Die AU Wohnmobil ist ein gesetzlich vorgeschriebener Teil der Hauptuntersuchung, der die Abgasemissionen deines Fahrzeugs prüft. Für Diesel-Wohnmobile werden per Endrohrmessung die Rauchgastrübung (k-Wert) und über die OBD-Schnittstelle die elektronischen Systeme kontrolliert, um die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte sicherzustellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechtsgrundlage: Die AU ist nach § 47a StVZO Pflicht und fester Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU).
- Fristen: Wohnmobile über 3,5 t müssen nach 6 Jahren jährlich zur HU/AU, leichtere Modelle alle zwei Jahre.
- Prüfung (Diesel): Es erfolgt eine Sichtprüfung, eine OBD-Fehlerspeicher-Abfrage und eine Messung der Rauchtrübung am Endrohr.
- Grenzwerte: Der entscheidende k-Wert liegt je nach Euro-Norm und EZ zwischen 0,7 m⁻¹ (Euro 6) und 3,0 m⁻¹ (alte Turbodiesel).
- Häufige Fehler: Defekte AGR-Ventile, verstopfte Partikelfilter und Fehler im Motormanagement sind die häufigsten Gründe für das Nichtbestehen.
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Die AU Wohnmobil ist für Dich als Halter eines Campers ein wiederkehrender und wichtiger Termin, der über die Zuteilung der neuen HU-Plakette entscheidet. Insbesondere bei schweren Diesel-Wohnmobilen gelten strenge Vorschriften, deren Einhaltung im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) penibel kontrolliert wird. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet der Paragraph § 47a in Verbindung mit Anlage VIII und VIIIa der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Diese Untersuchung stellt sicher, dass Dein Fahrzeug die gesetzlich vorgeschriebenen Abgasnormen erfüllt und somit Umwelt und Gesundheit schont. Eine nicht bestandene Wohnmobil Abgasuntersuchung führt unweigerlich zu einer verweigerten Plakette und einem teuren Nachprüfungstermin. Deshalb ist eine gute Vorbereitung entscheidend.
Rechtliche Grundlagen und Fristen für die AU Wohnmobil
Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 ein fester und nicht mehr separat durchführbarer Bestandteil der Hauptuntersuchung. Die Prüfintervalle richten sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) und dem Alter Deines Wohnmobils. Gemäß Anlage VIII zur StVZO gelten folgende Fristen: Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zGG müssen nach der Erstzulassung nach 36 Monaten zur ersten HU inklusive AU, danach alle 24 Monate. Für Wohnmobile mit einem zGG zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen verkürzt sich der Rhythmus: Nach den ersten 72 Monaten (6 Jahren) ist eine Untersuchung alle 12 Monate vorgeschrieben. Schwere Wohnmobile über 7,5 Tonnen müssen von Anfang an jährlich zur Prüfung. Die bestandene Prüfung wird durch die HU-Plakette am Kennzeichen nachgewiesen. Ein separater Nachweis für die AU, wie die frühere sechseckige Plakette, existiert nicht mehr. Der Prüfbericht der HU listet die Ergebnisse der AU jedoch als eigenen Punkt auf und ist ein wichtiges Dokument, das Du aufbewahren solltest.
Der Prüfablauf der Wohnmobil Abgasuntersuchung im Detail
Der Ablauf der AU ist standardisiert und folgt klaren Vorgaben, um eine objektive Bewertung der Abgaswerte zu gewährleisten. Ein Prüfingenieur einer amtlich anerkannten Überwachungsorganisation (wie TÜV, DEKRA, KÜS, GTÜ) führt die Messungen durch. Die Prüfung gliedert sich in mehrere Schritte, die bei modernen Fahrzeugen mit der On-Board-Diagnose (OBD) beginnen.
