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AU bei LPG (Autogas): Alles zur doppelten Abgasuntersuchung

Deine AU für LPG steht an? Erfahre alles über die Pflicht zur Doppelmessung für Benzin und Gas, die genauen Grenzwerte und den Prüfablauf nach § 47a StVZO. So bestehst du die LPG Abgasuntersuchung sicher!

AU bei LPG (Autogas): Alles zur doppelten Abgasuntersuchung
Kurz & klar

Die AU bei LPG Fahrzeugen erfordert eine Doppelmessung der Abgaswerte, einmal im Benzinbetrieb und einmal im Gasbetrieb. Beide Messungen müssen die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Die Prüfung richtet sich nach § 47a StVZO und ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) für alle Fahrzeuge mit Gasanlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Doppelmessung Pflicht: Bei der AU LPG wird sowohl der Benzin- als auch der Gasbetrieb separat geprüft.
  • Strenge Grenzwerte: Die CO-Werte müssen im erhöhten Leerlauf unter 0,2 % vol (Benzin) bzw. 0,3 % vol (LPG) liegen.
  • Prüfgrundlage StVZO: Der genaue Ablauf der Messung ist in § 47a und Anlage VIIIa der StVZO rechtlich verankert.
  • Gasanlagenprüfung (GSP): Die GSP ist seit 2023 wieder ein eigenständiger Teil vor der HU/AU und prüft Dichtheit und Funktion.
  • Häufige Fehler: Falsch eingestellte Gasanlagen und Defekte an Zündung oder Lambdasonde sind oft Ursache für eine nicht bestandene AU LPG.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Rechtliche Grundlagen: Warum die doppelte AU bei LPG Pflicht ist
  2. Der genaue Prüfablauf der Autogas AU Schritt für Schritt
  3. Grenzwerte und Toleranzen: Diese Werte musst Du einhalten
  4. Häufige Fehlerursachen und Lösungsansätze bei der AU LPG
  5. Häufige Fragen

Eine bestandene AU LPG ist die Voraussetzung für eine neue HU-Plakette bei Fahrzeugen mit Autogasanlage. Anders als bei reinen Benzin- oder Dieselfahrzeugen, schreibt der Gesetzgeber hier eine doppelte Messung vor: einmal im Benzinbetrieb und einmal im Gasbetrieb. Diese Vorschrift dient der Sicherheit und dem Umweltschutz, denn nur eine korrekt funktionierende Gasanlage hält die Emissionsgrenzwerte in beiden Betriebsmodi ein. Als Fahrzeughalter bist Du dafür verantwortlich, dass Dein Auto die gesetzlichen Vorgaben erfüllt. In diesem Ratgeber erkläre ich Dir als Juristin die rechtlichen Grundlagen, den genauen Prüfablauf und zeige Dir, worauf Du achten musst, um die Hürde der LPG Abgasuntersuchung erfolgreich zu nehmen.

Rechtliche Grundlagen: Warum die doppelte AU bei LPG Pflicht ist

Die gesetzliche Verankerung für die Untersuchung des Abgasverhaltens von Kraftfahrzeugen findet sich in § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Speziell für gasbetriebene Fahrzeuge wird in der zugehörigen „Richtlinie für die Durchführung der Untersuchung der Abgase“ konkretisiert, dass eine Prüfung für jede eingetragene Kraftstoffart durchzuführen ist. Das bedeutet für Dein Autogas-Fahrzeug ganz klar: Die Abgaswerte müssen sowohl im Benzin- als auch im Gasbetrieb den Vorschriften genügen. Ein Bestehen nur im Benzinmodus reicht nicht aus. Diese Regelung stellt sicher, dass die Gasanlage nicht nur eingebaut ist, sondern auch über den gesamten Nutzungszeitraum umweltverträglich und sicher arbeitet. Die bestandene AU LPG ist ein untrennbarer Teil der Hauptuntersuchung (HU) und wird auf dem Prüfbericht dokumentiert. Ohne diesen Nachweis kann keine neue HU-Plakette erteilt werden. Die Prüfung umfasst dabei nicht nur die reine Messung, sondern auch eine Sichtprüfung der Gasanlage auf korrekten Einbau und Dichtheit. Die sogenannte Gasanlagenprüfung (GSP) ist seit 2023 wieder ein eigenständiger, aber verpflichtender Teil vor der HU.

