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AU Endrohr Messung: OBD-Auslesung oder Sonde am Auspuff?

Deine AU Endrohr Messung steht an? Erfahre hier, wann die Sonde zum Einsatz kommt und wann die reine OBD AU genügt. Alle Grenzwerte und Abläufe erklärt. Bereite Dich optimal vor!

AU Endrohr Messung: OBD-Auslesung oder Sonde am Auspuff?
Kurz & klar

Die AU Endrohr Messung ist seit 2018 wieder für alle Fahrzeuge verpflichtend und ergänzt die OBD-Auslesung. Sie misst die tatsächlichen Schadstoffemissionen direkt am Auspuff, um die Funktion des Abgasreinigungssystems zu überprüfen und sicherzustellen, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden. Dies dient der Aufdeckung von Mängeln und Manipulationen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflicht für alle: Die AU Endrohr Messung ist für alle Fahrzeuge wieder ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung.
  • Zwei-Stufen-Prüfung: Zuerst erfolgt die OBD-Auslesung, danach die physikalische Messung mit der Sonde am Endrohr.
  • Klare Grenzwerte: Die Messung prüft den Kohlenmonoxid-Gehalt (CO) und den Lambda-Wert auf Einhaltung strenger Vorgaben.
  • Motor warmfahren: Ein betriebswarmer Motor ist die wichtigste Voraussetzung für das Bestehen der Abgasuntersuchung.
  • Fehlercode bedeutet Durchfallen: Bereits ein abgasrelevanter Fehlercode im Speicher führt zum Nichtbestehen der AU.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Gesetzliche Grundlagen: § 47a StVZO und die AU-Richtlinie
  2. Der Prüfablauf: Wann kommt die AU Endrohr Messung zum Einsatz?
  3. Grenzwerte und häufige Fehlerquellen
  4. Häufige Fragen

Die AU Endrohr Messung ist ein entscheidender Teil der Hauptuntersuchung und sorgt bei vielen Fahrzeughaltern für Unsicherheit. Seit 2018 ist die Messung mit der Sonde direkt am Auspuff wieder für alle Fahrzeuge verpflichtend, selbst wenn sie über ein modernes On-Board-Diagnose-System (OBD) verfügen. Diese zweistufige Prüfung soll sicherstellen, dass die Abgasreinigung Deines Autos nicht nur laut Steuergerät, sondern auch in der Realität einwandfrei funktioniert. Damit werden Manipulationen erschwert und Defekte aufgedeckt, die eine reine OBD AU möglicherweise nicht erkennen würde. Als Juristin im Verkehrsrecht erkläre ich Dir die genauen Hintergründe, den Prüfablauf und wie Du Dich optimal auf die Abgasuntersuchung vorbereitest.

Gesetzliche Grundlagen: § 47a StVZO und die AU-Richtlinie

Die rechtliche Basis für die Abgasuntersuchung (AU) findet sich in § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sowie der zugehörigen „Richtlinie für die Durchführung der Untersuchung der Abgase“. Lange Zeit galt für Fahrzeuge ab Erstzulassung 2006, dass eine reine Auslesung des Fehlerspeichers über die OBD-Schnittstelle ausreicht, sofern keine Fehlercodes gespeichert waren. Diese als OBD AU bekannte Vorgehensweise wurde jedoch als nicht ausreichend sicher eingestuft. Der Gesetzgeber reagierte auf Erkenntnisse, dass Defekte oder Manipulationen am Abgassystem vom Bordsystem nicht immer zuverlässig erkannt werden. Deshalb wurde die verbindliche AU Endrohr Messung für alle Kraftfahrzeuge wieder eingeführt. Die aktuelle Regelung schreibt ein zweistufiges Verfahren vor: Zuerst prüft der Sachverständige die OBD-Systemdaten. Sind alle abgasrelevanten Komponenten als „in Ordnung“ gemeldet und keine Fehlercodes hinterlegt, folgt im zweiten Schritt die physikalische Messung am Endrohr. Diese Kombination stellt laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die höchste Prüfqualität sicher und ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Die Ergebnisse werden im Untersuchungsbericht der Hauptuntersuchung dokumentiert, der für die Erteilung der HU-Plakette maßgeblich ist.

Der Prüfablauf: Wann kommt die AU Endrohr Messung zum Einsatz?

Der Ablauf der Abgasuntersuchung folgt einem strengen Protokoll, um vergleichbare und rechtssichere Ergebnisse zu gewährleisten. Für Dich als Fahrzeughalter ist es wichtig, die einzelnen Schritte zu kennen. Zuerst führt der Prüfer eine visuelle Inspektion der gesamten Abgasanlage durch. Er sucht nach Undichtigkeiten, Beschädigungen oder nicht genehmigten Veränderungen. Anschließend wird das Diagnosegerät an die OBD2-Schnittstelle Deines Autos angeschlossen. Der Prüfer liest den Fehlerspeicher aus und überprüft die sogenannten „Readiness-Codes“. Diese Codes zeigen an, ob das Motorsteuergerät alle abgasrelevanten Systeme seit dem letzten Löschen der Fehlercodes vollständig überprüft hat. Sind hier Probleme ersichtlich, ist die AU bereits an diesem Punkt beendet und gilt als nicht bestanden. Ist die OBD-Prüfung erfolgreich, beginnt die eigentliche AU Endrohr Messung.

