Fehlercode P1733
Schaltmagnetventil E Stromkreisstörung oder Fehlfunktion
Der Fehlercode P1733 bedeutet, dass das Getriebesteuergerät (TCM) eine elektrische Störung oder eine mechanische Fehlfunktion im Stromkreis des Schaltmagnetventils E festgestellt hat.
Was meldet das Steuergerät?
Das Getriebesteuergerät (TCM) hat eine Abweichung im Stromkreis des Schaltmagnetventils E registriert. Konkret wurde entweder eine Spannung, ein Widerstand oder eine Stromstärke gemessen, die außerhalb des vom Hersteller definierten Sollbereichs liegt. Dies kann ein offener Stromkreis (kein Durchgang), ein Kurzschluss nach Masse oder Plus, oder ein unplausibler Widerstandswert der Magnetventilspule sein. Das Steuergerät erwartet, dass das Ventil auf elektrische Ansteuerung mit einer bestimmten hydraulischen Reaktion antwortet, die über andere Sensoren (z.B. Drehzahl- oder Drucksensoren) verifiziert wird. Bleibt diese erwartete Reaktion aus oder ist das elektrische Signal von vornherein fehlerhaft, wird der Fehler gesetzt.
Die Diagnoseroutine für den Fehler P1733 läuft kontinuierlich, sobald die Zündung eingeschaltet ist und das Getriebe betriebsbereit ist. Das TCM überwacht permanent die elektrischen Parameter des Schaltmagnetventils E. Wenn ein Messwert, beispielsweise der Widerstand der Spule, für eine Dauer von typischerweise 2 bis 5 Sekunden um mehr als 10-20% vom Sollwert abweicht, wird der Fehler als 'schwebend' gespeichert. Tritt der Fehler in zwei aufeinanderfolgenden Fahrzyklen auf, wird die Motorkontrollleuchte (oder eine Getriebewarnleuchte) aktiviert und der Fehlercode P1733 als 'bestätigt' im Fehlerspeicher abgelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass es sich nicht um eine nur kurzzeitig aufgetretene, sporadische Störung handelt.
Ein Schaltmagnetventil, auch Solenoid genannt, ist ein elektromagnetisch betätigtes Ventil im Schaltschieberkasten (Ventilkörper) des Automatikgetriebes. Es besteht aus einer Spule und einem beweglichen Stößel (Plunger). Wenn das TCM die Spule mit Strom versorgt, entsteht ein Magnetfeld, das den Stößel bewegt. Dieser öffnet oder schließt daraufhin einen Ölkanal und steuert so den Fluss des Getriebeöls zu den Kupplungen und Bremsbändern, die für das Einlegen der Gänge verantwortlich sind. Ein Ausfall kann durch einen elektrischen Defekt (durchgebrannte Spule, interner Kurzschluss), mechanischen Verschleiß (klemmender Stößel) oder durch Verschmutzungen im Getriebeöl verursacht werden, die das Ventil blockieren.
Dieser Fehlercode ist als moderat kritisch einzustufen. Ein direkter Motorschaden ist zwar nicht zu befürchten, jedoch kann die Funktion des Automatikgetriebes erheblich beeinträchtigt sein. In vielen Fällen aktiviert das Steuergerät ein Notlaufprogramm für das Getriebe, das meist im 2. oder 3. Gang verharrt, um weitere Schäden zu vermeiden und eine Weiterfahrt zur Werkstatt zu ermöglichen. Ignoriert man den Fehler, können harte Schaltvorgänge, rutschende Kupplungen und eine erhöhte thermische Belastung des Getriebeöls zu teuren mechanischen Folgeschäden am Getriebe führen. Eine zeitnahe Diagnose und Reparatur ist daher dringend anzuraten.
Typische Symptome bei P1733
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Fehlercode P1733 aktiv ist. Je mehr Symptome zutreffen, desto wahrscheinlicher:
- Die Motorkontrollleuchte oder eine separate Getriebewarnleuchte leuchtet auf.
- Harte oder ruckartige Schaltvorgänge, besonders beim Wechsel in bestimmte Gänge.
