Die Bremsen beim E-Auto für die HU werden besonders auf Rost und Funktion geprüft, da sie durch Rekuperation seltener genutzt werden. Der Prüfer kontrolliert nach § 29 StVZO die Bremswirkung, den Zustand der Bremsscheiben und -beläge sowie die Freigängigkeit. Ein verrostetes oder ungleichmäßiges Tragbild führt oft zum Nichtbestehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Weniger Verschleiß: Dank Rekuperation halten Bremsbeläge und -scheiben bei E-Autos oft über 150.000 Kilometer.
- Rost als Hauptproblem: Seltene Nutzung führt zu Flugrost und sogenanntem „Verglasen“ der Beläge, was die Bremsleistung mindert.
- HU-Prüfung: Der Prüfer achtet penibel auf das Tragbild der Bremsscheibe und führt einen Funktionstest auf dem Bremsenprüfstand durch.
- HV-System-Check: Neben den Bremsen prüft die HU bei E-Autos auch das Hochvoltsystem, Ladekabel und die Isolationsfestigkeit.
- Regelmäßige Wartung: Um Mängel bei der HU zu vermeiden, solltest Du die Bremsen regelmäßig stark nutzen und warten lassen.
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Die Bremsen beim E-Auto für die HU stellen viele Fahrzeughalter vor ein Rätsel. Einerseits versprechen die Hersteller eine enorme Langlebigkeit, da durch die Rekuperation die mechanische Bremse geschont wird. Andererseits warnen Prüforganisationen wie der TÜV oder die DEKRA vor einem neuen, typischen Mangelbild: verrostete und in ihrer Funktion beeinträchtigte Bremsanlagen. Dieser Ratgeber klärt auf, warum die Bremsen Deines Elektroautos eine besondere Behandlung benötigen, welche spezifischen Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) auf Dich zukommen und wie Du sicherstellst, dass Dein E-Auto die begehrte HU-Plakette ohne Beanstandungen erhält.
Rekuperation: Segen für die Reichweite, Fluch für die Bremse
Das Kernprinzip eines Elektroautos ist die Effizienz. Dazu gehört die Rückgewinnung von Energie beim Verzögern, die sogenannte Rekuperation. Statt die Bewegungsenergie wie bei einem Verbrenner an den Bremsen in Wärme umzuwandeln und zu verlieren, wird der Elektromotor zum Generator. Er bremst das Fahrzeug ab und speist gleichzeitig Strom zurück in den Akku. Diese Rekuperation Bremsen übernehmen im Alltag bis zu 90 % aller Verzögerungsvorgänge. Die mechanische Scheibenbremse wird oft nur bei starken Bremsmanövern oder zum Anhalten auf den letzten Metern benötigt. Die Folge: Bremsbeläge und Bremsscheiben halten nicht selten über 150.000 Kilometer. Das Problem dabei ist die mangelnde Nutzung. Durch seltene und oft nur sanfte Beanspruchung können sich Feuchtigkeit und Streusalz auf den Bremsscheiben festsetzen. Es bildet sich Flugrost, der sich zu tiefgehender Korrosion entwickeln kann. Das Tragbild der Bremse wird ungleichmäßig, Riefen entstehen und die Bremsbeläge können „verglasen“, also ihre Oberfläche verhärten, was den Reibwert und damit die Bremsleistung drastisch reduziert.
Die Hauptuntersuchung beim E-Auto: Neue Prüfpunkte nach StVZO
Die Hauptuntersuchung für Elektrofahrzeuge ist in der Anlage VIII zu § 29 StVZO geregelt und umfasst neben allen klassischen Prüfpunkten eines Verbrenners auch spezifische Komponenten des Hochvoltsystems. Während die Abgasuntersuchung (AU) entfällt, kommen neue, sicherheitsrelevante Prüfungen hinzu. Laut dem VdTÜV-Verband haben sich die Prüforganisationen auf bundesweit einheitliche Standards geeinigt, um die Sicherheit von Elektro- und Hybridfahrzeugen zu gewährleisten. Deine Werkstatt und der Prüfingenieur achten daher auf zusätzliche Aspekte, die es beim Verbrenner nicht gibt.
| Prüfpunkt | Verbrennerfahrzeug | Elektrofahrzeug |
|---|---|---|
| Abgasanlage | Prüfung auf Dichtheit, Zustand und Abgaswerte (AU) | Entfällt |
| Hochvoltsystem | Nicht vorhanden | Prüfung auf Beschädigung der Leitungen, Befestigung der Batterie, Isolationswiderstand |
| Ladeanschluss & Ladekabel | Nicht vorhanden | Sichtprüfung auf Beschädigung, Korrosion und korrekte Funktion der Verriegelung |
| Bremsanlage | Prüfung auf Verschleiß, Funktion und Dichtheit | Zusätzlicher Fokus auf Korrosion, Tragbild und Freigängigkeit aufgrund von Rekuperation |
| Geräuschentwicklung | Prüfung der Auspufflautstärke | Prüfung des Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) bei niedrigen Geschwindigkeiten |
Ein beschädigtes Ladekabel oder ein korrodierter Ladeanschluss am Fahrzeug können als „Erheblicher Mangel“ (EM) eingestuft werden. Dies führt zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung, da hier eine unmittelbare Gefahr für den Nutzer besteht.