Der genaue Prüfablauf der Autogas AU Schritt für Schritt

Die LPG Abgasuntersuchung folgt einem standardisierten Protokoll, um vergleichbare und rechtssichere Ergebnisse zu gewährleisten. Der Prüfer geht dabei in mehreren Schritten vor. Zuerst erfolgt eine Sichtprüfung aller Komponenten der Gasanlage, inklusive des Tanks, der Leitungen und des Verdampfers. Alles muss fest verbaut, unbeschädigt und korrekt gekennzeichnet sein. Anschließend wird über die OBD2-Schnittstelle der Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts ausgelesen. Ein abgasrelevanter Fehlercode führt zum sofortigen Nichtbestehen der AU. Sind keine Fehler gespeichert und alle Readiness-Codes gesetzt, beginnt die eigentliche Messung mit der Abgassonde.

Messung 1: Prüfung im Benzinbetrieb

Zuerst wird der Motor auf Betriebstemperatur gebracht und im Benzinmodus geprüft. Die Messung erfolgt in zwei Phasen. Zuerst bei erhöhter Leerlaufdrehzahl (typischerweise zwischen 2.500 und 2.800 U/min) und anschließend im normalen Leerlauf. Gemessen werden primär der Kohlenmonoxid-Gehalt (CO), die unverbrannten Kohlenwasserstoffe (HC) und der Lambda-Wert, der das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff im Gemisch beschreibt. Die Werte müssen innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Toleranzen liegen.

Messung 2: Prüfung im Gasbetrieb (AU LPG)

Nach erfolgreicher Messung im Benzinbetrieb schaltet der Prüfer das Fahrzeug in den Autogas-Modus um. Das Fahrzeug muss stabil auf Gas laufen. Anschließend wird der gesamte Messzyklus wiederholt: Messung bei erhöhter Leerlaufdrehzahl und im Leerlauf. Auch hier werden CO, HC und der Lambda-Wert erfasst und mit den spezifischen Grenzwerten für die AU LPG verglichen. Oftmals sind die Abgaswerte im Gasbetrieb sogar besser als im Benzinbetrieb, vorausgesetzt, die Gasanlage ist optimal eingestellt. Nur wenn beide Messungen erfolgreich waren, gilt die gesamte Abgasuntersuchung als bestanden.

Grenzwerte und Toleranzen: Diese Werte musst Du einhalten

Die Grenzwerte für die Abgasuntersuchung sind streng und hängen von der Emissionsklasse Deines Fahrzeugs ab. Für moderne Fahrzeuge ab Euro 5 gelten besonders niedrige Toleranzen. Eine korrekt eingestellte und gewartete Gasanlage sollte diese Werte problemlos erreichen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Grenzwerte für die AU LPG bei Fahrzeugen mit geregeltem Katalysator.

Parameter Prüfzustand Grenzwert (typisch für Euro 5/6)
CO-Gehalt (Benzin) Erhöhter Leerlauf (>2000 U/min) max. 0,2 % vol
CO-Gehalt (LPG) Erhöhter Leerlauf (>2000 U/min) max. 0,3 % vol
CO-Gehalt (beide) Leerlauf max. 0,3 % vol
Lambda-Wert (beide) Erhöhter Leerlauf 0,97 – 1,03
TÜV-Relevant

Werden die Grenzwerte in auch nur einem der beiden Betriebsmodi überschritten, gilt die gesamte Abgasuntersuchung als nicht bestanden. Eine Nachprüfung ist erforderlich, was zusätzliche Kosten verursacht. Eine Mängelliste des Prüfers gibt Aufschluss über die Ursache.

Die genauen, für Dein Fahrzeug geltenden Herstellervorgaben kann der Prüfer seiner Datenbank entnehmen. Die Einhaltung dieser Werte ist für eine erfolgreiche AU LPG unerlässlich. Weitere Informationen zu Prüfverfahren stellt auch der VdTÜV bereit.

