Fehlercode P1739
Getriebedruckschalter 3. Gang Signal fehlerhaft
Der Fehlercode P1739 bedeutet, dass das Getriebesteuergerät ein unplausibles Signal vom Druckschalter für die 3. Gang-Kupplung empfangen hat. Dies deutet auf ein Problem im hydraulischen oder elektrischen Steuerkreis des dritten Ganges hin.
Was meldet das Steuergerät?
Das Getriebesteuergerät (TCM) hat eine Diskrepanz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Zustand des Druckschalters für die dritte Fahrstufe (oft als Kupplung C bezeichnet) festgestellt. Wenn das TCM den Befehl gibt, den dritten Gang einzulegen, erwartet es ein Signal vom Druckschalter, das bestätigt, dass der entsprechende Hydraulikkreis unter Druck steht. Bleibt dieses Signal aus oder liegt es an, obwohl der Gang nicht eingelegt sein sollte, interpretiert das Steuergerät dies als Fehler und setzt den Code P1739.
Die Diagnoseroutine des Steuergeräts überwacht kontinuierlich die Spannungssignale der verschiedenen Getriebedruckschalter. Für den P1739 wird geprüft, ob der Schalter für den 3. Gang innerhalb eines definierten Zeitfensters nach dem Schaltbefehl seinen Zustand von 'AUS' (niedrige Spannung) auf 'AN' (hohe Spannung) ändert. Passiert dies nicht oder ist der Zustand permanent 'AN' oder 'AUS', wird ein interner Fehlerzähler erhöht. Überschreitet dieser Zähler über mehrere Fahrzyklen hinweg einen Schwellenwert, wird die Motorkontrollleuchte (oder eine spezifische Getriebewarnleuchte) aktiviert und der Fehlercode P1739 im Fehlerspeicher abgelegt.
Der Getriebedruckschalter ist ein einfacher Sensor, der in der Regel als Öffner oder Schließer arbeitet. Er ist im hydraulischen Kreislauf des Getriebes, oft am Ventilsteuerkörper (Schaltschieberkasten), montiert. Seine Aufgabe ist es, dem TCM eine binäre Rückmeldung (Druck vorhanden / kein Druck vorhanden) zu geben. Physikalisch besteht er aus einer Membran, die bei ausreichendem Öldruck einen elektrischen Kontakt schließt oder öffnet. Ursachen für einen Ausfall sind oft interner Verschleiß der mechanischen Teile, eine verhärtete oder gerissene Membran oder Verunreinigungen im Getriebeöl, die den Schalter blockieren.
Dieser Fehlercode ist als mäßig kritisch einzustufen. Ein direkter Motorschaden ist unwahrscheinlich, jedoch wird die Funktion des Automatikgetriebes erheblich beeinträchtigt. Das Fahrzeug kann in den Notlaufmodus wechseln, wobei oft nur noch bestimmte Gänge (z.B. der 2. und 4. Gang) verfügbar sind, um eine Weiterfahrt zur Werkstatt zu ermöglichen. Ignoriert man das Problem, können die fehlerhaften Schaltvorgänge zu erhöhtem Verschleiß an den Kupplungslamellen und anderen mechanischen Bauteilen des Getriebes führen, was teure Folgeschäden nach sich ziehen kann.
Typische Symptome bei P1739
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Fehlercode P1739 aktiv ist. Je mehr Symptome zutreffen, desto wahrscheinlicher:
- Die Motorkontrollleuchte oder eine Getriebewarnleuchte (z.B. 'D' blinkt bei Honda) ist an.
- Harte oder verzögerte Schaltvorgänge, besonders beim Schalten in oder aus dem 3. Gang.
- Das Getriebe schaltet nicht mehr in den 3. Gang oder überspringt ihn.
- Das Fahrzeug geht in den Getriebe-Notlauf und bleibt in einem Gang (oft 2. oder 4.) stecken.
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch durch ineffiziente Schaltstrategie.
- Ruckeln oder Rutschen des Getriebes während der Fahrt.