- Das Getriebe schaltet nicht mehr in alle Gänge oder bleibt in einem Gang stecken (Notlauf).
- Verzögertes Einlegen einer Fahrstufe (D oder R) aus dem Stand.
- Das Fahrzeug beschleunigt schlecht oder die Motordrehzahl ist beim Schalten ungewöhnlich hoch.
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch durch ineffiziente Schaltpunkte.
Häufige Ursachen
Nach Wahrscheinlichkeit geordnet – arbeite die Liste von oben nach unten ab, bevor du Teile tauschst.
Niedriger oder verschmutzter Getriebeölstand
Sehr häufigDie häufigste Ursache für Getriebeprobleme aller Art. Zu wenig Öl führt zu unzureichendem Hydraulikdruck, während altes, verbranntes oder mit Abrieb verschmutztes Öl die feinen Kanäle und Ventile im Schaltschieberkasten blockieren kann.
📊 Ab ca. 80.000 km, besonders wenn die Wechselintervalle nicht eingehalten wurden.
Defektes Schaltmagnetventil E
HäufigDas Magnetventil selbst ist ein Verschleißteil. Die Spule kann durchbrennen oder einen internen Kurzschluss entwickeln. Auch mechanisches Klemmen durch Abrieb im Öl ist eine gängige Ausfallursache.
📊 Typischerweise ab 120.000 km, kann aber auch früher auftreten.
Probleme im Kabelbaum oder an Steckverbindungen
GelegentlichVibrationen, Hitze und Feuchtigkeit können über die Jahre zu Kabelbrüchen, durchgescheuerter Isolierung oder Korrosion an den Steckern führen. Besonders der Hauptstecker am Getriebe ist anfällig für Öl- und Wassereintritt.
📊 Eher bei älteren Fahrzeugen (über 10 Jahre) oder nach unsachgemäßen Reparaturen.
Mechanischer Verschleiß im Schaltschieberkasten
SeltenNeben dem Magnetventil können auch die Bohrungen und andere Ventile im Schaltschieberkasten (Ventilkörper) verschleißen. Dies führt zu internen Leckagen und Druckverlusten, die das Steuergerät als Fehlfunktion interpretieren kann.
📊 Meist erst bei sehr hohen Laufleistungen über 200.000 km.
Defektes Getriebesteuergerät (TCM)
Sehr seltenEin Ausfall des Steuergeräts selbst ist die unwahrscheinlichste Ursache. Meist sind es kalte Lötstellen oder durch Spannungsspitzen beschädigte Endstufen, die den Fehler verursachen. Dies sollte immer als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden.
📊 Keine typische Laufleistung, kann jederzeit auftreten, ist aber extrem selten.
Diagnose Schritt für Schritt
Systematische Fehlersuche vom günstigsten zum aufwändigsten Schritt. Notiere nach jedem Schritt das Ergebnis.
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Schritt 1
Sichtprüfung & Fehlerspeicher auslesen
Lies den Fehlerspeicher aus und notiere alle Codes sowie die dazugehörigen Freeze-Frame-Daten. Prüfe den Bereich um das Getriebe auf sichtbare Undichtigkeiten, beschädigte Kabel oder korrodierte Stecker.
Soll-Ergebnis: Der Fehlerspeicher zeigt P1733 und eventuell weitere getrieberelevante Codes. Die Sichtprüfung zeigt idealerweise keine äußeren Beschädigungen. -
Schritt 2
Getriebeölstand und -zustand prüfen
Bringe das Getriebe auf die vom Hersteller vorgeschriebene Prüftemperatur (oft 40-60°C). Prüfe bei laufendem Motor den Ölstand an der Kontrollschraube oder mit dem Peilstab. Entnimm eine kleine Probe und beurteile Farbe und Geruch. Schwarzes, verbrannt riechendes Öl deutet auf starken Verschleiß hin.