So läuft die Endrohrmessung AU ab

Hierfür muss der Motor seine Betriebstemperatur erreicht haben, was oft durch einen vorherigen Warmlauf sichergestellt wird. Der Prüfer führt eine Messsonde in das Endrohr Deines Fahrzeugs ein. Die Messung erfolgt in mehreren Phasen:

  1. Messung bei erhöhtem Leerlauf: Der Motor wird auf eine Drehzahl von 2.500 bis 3.000 U/min gebracht. In diesem Zustand werden der Kohlenmonoxid-Gehalt (CO) und der Lambda-Wert gemessen.
  2. Messung im Leerlauf: Anschließend wird die Drehzahl auf den normalen Leerlauf abgesenkt und der CO-Gehalt erneut gemessen.

Alle ermittelten Werte müssen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzen liegen. Nur wenn beide Teile, die OBD-Prüfung und die AU Endrohr Messung, erfolgreich sind, gilt die Abgasuntersuchung als bestanden. Dieses Vorgehen garantiert, dass die Abgaswerte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch stimmen.

TÜV-Relevant

Ein leuchtende Motorkontrollleuchte oder ein im Fehlerspeicher hinterlegter abgasrelevanter Fehlercode (z.B. P0420 für einen Katalysatorschaden) führen unweigerlich zum sofortigen Nichtbestehen der AU. Eine AU Endrohr Messung wird dann gar nicht erst begonnen. Kümmere Dich also vor dem Termin um die Behebung solcher Fehler.

Grenzwerte und häufige Fehlerquellen

Die bei der AU Endrohr Messung ermittelten Werte müssen strenge Grenzwerte einhalten. Diese sind abhängig von der Fahrzeugart und der Emissionsklasse. Der VdTÜV veröffentlicht regelmäßig die genauen Vorgaben, die als Grundlage für die Prüfung dienen. Ein Defekt an nur einer Komponente kann bereits zum Überschreiten der Werte führen.

Messgröße Grenzwert (Beispiel für Euro 4/5/6 Benziner) Mögliche Fehlerursachen bei Überschreitung
CO-Gehalt im Leerlauf max. 0,2 % vol Falschluft im Ansaugtrakt, defekter Luftmassenmesser, fehlerhafte Gemischbildung
CO-Gehalt bei erhöhtem Leerlauf max. 0,3 % vol Überlasteter oder defekter Katalysator, Zündaussetzer
Lambda-Wert (bei erhöhtem Leerlauf) 0,97 – 1,03 Defekte Lambdasonde, Undichtigkeit im Auspuffkrümmer, Probleme mit der Einspritzung

Eine der häufigsten Ursachen für eine nicht bestandene Endrohrmessung AU ist ein nicht ausreichend betriebswarmer Motor. In der Kaltstartphase ist die Gemischbildung fetter und der Katalysator arbeitet noch nicht effizient. Weitere typische Fehlerquellen sind ein alter oder defekter Katalysator, eine träge oder ausgefallene Lambdasonde, Undichtigkeiten im Auspuff- oder Ansaugsystem sowie Probleme mit der Zündung oder den Einspritzdüsen. Manchmal kann auch ein simpler Defekt wie ein verschmutzter Luftfilter die Werte negativ beeinflussen.

Praxis-Tipp

Fahre Dein Auto vor dem HU-Termin mindestens 15-20 Kilometer auf der Autobahn oder Landstraße, damit der Motor und insbesondere der Katalysator ihre volle Betriebstemperatur erreichen. Dies ist die einfachste und effektivste Vorbereitung für eine erfolgreiche AU Endrohr Messung.

Die Wiedereinführung der AU Endrohr Messung ein wichtiger Schritt für eine realitätsnahe Überprüfung der Fahrzeugemissionen ist. Sie schließt eine Lücke, die durch die reine OBD AU entstanden war, und erhöht die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung. Für Dich als Fahrzeughalter bedeutet dies, dass eine gute Wartung des Motors und der Abgasanlage wichtiger denn je ist, um teure Nachprüfungen zu vermeiden. Eine bestandene AU ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.

Häufige Fragen

Warum wird trotz OBD wieder am Endrohr gemessen?

Die Wiedereinführung der AU Endrohr Messung soll Manipulationen und unentdeckte Defekte am Abgassystem aufdecken, die das OBD-System allein nicht zuverlässig erkennt. Sie dient als reale Gegenprüfung der tatsächlichen Emissionen und erhöht die Genauigkeit der Abgasuntersuchung.

Was kostet eine reine AU Endrohr Messung?

Die Kosten für die Abgasuntersuchung sind Teil der Gebühren für die Hauptuntersuchung (HU) und liegen meist zwischen 120 und 150 Euro. Eine separate AU ist selten, kann aber bei Nachprüfungen anfallen und kostet dann etwa 30 bis 40 Euro.

Mein Auto hat die AU nicht bestanden. Was jetzt?

Du erhältst eine Mängelliste und hast in der Regel einen Monat Zeit, die Mängel zu beheben. Häufige Ursachen sind ein defekter Katalysator, eine fehlerhafte Lambdasonde oder Undichtigkeiten im Auspuffsystem. Nach der Reparatur musst Du zur Nachprüfung vorfahren.

Kann ich die AU auch in einer freien Werkstatt machen lassen?

Ja, anerkannte AU-Werkstätten dürfen die Abgasuntersuchung durchführen. Die Prüfung kann dort auch vor der eigentlichen Hauptuntersuchung erfolgen. Der Nachweis über die bestandene AU darf bei Vorführung zur HU jedoch nicht älter als zwei Monate sein.