Fokus auf die Bremsen E-Auto HU: Was der Prüfer genau kontrolliert
Die Prüfung der Bremsanlage ist bei jedem Fahrzeug ein zentraler Bestandteil der HU. Bei einem Elektroauto schaut der Prüfer jedoch mit besonderer Sorgfalt hin. Die Herausforderung für die E-Auto Bremsbeläge beim TÜV und die Scheiben ist nicht der Verschleiß, sondern die mangelnde Selbstreinigung und die daraus resultierende Korrosion. Die Prüfung gliedert sich in zwei Teile: die Sichtprüfung und den Funktionstest auf dem Bremsenprüfstand.
Die Prüfung der Bremsen E-Auto HU im Detail
Bei der Sichtprüfung wird das Tragbild der Bremsscheiben an Vorder- und Hinterachse begutachtet. Der Prüfer achtet auf Riefen, Rostnarben und darauf, ob der Bremsbelag die Scheibe vollflächig kontaktiert. Eine Bremsscheibe, die nur noch zu 75 % oder weniger vom Belag genutzt wird, gilt als erheblicher Mangel. Ebenso wird die Mindestdicke der Beläge und Scheiben kontrolliert. Auf dem Bremsenprüfstand wird anschließend die Bremswirkung für jede Achse einzeln gemessen. Entscheidend ist nicht nur die absolute Bremskraft, sondern auch die Gleichmäßigkeit zwischen linkem und rechtem Rad. Eine Abweichung von mehr als 25 % führt ebenfalls zum Durchfallen. Gerade bei verrosteten Bremsen tritt dieser Mangel häufig auf. Auch die Funktion der elektrischen Feststellbremse wird hier überprüft.
Typische Mängel und Kosten: So vermeidest Du die Nachprüfung
Laut Mängelstatistiken von Prüforganisationen und dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gehören korrodierte Bremsscheiben an der Hinterachse zu den häufigsten erheblichen Mängeln bei der Bremsen E-Auto HU. Da die Hinterachsbremse oft noch weniger beansprucht wird als die vordere, ist sie besonders anfällig. Die Kosten für eine HU bei einem E-Auto liegen mit etwa 130 bis 150 Euro leicht über denen eines Verbrenners (ca. 110 bis 130 Euro), da der Mehraufwand für die Prüfung des HV-Systems berechnet wird. Eine teure Nachprüfung (ca. 30 Euro) und den damit verbundenen Ärger kannst Du jedoch mit einfachen Mitteln vermeiden.
Führe regelmäßig ein sogenanntes „Freibremsen“ durch. Bremse dafür auf einer sicheren, freien Strecke aus höherer Geschwindigkeit (z.B. 80 km/h) mehrmals kräftig, aber ohne eine Vollbremsung hinzulegen. Dies reinigt die Scheiben von Flugrost und Ablagerungen und sorgt für ein gleichmäßiges Tragbild.
Die Langlebigkeit der Bremskomponenten eines E-Autos kein Freifahrtschein für nachlässige Wartung ist. Die besondere Betriebsweise erfordert ein Umdenken beim Halter. Eine regelmäßige, bewusste Nutzung der mechanischen Bremse ist der Schlüssel, um die Bremsanlage funktionstüchtig zu halten und die Hürde der Hauptuntersuchung problemlos zu meistern. Die spezifischen Prüfungen des HV-Systems unterstreichen zudem den hohen Sicherheitsanspruch, der an die Elektromobilität gestellt wird.
Alle unsere Ratgeber zu TÜV & HU findest du gebündelt in der TÜV & HU-Übersicht. Dort siehst du das gesamte Themen-Cluster im Zusammenhang und findest passende weiterführende Artikel.
Häufige Fragen
Warum rosten die Bremsen bei Elektroautos so schnell?
Die Bremsen rosten schneller, weil sie durch die Rekuperation (Energierückgewinnung) viel seltener benutzt werden als bei einem Verbrenner. Dadurch können sich Feuchtigkeit und Schmutz auf den Scheiben ablagern und zu Korrosion führen, da die reinigende Wirkung durch Reibung fehlt.
Wie oft müssen Bremsbeläge bei einem E-Auto gewechselt werden?
Die Wechselintervalle für E-Auto Bremsbeläge sind deutlich länger. Oft halten sie über 150.000 Kilometer. Der Tausch ist meist nicht wegen Verschleiß, sondern wegen Alterung, Verglasung oder Beschädigung durch eine verrostete Bremsscheibe notwendig. Eine regelmäßige Sichtkontrolle ist daher wichtiger als feste Kilometer-Intervalle.
Ist der TÜV bzw. die HU für ein E-Auto teurer?
Ja, die Hauptuntersuchung für ein Elektroauto ist in der Regel 20 bis 30 Euro teurer als für ein vergleichbares Verbrennerfahrzeug. Der Grund dafür ist der zusätzliche Prüfaufwand für das Hochvoltsystem, die Ladeanschlüsse und die spezifischen Sicherheitskomponenten, der mehr Zeit und spezielle Qualifikationen des Prüfers erfordert.
Kann ich wegen eines kaputten Ladekabels bei der HU durchfallen?
Ja. Sowohl ein sichtlich beschädigtes Ladekabel (z.B. Risse in der Isolierung) als auch ein defekter oder stark korrodierter Ladeanschluss am Fahrzeug selbst werden als erheblicher Sicherheitsmangel gewertet. Dies führt zum Nichtbestehen der Hauptuntersuchung, da eine unmittelbare Gefahr eines Stromschlags besteht.