Soll-Ergebnis: Der Ölstand ist korrekt im Sollbereich, das Öl ist klar, rot/gelb und riecht nicht verbrannt. -
Schritt 3
Widerstand des Schaltmagnetventils messen
Trenne den Hauptstecker am Getriebe. Identifiziere mit dem Schaltplan die beiden Pins für das Schaltmagnetventil E. Miss den Widerstand zwischen diesen beiden Pins. Vergleiche den Wert mit dem Sollwert des Herstellers.
Soll-Ergebnis: Der gemessene Widerstand liegt im vom Hersteller angegebenen Sollbereich (z.B. 10-20 Ohm). Ein Wert nahe 0 Ohm deutet auf einen Kurzschluss, ein unendlich hoher Wert (OL) auf einen offenen Stromkreis hin. -
Schritt 4
Kabelbaum zum Getriebesteuergerät prüfen
Trenne die Stecker am Getriebe und am TCM. Prüfe die beiden Leitungen zum Magnetventil E auf Durchgang (Widerstand < 1 Ohm). Prüfe anschließend jede der beiden Leitungen einzeln gegen Fahrzeugmasse und gegen Plus, um Kurzschlüsse auszuschließen.
Soll-Ergebnis: Alle Leitungen haben vollen Durchgang und keinen Kurzschluss nach Masse oder Plus. -
Schritt 5
Stellglieddiagnose und Ansteuerung prüfen
Wenn alle bisherigen Prüfungen unauffällig waren, kann mit einem geeigneten Tester das Magnetventil direkt angesteuert werden (Stellgliedtest). Man sollte dabei ein Klicken vom Ventil hören. Eine noch genauere Prüfung erfolgt mit einem Oszilloskop, um das Ansteuersignal (meist ein PWM-Signal) vom TCM direkt am Stecker zu messen.
Soll-Ergebnis: Das Ventil klickt bei Ansteuerung hörbar und das Oszilloskop zeigt ein sauberes, korrektes Ansteuersignal vom Steuergerät.
Messwerte & Sollwerte
Referenzwerte für die Live-Daten-Diagnose mit OBD2-Scanner oder Multimeter.
| Messwert | Bedingung | Sollwert | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Widerstand Schaltmagnetventil E | Motor aus, Stecker am Getriebe getrennt, Bauteil bei ca. 20°C | 10 - 20 Ohm | ± 2 Ohm (Herstellerangabe prüfen!) |
| Spannungsversorgung am Magnetventil | Zündung an, Motor aus, Ventil wird per Stellglieddiagnose angesteuert | Batteriespannung (ca. 12V) | ± 0.5 V |
| Getriebeöltemperatur zur Füllstandskontrolle | Motor im Leerlauf, alle Gänge durchgeschaltet | 40 - 60 °C | Herstellerspezifisch |
Reparaturkosten im Detail
| Diagnose in der Werkstatt (Fehlerspeicher, Ölkontrolle) | 60 – 120 € |
| Schaltmagnetventil (OE-Qualität) | 80 – 250 € |
| Getriebeölwechsel mit Filter (Material) | 100 – 200 € |
| Arbeitszeit (Ölwanne ab, Ventil tauschen, befüllen) | 150 – 400 € |
Richtwerte für freie Werkstätten in Deutschland (Stand 2026). Bei Markenwerkstätten liegen die Arbeitskosten 20–40 % höher. Reine Fehlerspeicher-Diagnose kostet typischerweise 40–80 €.
Hersteller-spezifische Hinweise
Der gleiche Code kann bei verschiedenen Marken unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auffälligkeiten:
Bei Fahrzeugen mit DSG (Direktschaltgetriebe) kann P1733 auf einen Fehler des Kupplungspositionsgebers 2 hindeuten. Die Symptome sind ähnlich (Ruckeln, Notlauf), die Diagnose konzentriert sich hier aber auf den Sensor in der Mechatronik und nicht auf ein klassisches Schaltmagnetventil.
Bei älteren BMW-Modellen mit ZF- oder GM-Automatikgetrieben ist der Fehler oft auf ein klemmendes Magnetventil zurückzuführen, das durch verschmutztes Öl verursacht wird. Ein Getriebeölwechsel oder eine Spülung kann hier manchmal schon Abhilfe schaffen, bevor das Ventil getauscht wird.