Häufige Ursachen
Nach Wahrscheinlichkeit geordnet – arbeite die Liste von oben nach unten ab, bevor du Teile tauschst.
Niedriger oder verschmutzter Getriebeölstand
Sehr häufigDie häufigste Ursache ist oft die einfachste. Zu wenig Öl führt zu unzureichendem Hydraulikdruck, während altes, verunreinigtes Öl die feinen Kanäle und die Schalter selbst verstopfen oder blockieren kann. Eine einfache Prüfung des Ölstands und -zustands gibt hier schnell Aufschluss.
📊 Ab ca. 80.000 km oder bei vernachlässigten Wartungsintervallen
Defekter Druckschalter für den 3. Gang
HäufigDer Schalter selbst kann durch Alterung und thermische Belastung ausfallen. Die interne Membran kann reißen oder der elektrische Kontakt korrodieren, was zu einem permanenten Offen- oder Geschlossen-Zustand führt. Dies ist ein klassisches Verschleißteil.
📊 Ab ca. 120.000 km
Elektrische Probleme (Kabelbaum, Stecker)
GelegentlichBeschädigungen am Kabelbaum durch Vibrationen, Marderbiss oder Hitzeschäden können zu Kabelbrüchen oder Kurzschlüssen führen. Auch korrodierte Pins am Stecker des Druckschalters oder am Getriebesteuergerät sind eine mögliche Ursache.
📊 Fahrzeugalter über 10 Jahre oder nach unsachgemäßen Reparaturen
Defektes Schaltmagnetventil (Solenoid)
SeltenObwohl der Fehlercode auf den Druckschalter verweist, kann ein fehlerhaftes Magnetventil die Ursache sein. Wenn das Solenoid nicht korrekt öffnet, um den Hydraulikdruck für den 3. Gang aufzubauen, kann der Druckschalter logischerweise keinen Druck melden.
Fehlerhaftes Getriebesteuergerät (TCM)
Sehr seltenIn sehr seltenen Fällen kann der Fehler im Getriebesteuergerät selbst liegen. Ein interner Defekt in der Eingangsschaltung, die das Signal des Druckschalters verarbeitet, kann den Fehlercode auslösen, obwohl Sensor und Verkabelung in Ordnung sind. Dies sollte immer die letzte geprüfte Möglichkeit sein.
Diagnose Schritt für Schritt
Systematische Fehlersuche vom günstigsten zum aufwändigsten Schritt. Notiere nach jedem Schritt das Ergebnis.
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Schritt 1
Sichtprüfung & Getriebeölkontrolle
Zuerst den Fehlerspeicher auslesen, um P1739 und eventuelle Begleitfehler zu bestätigen. Anschließend den Getriebeölstand bei korrekter Temperatur (Herstellervorgabe beachten!) und den Zustand des Öls prüfen. Achte auf verbrannten Geruch oder starke Verunreinigungen.
Soll-Ergebnis: Der Ölstand ist im Soll-Bereich und das Öl ist klar, rot und riecht nicht verbrannt. Keine weiteren relevanten Fehlercodes sind gespeichert. -
Schritt 2
Prüfung des Druckschaltersignals über Live-Daten
Mit einem geeigneten Tester die Live-Daten des Getriebes aufrufen. Den Parameter für den 'Druckschalter 3. Gang' oder 'Clutch C Pressure Switch' suchen. Während einer Probefahrt (oder auf der Hebebühne bei laufendem Motor) die Gänge manuell durchschalten und beobachten, ob der Status des Schalters (AN/AUS) sich passend zum eingelegten 3. Gang ändert.
