katalysator verbaut sind, schauen die PRÜFER von TÜV, DEKRA und Co. ganz genau hin. Die rechtliche Grundlage bildet § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) in Verbindung mit der dazugehörigen Richtlinie. Entscheidend ist: Durch die Veränderung darf sich das Abgasverhalten des FAHRZEUGS nicht verschlechtern. Jede technische Änderung, die potenziell die Emissionen beeinflusst, muss daher nicht nur eingetragen sein, sondern auch im Realbetrieb die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Ein nicht bestandenes AU Tuning führt unweigerlich zum Versagen der HU-Plakette.

Die rechtlichen Grundlagen: Was § 47a StVZO für das AU Tuning bedeutet

Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) und in § 47a StVZO sowie in Anlage VIII und VIIIa StVZO geregelt. Die Kernforderung ist klar: Das Abgasverhalten eines FAHRZEUGS muss den ursprünglichen Genehmigungswerten entsprechen oder diese verbessern. Jede bauliche Veränderung, die Einfluss auf die Abgasemissionen oder die Geräuschentwicklung hat, führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis, sofern sie nicht durch eine anerkannte Prüfstelle abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen wurde. Für das AU Tuning bedeutet das: Ein einfaches „Aufspielen“ einer neuen Software oder der Anbau einer Downpipe ohne Gutachten ist illegal. Im Rahmen der AU prüft der SACHVERSTÄNDIGE nicht nur die reinen Abgaswerte am Endrohr, sondern auch die Plausibilität der verbauten Teile. Findet er Komponenten ohne Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE), Teilegutachten oder Einzelabnahme, wird die Prüfung sofort abgebrochen und als „nicht bestanden“ gewertet. Laut VdTÜV-Mängelstatistik gehören unzulässige Änderungen an der Abgasanlage zu den erheblichen Mängeln, die eine direkte Nachprüfung erfordern.

Der Prüfablauf der Abgasuntersuchung bei Tuning-Fahrzeugen

Der Ablauf der AU bei einem modifizierten FAHRZEUG folgt einem strengen Protokoll, um Manipulationen auszuschließen. Zuerst erfolgt eine visuelle Prüfung: Sind alle abgasrelevanten Bauteile (z.B. Katalysator, Auspuffanlage) vorhanden und entsprechen sie den Eintragungen in den Fahrzeugpapieren? Danach folgt der wichtigste Schritt bei modernen Fahrzeugen (ab Erstzulassung 01.01.2006): Die On-Board-Diagnose (OBD). Der PRÜFER schließt ein Diagnosegerät an die OBD2-Schnittstelle an und liest den Fehlerspeicher aus. Sind abgasrelevante Fehlercodes (z.B. P0420 für einen unwirksamen Katalysator) gespeichert, ist die AU sofort beendet. Zudem werden die sogenannten „Readiness-Codes“ geprüft. Diese zeigen an, ob alle abgasrelevanten Systemtests vom Motorsteuergerät erfolgreich abgeschlossen wurden. Erst wenn die OBD-Prüfung bestanden ist, folgt die Endrohrmessung. Hierbei werden bei verschiedenen Drehzahlen die Konzentrationen von Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffen (HC) und der Lambdawert gemessen.

TÜV-Relevant

Ein kurz vor der Prüfung gelöschter Fehlerspeicher hilft nicht! Das System setzt die Readiness-Codes auf „nicht bereit“ (not ready). Der PRÜFER erkennt dies und verweigert die AU, bis ein vollständiger Fahrzyklus die Systemtests erneut abgeschlossen hat. Dies ist ein häufiger Grund für ein gescheitertes AU Tuning.

Grenzwerte bei der Endrohrmessung

Messgröße Prüfpunkt Maximaler Grenzwert (Euro 3/4/5 Ottomotor)
Kohlenmonoxid (CO) Leerlauf 0,3 % vol.
Kohlenmonoxid (CO) Erhöhter Leerlauf (>2000 U/min) 0,2 % vol.
Lambda-Wert Erhöhter Leerlauf 0,97 – 1,03

Typische Fallstricke: Chiptuning, Klappenauspuff und Downpipes

Viele Tuningmaßnahmen bergen Risiken für die Abgasuntersuchung. Gerade bei günstigen Softwareoptimierungen oder nicht genehmigten Bauteilen kommt es häufig zu Problemen. Ein professionelles AU Tuning berücksichtigt die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben von Anfang an.

Chiptuning AU: Warum die Software entscheidend ist

Ein professionelles Chiptuning AU-tauglich zu gestalten, erfordert enormes Know-how. Eine bloße Erhöhung des Ladedrucks oder der Einspritzmenge führt oft zu einer unsauberen Verbrennung, was die HC- und CO-Werte in die Höhe treibt. Zudem kann eine unsachgemäße Programmierung die Schutzfunktionen des Motorsteuergeräts deaktivieren. Moderne AU-Tester können die Software-Version und die Checksumme des Steuergeräts auslesen. Weicht diese von den beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hinterlegten Herstellerdaten ab und es liegt keine Eintragung vor, gilt dies als Manipulation. Ein Chiptuning mit Teilegutachten ist daher unerlässlich, da der HERSTELLER der Software die Einhaltung der Abgasnormen garantiert.