Ähnlich wie bei BMW, insbesondere bei den 5G-Tronic (722.6) und 7G-Tronic (722.9) Getrieben, sind Probleme mit den Magnetventilen auf der Elektrohydraulischen Steuereinheit (EHS) bekannt. Oft wird hier die gesamte EHS getauscht oder überholt.
Bei Modellen wie Focus oder Mondeo mit dem 4F27E oder CD4E Automatikgetriebe ist P1733 ein häufiger Code für ein defektes Schaltmagnetventil. Der Tausch ist relativ unkompliziert nach Demontage der Getriebeölwanne möglich.
Bei Opel-Fahrzeugen mit Automatikgetriebe (z.B. im Insignia oder Astra) deutet der Code ebenfalls klassisch auf ein Problem mit dem Magnetventil oder dessen Verkabelung hin. Korrosion am Getriebestecker ist hier eine gelegentliche Ursache.
Kann ich das selbst reparieren?
Der Tausch erfordert das Ablassen des Getriebeöls und die Demontage der Ölwanne, was sauberes Arbeiten voraussetzt.
OBD2-Diagnosegerät, Multimeter, Steckschlüsselsatz, Drehmomentschlüssel, Auffangwanne für Öl, Trichter oder Befüllpumpe
Für erfahrene Hobbyschrauber mit Hebebühne und dem richtigen Werkzeug ist der Tausch des Magnetventils machbar. Absolute Sauberkeit ist entscheidend, um keinen Schmutz ins offene Getriebe zu bringen. Wer sich unsicher ist oder keine Möglichkeit hat, die Öltemperatur exakt zu messen, sollte die Arbeit einer Werkstatt überlassen.
Wann zur Werkstatt?
Du solltest definitiv eine Werkstatt aufsuchen, wenn das Getriebe in den Notlauf geht und sich nicht mehr richtig schalten lässt. Auch wenn du dir bei der Diagnose unsicher bist, ist der Gang zum Profi ratsam, da Fehldiagnosen schnell teuer werden können. Für Getriebeprobleme ist eine auf Automatikgetriebe spezialisierte freie Werkstatt oft die beste Wahl, da sie über mehr Erfahrung und Spezialwerkzeug verfügt als eine allgemeine Werkstatt. Die Markenwerkstatt ist dann die richtige Adresse, wenn es um Softwareupdates für das Getriebesteuergerät geht oder das Fahrzeug noch unter Garantie steht.
So beugst du vor
Die beste Vorbeugung gegen den Fehler P1733 und viele andere Getriebeprobleme ist die strikte Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Intervalle für den Getriebeölwechsel. Auch wenn manche Hersteller von einer 'Lebensdauerfüllung' sprechen, empfehlen Experten einen Wechsel alle 60.000 bis 80.000 km. Dies hält das Öl sauber und schützt die empfindlichen mechanischen und elektronischen Bauteile im Getriebe vor vorzeitigem Verschleiß. Eine defensive Fahrweise ohne ständige Kickdown-Manöver schont das Getriebe zusätzlich.
Ähnliche Codes
Häufige Fragen zum Fehlercode
Kann ich mit dem Fehlercode P1733 noch fahren?
Wie lange dauert die Reparatur?
Ist P1733 ein Garantiefall?
Fehler gelöscht – kommt er wieder?
Gibt es eine einfache Sofort-Prüfung?
Bestehe ich die Hauptuntersuchung (TÜV) mit diesem Code?
Fazit
Der Fehlercode P1733 ist ein ernstzunehmender Hinweis auf ein Problem in der Getriebesteuerung, meist verursacht durch ein defektes Schaltmagnetventil oder Probleme mit dem Getriebeöl. Ignorieren solltest du diesen Fehler auf keinen Fall, da sonst teure mechanische Getriebeschäden drohen. Die Diagnose ist für eine Fachwerkstatt oder einen erfahrenen Schrauber meist unkompliziert. In vielen Fällen ist die Reparatur durch den Tausch des Ventils und einen Ölwechsel erfolgreich und wirtschaftlich sinnvoll, um die Lebensdauer des Getriebes zu sichern.