Soll-Ergebnis: Der Status des Schalters wechselt zuverlässig von 'AUS' zu 'AN', sobald der 3. Gang eingelegt wird, und zurück zu 'AUS', wenn er verlassen wird. -
Schritt 3
Elektrische Prüfung des Druckschalters
Den Stecker vom Druckschalter am Getriebe abziehen. Mit dem Multimeter den Widerstand zwischen den Pins des Schalters messen. Bei den meisten Schaltern sollte der Widerstand unendlich (offener Kreis) sein und bei anliegendem Druck (Motor an, Gang eingelegt - VORSICHT!) auf nahe Null Ohm (geschlossener Kreis) fallen. Alternativ den ausgebauten Schalter mit leichtem Druckluft beaufschlagen und die Funktion prüfen.
Soll-Ergebnis: Der Schalter zeigt im drucklosen Zustand einen unendlichen Widerstand und bei Druck einen Widerstand von unter 1 Ohm. -
Schritt 4
Prüfung der Verkabelung
Den Stecker vom Druckschalter und vom Getriebesteuergerät (TCM) abziehen. Gemäß Schaltplan eine Durchgangsprüfung für die Signalleitung und die Masseleitung zwischen den beiden Steckern durchführen. Zusätzlich jede Leitung gegen Masse und Batteriespannung auf Kurzschlüsse prüfen.
Soll-Ergebnis: Alle Leitungen haben einen Durchgangswiderstand von unter 1 Ohm und keinen Kurzschluss gegen Masse oder Plus. -
Schritt 5
Prüfung des Hydraulikdrucks und des Magnetventils
Wenn Schalter und Verkabelung in Ordnung sind, muss der tatsächliche Hydraulikdruck im Kreis des 3. Gangs geprüft werden. Dazu wird ein Manometer am entsprechenden Prüfanschluss des Getriebes angeschlossen. Per Diagnosetester wird das Magnetventil für den 3. Gang angesteuert und der Druckaufbau beobachtet. Bleibt der Druck aus, ist wahrscheinlich das Magnetventil oder ein interner Defekt die Ursache.
Soll-Ergebnis: Bei Ansteuerung des Magnetventils baut sich der vom Hersteller vorgegebene Hydraulikdruck im Messkreis auf.
Messwerte & Sollwerte
Referenzwerte für die Live-Daten-Diagnose mit OBD2-Scanner oder Multimeter.
| Messwert | Bedingung | Sollwert | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Widerstand Druckschalter (drucklos) | Motor aus, Stecker abgezogen | > 1 MΩ (unendlich) | |
| Widerstand Druckschalter (unter Druck) | Motor an, 3. Gang eingelegt oder Schalter ausgebaut und mit Druckluft beaufschlagt | < 1 Ω | |
| Spannung Signalleitung am TCM | Zündung an, Stecker am TCM angeschlossen, 3. Gang nicht eingelegt | ca. 0 V | ±0.5 V |
Reparaturkosten im Detail
| Diagnose in der Werkstatt (inkl. Live-Daten) | 80 – 150 € |
| Druckschalter (Marken-OE) | 50 – 120 € |
| Getriebeöl (falls Wechsel nötig) | 60 – 120 € |
| Arbeitszeit (1,0-2,5 Stunden) | 100 – 250 € |
Richtwerte für freie Werkstätten in Deutschland (Stand 2026). Bei Markenwerkstätten liegen die Arbeitskosten 20–40 % höher. Reine Fehlerspeicher-Diagnose kostet typischerweise 40–80 €.
Hersteller-spezifische Hinweise
Der gleiche Code kann bei verschiedenen Marken unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auffälligkeiten:
Bei Fahrzeugen des VAG-Konzerns mit Doppelkupplungsgetriebe (DSG) kann ein ähnlicher Code auf einen Fehler des Kupplungspositions- oder Wegsensors hinweisen, nicht zwingend auf einen Druckschalter. Die Diagnose muss hier auf die Mechatronik und deren Sensorik fokussiert werden.
Bei BMW ist dieser spezifische Code P1739 unüblich. Vergleichbare Fehler im Automatikgetriebe werden durch herstellerspezifische Codes im EGS-Steuergerät (Elektronische Getriebesteuerung) angezeigt.