Klappenauspuff Abgasuntersuchung: Mehr als nur Lautstärke

Bei einer Klappenauspuff Abgasuntersuchung prüft der SACHVERSTÄNDIGE nicht nur die Lautstärke, sondern auch die korrekte Funktion der Steuerung. Die Klappe muss sich in den für die AU relevanten Drehzahlbereichen (Leerlauf, erhöhter Leerlauf) im geschlossenen, also im serienmäßigen und leisesten Zustand befinden. Eine manipulierte Steuerung, die die Klappe dauerhaft offen hält, führt zum Nichtbestehen der Prüfung. Dies gilt als unzulässiger Eingriff in die Abgasanlage. Die Geräuschmessung ist zwar Teil der HU, aber eine nicht funktionierende Klappensteuerung wird bereits bei der AU als Mangel am Abgassystem bewertet.

Profi-Tipp

Stelle vor der Fahrt zum TÜV sicher, dass die Klappensteuerung Deiner Abgasanlage einwandfrei funktioniert. Teste im Stand, ob die Klappe auf den Wechsel der Fahrmodi (sofern vorhanden) reagiert und im Standardmodus geschlossen ist. Das erspart Dir eine teure Nachprüfung.

Vorbereitung ist alles: So klappt die AU mit Deinem Tuning-Projekt

Eine gute Vorbereitung kann über Bestehen oder Nichtbestehen entscheiden. Gehe die folgende Checkliste durch, bevor Du zur Prüfstelle fährst, um die Chancen für ein erfolgreiches AU Tuning zu maximieren:

  • Dokumente bereithalten: Lege alle ABEs, Teilegutachten und Nachweise über Eintragungen für die verbauten Komponenten bereit.
  • Fehlerspeicher prüfen: Lies den Fehlerspeicher mit einem eigenen OBD2-Scanner aus. Lösche eventuelle Fehler und fahre anschließend einen längeren Fahrzyklus, damit die Readiness-Codes gesetzt werden.
  • Motor auf Betriebstemperatur bringen: Fahre das AUTO vor der Prüfung mindestens 15-20 Minuten warm, am besten auch über die Autobahn. Ein betriebswarmer Katalysator arbeitet am effizientesten und sorgt für die besten Abgaswerte.
  • Dichtheit prüfen: Kontrolliere die gesamte Abgasanlage vom Krümmer bis zum Endrohr auf Undichtigkeiten. Falschluft kann den Lambdawert verfälschen und zum Durchfallen führen.

Ein bestandenes AU Tuning ist kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Planung und der Verwendung legaler, geprüfter Komponenten. Wer hier spart, zahlt am Ende doppelt.

Die Abgasuntersuchung für getunte Fahrzeuge eine anspruchsvolle, aber machbare Hürde darstellt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Legalität und Qualität der verbauten Teile sowie in einer sauberen technischen Umsetzung. Wenn alle Umbauten korrekt eingetragen sind, die Software professionell abgestimmt ist und das Fahrzeug technisch in einwandfreiem Zustand ist, steht auch der neuen HU-Plakette nichts im Wege. So bist Du nicht nur legal, sondern auch umweltbewusst unterwegs.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem nicht eingetragenen Chiptuning die AU bestehen?

Nein, das ist praktisch ausgeschlossen. Moderne AU-Geräte können die Software-Kennung und Checksumme des Motorsteuergeräts auslesen. Weicht diese von den Herstellerdaten ab und es liegt keine Eintragung vor, wird die AU als nicht bestanden gewertet. Dies stellt einen erheblichen Mangel dar und führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis.

Was passiert, wenn mein Klappenauspuff bei der AU zu laut ist?

Bei der Abgasuntersuchung selbst wird primär die Funktion der Abgasanlage geprüft, nicht die Lautstärke. Ist die Klappensteuerung jedoch manipuliert oder defekt (z.B. dauerhaft offen), gilt dies als Mangel am Abgassystem und führt zum Nichtbestehen. Die eigentliche Geräuschmessung ist Teil der Hauptuntersuchung (HU) und kann ebenfalls zum Durchfallen führen, wenn die Grenzwerte überschritten werden.

Erkennt der TÜV-Prüfer ein Chiptuning bei der Abgasuntersuchung?

Ja, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch. Prüfer erkennen Indizien wie abweichende Software-Versionen oder Checksummen, die über die OBD-Schnittstelle ausgelesen werden. Zudem können stark abweichende Abgaswerte ein Hinweis auf eine nicht eingetragene Leistungssteigerung sein. Eine fehlende Eintragung führt unweigerlich zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung.

Welche Fehlercodes sind bei der AU besonders kritisch?

Alle Fehlercodes, die auf Probleme mit abgasrelevanten Systemen hinweisen, sind KO-Kriterien. Besonders kritisch sind Fehler im Bereich des Katalysators (z.B. P0420 – Wirkung zu gering), der Lambdasonden (z.B. P0130 – Sondenkreis Fehlfunktion), der Gemischaufbereitung (z.B. P0171 – System zu mager) oder der Abgasrückführung (AGR).