Schritt 1: Die Sicht- und OBD-Prüfung
Zunächst erfolgt eine Sichtprüfung der gesamten Abgasanlage. Der Prüfer kontrolliert Auspuff, Katalysator und eventuell den Dieselpartikelfilter auf Beschädigungen, Undichtigkeiten oder unzulässige Modifikationen. Anschließend wird ein Diagnosegerät an die OBD2-Schnittstelle Deines Wohnmobils angeschlossen. Das System liest den Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts aus. Ist die Motorkontrollleuchte aktiv oder ein abgasrelevanter Fehlercode gespeichert, gilt die AU Wohnmobil sofort als nicht bestanden. Zudem werden die sogenannten Readiness-Codes geprüft. Diese zeigen an, ob alle abgasrelevanten Systemtests vom Fahrzeug selbst erfolgreich abgeschlossen wurden. Wurde der Fehlerspeicher kurz vor der Prüfung gelöscht, sind diese Codes nicht gesetzt, was ebenfalls zum Nichtbestehen führt.
Schritt 2: Die Endrohrmessung beim Diesel-Wohnmobil
Ist die OBD-Prüfung erfolgreich, folgt bei Diesel-Fahrzeugen die entscheidende Messung am Endrohr. Dafür muss der Motor seine Betriebstemperatur erreicht haben, was in der Regel eine Öltemperatur von mindestens 80 Grad Celsius bedeutet. Eine Messung am kalten Motor würde die Abgaswerte verfälschen. Der Prüfer führt eine Sonde in den Auspuff ein und misst die Rauchgastrübung (Opazität) während einer sogenannten „freien Beschleunigung“. Dabei wird der Motor im Leerlauf mehrfach schnell bis zur Abregeldrehzahl hochgedreht. Der dabei gemessene Absorptionskoeffizient, der k-Wert, ist der entscheidende Messwert für die AU Wohnmobil.
Ein aktiver Fehlercode im Motorsteuergerät, insbesondere wenn die Motorkontrollleuchte leuchtet, führt ohne weitere Messung zum sofortigen Nichtbestehen der AU. Kläre solche Fehler unbedingt vor dem Prüftermin in einer Fachwerkstatt.
Grenzwerte und häufige Mängel bei der AU Wohnmobil
Die Grenzwerte für die Rauchgastrübung sind streng und hängen von der Euro-Norm und dem Erstzulassungsdatum Deines Campers ab. Die Einhaltung dieser Werte ist für eine erfolgreiche AU Wohnmobil unerlässlich. Eine Übersicht der wichtigsten k-Werte findest Du in der folgenden Tabelle.
| Fahrzeugtyp / Abgasnorm | Grenzwert (k-Wert in m⁻¹) |
|---|---|
| Diesel-PKW (auch Wohnmobile) bis EZ 30.06.2008 ohne Aufladung | 2,5 |
| Diesel-PKW (auch Wohnmobile) bis EZ 30.06.2008 mit Aufladung | 3,0 |
| Diesel Euro 4 / 5 (ab EZ 01.07.2008) | 1,5 |
| Diesel Euro 6 | 0,7 (oder der niedrigere Hersteller-Richtwert) |
Wenn Dein Fahrzeug diese Werte überschreitet, liegt in der Regel ein technischer Defekt vor. Laut dem Mängelreport des VdTÜV gehören Probleme mit der Abgasreinigung zu den häufigsten Beanstandungen bei der Hauptuntersuchung. Die häufigsten Ursachen für eine nicht bestandene Camper AU sind:
- Defektes AGR-Ventil: Ein verkoktes oder klemmendes Ventil für die Abgasrückführung führt zu falschen Gemischwerten.
- Verstopfter Dieselpartikelfilter (DPF): Ist der Filter überladen und kann sich nicht mehr regenerieren, steigt der Abgasgegendruck und die Trübungswerte verschlechtern sich.
- Fehlerhafte Sensoren: Defekte Luftmassenmesser, Lambdasonden oder Temperatursensoren liefern dem Motorsteuergerät falsche Daten, was die Gemischbildung stört.
- Undichtigkeiten im System: Risse im Ladeluftschlauch oder undichte Stellen im Ansaugtrakt führen zu einer fehlerhaften Verbrennung.