Auch bei Mercedes-Benz wird P1739 selten verwendet. Probleme mit den Druckreglern oder Schaltschiebern im Getriebesteuergerät (oft Teil der EHS - Elektrohydraulischen Steuereinheit) erzeugen eigene, spezifische Fehlercodes.
Dieser Fehlercode ist sehr häufig bei Honda- und Acura-Modellen mit 5-Gang-Automatikgetriebe aus den frühen 2000er Jahren (z.B. Accord, Odyssey, Pilot, TL, MDX). Oft sind gleich mehrere Druckschalter (z.B. 2. und 3. Gang) gleichzeitig oder kurz nacheinander defekt und sollten paarweise getauscht werden. Das Blinken der 'D'-Anzeige im Kombiinstrument ist ein klares Indiz für einen Getriebefehler.
Kann ich das selbst reparieren?
Der Austausch erfordert oft das Ablassen von Getriebeöl und die Arbeit an einer schwer zugänglichen Stelle.
OBD2-Diagnosegerät, Multimeter, Steckschlüsselsatz (ggf. mit langer Verlängerung), Drehmomentschlüssel, Auffangwanne für Öl, Trichter
Für erfahrene Hobbyschrauber mit dem richtigen Werkzeug ist der Austausch des Schalters machbar, sofern er von außen zugänglich ist. Die elektrische Diagnose erfordert jedoch Fachkenntnisse. Bei Unsicherheit oder wenn der Fehler nach dem Tausch weiterhin besteht, ist der Gang zur Werkstatt unumgänglich, da dann ein tiefergehendes Problem vorliegt.
Wann zur Werkstatt?
Ein Besuch in der Werkstatt ist dringend anzuraten, sobald das Getriebe in den Notlauf geht oder die Schaltvorgänge sehr hart werden, um teure Folgeschäden an der Getriebemechanik zu vermeiden. Wenn du dir bei der elektrischen Diagnose unsicher bist oder nicht über einen Schaltplan verfügst, ist ebenfalls der Profi gefragt. Eine freie Werkstatt mit gutem Ruf im Bereich Getriebetechnik ist für diesen Fehler absolut ausreichend. Nur wenn der Verdacht auf das Steuergerät fällt oder ein Softwareupdate nötig sein könnte, ist die Markenwerkstatt eventuell im Vorteil.
So beugst du vor
Die beste Vorbeugung gegen den Fehlercode P1739 ist die strikte Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Getriebeölwechselintervalle. Verwende ausschließlich das für dein Fahrzeug spezifizierte Getriebeöl (z.B. Honda ATF-DW1), da falsches Öl die Hydraulik und die Dichtungen angreifen kann. Regelmäßige Ölwechsel halten das System sauber, verhindern Ablagerungen und gewährleisten eine optimale Funktion der empfindlichen Druckschalter und Magnetventile. Eine sanfte Fahrweise ohne übermäßige Kickdown-Starts schont das Getriebe zusätzlich.
Ähnliche Codes
Häufige Fragen zum Fehlercode
Kann ich mit dem Fehlercode P1739 noch fahren?
Wie lange dauert die Reparatur?
Ist P1739 ein Garantiefall?
Fehler gelöscht – kommt er wieder?
Gibt es eine einfache Sofort-Prüfung?
Besteht man die Hauptuntersuchung (TÜV) mit diesem Code?
Fazit
Der Fehlercode P1739 ist ein ernstzunehmender Hinweis auf ein Problem in der Steuerung deines Automatikgetriebes, speziell im Kreis des dritten Ganges. In den meisten Fällen, besonders bei Honda-Fahrzeugen, ist die Ursache ein defekter Druckschalter oder ein Problem mit dem Getriebeöl. Eine zeitnahe Diagnose und Reparatur sind entscheidend, um die Fahrsicherheit zu gewährleisten und kostspielige Folgeschäden am Getriebe zu verhindern. Während erfahrene Schrauber den Austausch des Schalters selbst wagen können, ist bei Unsicherheiten der Gang zum Fachmann immer die sicherste und beste Wahl.