Häufige Fehlerursachen und Lösungsansätze bei der AU LPG

Fällt ein Fahrzeug bei der AU LPG durch, liegt die Ursache oft an einer mangelhaften Wartung oder einer fehlerhaften Einstellung der Gasanlage. Eine häufige Fehlerquelle ist eine über die Jahre „verstellte“ Gasanlagen-Software. Das Kennfeld passt nicht mehr optimal zum Motor, was zu einer schlechten Gemischbildung führt. Auch Defekte an der Zündanlage, wie verschlissene Zündkerzen oder defekte Zündspulen, machen sich im Gasbetrieb stärker bemerkbar und führen zu erhöhten HC-Werten. Eine alternde oder träge Lambdasonde kann das Gemisch nicht mehr schnell genug regeln, was den Lambda-Wert außerhalb der Toleranz treibt. Ebenso kann Falschluft durch undichte Schläuche im Ansaugtrakt das Messergebnis verfälschen. Bei der Fehlersuche sollte eine Fachwerkstatt systematisch vorgehen und nicht auf Verdacht Teile tauschen. Das Auslesen des Fehlerspeichers ist dabei nur der erste Schritt. Eine genaue Analyse der Live-Daten während des Betriebs gibt oft den entscheidenden Hinweis.

Profi-Tipp

Lass Deine Gasanlage etwa 1.000 Kilometer vor dem Termin zur Hauptuntersuchung von einem Fachbetrieb prüfen und justieren. Das beugt bösen Überraschungen bei der AU LPG vor und spart die Kosten für eine Nachprüfung.

Eine regelmäßige Wartung, wie sie vom Hersteller der Gasanlage vorgeschrieben wird, ist die beste Prävention. Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist die Zahl der Fahrzeuge mit Gasantrieb zwar rückläufig, die technische Instandhaltung bleibt aber für den bestehenden Fahrzeugpark essenziell.

Die doppelte AU LPG eine sinnvolle und notwendige Prüfung ist, um die Umweltverträglichkeit und Betriebssicherheit von Autogas-Fahrzeugen zu gewährleisten. Mit einer regelmäßig gewarteten und korrekt eingestellten Gasanlage ist diese Prüfung keine große Hürde. Die Investition in eine professionelle Wartung vor der Hauptuntersuchung zahlt sich aus, indem sie teure und ärgerliche Nachprüfungen vermeidet und für einen sauberen Betrieb Deines Autos sorgt.

Häufige Fragen

Was kostet die AU für ein LPG-Fahrzeug?

Die Kosten für eine AU bei einem LPG-Fahrzeug sind in der Regel 20 bis 40 Euro höher als bei einem reinen Benziner. Der Grund ist der zusätzliche Messaufwand für den zweiten Betriebsmodus. Die Gesamtkosten für HU und AU liegen damit meist zwischen 150 und 180 Euro, je nach Prüforganisation und Region.

Warum ist die AU bei Autogas teurer?

Die höheren Kosten resultieren direkt aus der gesetzlich vorgeschriebenen Doppelmessung. Der Prüfer muss den kompletten Messzyklus zweimal durchführen: einmal für den Benzinbetrieb und einmal für den Gasbetrieb. Dieser Mehraufwand an Zeit und Arbeit wird dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt, was die Prüfung verteuert.

Was passiert, wenn nur ein Betriebsmodus (Benzin oder Gas) die AU besteht?

Wenn das Fahrzeug die Abgaswerte in nur einem der beiden Betriebsmodi einhält, gilt die gesamte Abgasuntersuchung als nicht bestanden. Es wird keine Prüfplakette erteilt. Du erhältst einen Mängelbericht und musst den Fehler beheben lassen. Anschließend ist eine kostenpflichtige Nachprüfung erforderlich.

Muss die Gasanlagenprüfung (GSP) extra gemacht werden?

Ja, seit 2023 ist die Gasanlagenprüfung (GSP) wieder ein eigenständiger und verpflichtender Prüfpunkt, der vor der Hauptuntersuchung stattfinden muss. Sie ist nicht mehr in die AU integriert. Bei der GSP werden Dichtheit, Befestigung und Funktion der Gasanlage geprüft. Ohne gültige GSP kann die HU nicht begonnen werden.