Vorbereitung und Tipps zur bestandenen Camper AU
Du kannst die Wahrscheinlichkeit einer bestandenen AU Wohnmobil mit einigen einfachen Maßnahmen deutlich erhöhen. Die wichtigste Regel lautet: Fahre Dein Wohnmobil vor dem Prüftermin ausreichend warm. Eine kurze Fahrt zur Prüfstelle um die Ecke reicht nicht aus. Der Motor und die gesamte Abgasanlage inklusive Katalysator und Partikelfilter müssen ihre volle Betriebstemperatur erreichen. Fahre mindestens 20 bis 30 Minuten, am besten auch ein Stück auf der Autobahn oder Bundesstraße mit erhöhter Drehzahl. Dies hilft nicht nur, die korrekte Messtemperatur zu erreichen, sondern kann auch eine eventuell anstehende Regeneration des Dieselpartikelfilters anstoßen und den Filter „freibrennen“. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die regelmäßige Wartung. Ein frischer Ölwechsel und saubere Luftfilter können die Abgaswerte positiv beeinflussen. Wenn Du die Möglichkeit hast, lies den Fehlerspeicher vorab mit einem eigenen OBD2-Scanner aus. So kannst Du potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und beheben lassen, bevor sie beim offiziellen Termin zum Problem werden.
Kündige bei der Prüfstelle an, dass Du zur AU Wohnmobil kommst. Viele Prüfer lassen Dich dann direkt in die Halle fahren, damit der Motor nicht wieder abkühlt, während Du im Büro wartest. Das kann entscheidend sein.
Die AU Wohnmobil ist mehr als nur eine gesetzliche Schikane. Sie ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und ein Indikator für die Gesundheit des Motors Deines Fahrzeugs. Eine sorgfältige Vorbereitung und regelmäßige Wartung sind der beste Weg, um die Prüfung auf Anhieb zu bestehen und sich unnötige Kosten und Ärger für eine Nachprüfung zu ersparen. So steht der nächsten entspannten Reise mit einer gültigen HU-Plakette nichts mehr im Wege. Eine Übersicht der zugelassenen Fahrzeuge stellt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereit.
Alle unsere Ratgeber zu TÜV & HU findest du gebündelt in der TÜV & HU-Übersicht. Dort siehst du das gesamte Themen-Cluster im Zusammenhang und findest passende weiterführende Artikel.
Häufige Fragen
Was kostet die Abgasuntersuchung für ein Wohnmobil?
Da die AU ein fester Teil der Hauptuntersuchung ist, wird sie nicht einzeln berechnet. Die Kosten für die gesamte HU eines Wohnmobils variieren je nach Gewichtsklasse und Prüforganisation. Rechne für ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen mit Kosten zwischen 120 und 180 Euro für die kombinierte Prüfung.
Wie oft muss mein Wohnmobil zur AU?
Die Frequenz der AU ist an die der Hauptuntersuchung gekoppelt. Bis 3,5 Tonnen zGG alle 24 Monate (nach der Erstprüfung nach 36 Monaten). Von 3,5 bis 7,5 Tonnen bis zum 6. Jahr alle 24 Monate, danach jährlich. Über 7,5 Tonnen musst Du von Anfang an jedes Jahr zur Prüfung.
Was passiert, wenn mein Wohnmobil die AU nicht besteht?
Besteht Dein Wohnmobil die AU nicht, wird auch keine neue HU-Plakette erteilt. Du erhältst eine Mängelliste und hast in der Regel einen Monat Zeit, die Mängel zu beheben und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzuführen. Diese ist kostenpflichtig. Versäumst Du die Frist, wird eine komplett neue Hauptuntersuchung fällig.
Kann ich die AU für mein Wohnmobil auch separat machen lassen?
Nein, seit 2010 ist die Abgasuntersuchung ein integraler Bestandteil der Hauptuntersuchung und kann nicht mehr als eigenständige Prüfung im Vorfeld durchgeführt werden. Nur anerkannte AU-Werkstätten dürfen die Messung im Rahmen der HU durchführen, die dann von einem Prüfingenieur abgenommen wird.