Fehlercode P24C6
Partikelsensor Temperatur Schaltkreis Signal zu niedrig
Der Fehlercode P24C6 bedeutet, dass das Motorsteuergerät ein zu niedriges Spannungssignal im internen Temperatur-Schaltkreis des Partikelsensors festgestellt hat. Dies deutet auf ein Problem mit dem Sensor selbst oder seiner Verkabelung hin.
Was meldet das Steuergerät?
Das Motorsteuergerät (ECM) hat eine Unplausibilität im Temperaturüberwachungskreis des Partikelsensors (PM-Sensor) detektiert. Konkret ist die gemessene Spannung des internen Temperatursensors unter den vom Hersteller definierten Schwellenwert gefallen. Das ECM erwartet ein bestimmtes Spannungslevel, das die Betriebstemperatur des Sensors widerspiegelt, welche für eine korrekte Messung der Rußpartikel im Abgas unerlässlich ist. Ein zu niedriges Signal deutet auf einen Kurzschluss nach Masse, eine Leitungsunterbrechung oder einen Defekt im Sensor selbst hin.
Die On-Board-Diagnose (OBD) überwacht diesen Schaltkreis kontinuierlich, sobald der PM-Sensor nach dem Motorstart aktiviert wird. Um den Fehlercode P24C6 zu setzen, muss die Spannung für eine vordefinierte Zeitspanne, typischerweise einige Sekunden, unter einem bestimmten Grenzwert (z.B. 0,2 Volt) liegen. Diese Routine stellt sicher, dass es sich nicht um eine kurzzeitige, plausible Schwankung handelt, sondern um einen permanenten Hardwarefehler. Sobald der Fehler gesetzt ist, wird die Motorkontrollleuchte aktiviert und die Überwachung der DPF-Effizienz über den PM-Sensor ausgesetzt.
Der Partikelsensor, oft auch als Ruß- oder PM-Sensor bezeichnet, ist ein hochentwickeltes Bauteil im Abgasstrang, das nach dem Dieselpartikelfilter (DPF) positioniert ist. Seine Aufgabe ist es, die Konzentration von Rußpartikeln im gereinigten Abgas zu messen und so die einwandfreie Funktion des DPF zu überprüfen. Er besteht aus einer Sensorkeramik mit Elektroden und einem integrierten Heizelement, das den Sensor auf eine Betriebstemperatur von mehreren hundert Grad Celsius aufheizt. Ausfälle können durch thermische Schocks, Vibrationen, innere Kurzschlüsse im Heizelement oder durch Korrosion an den elektrischen Anschlüssen verursacht werden.
Dieser Fehlercode ist als mäßig kritisch einzustufen. Ein direkter Motorschaden ist zwar nicht zu erwarten, jedoch ist die Abgasreinigung nicht mehr vollständig gewährleistet. Das Steuergerät wird in der Regel die Regeneration des Dieselpartikelfilters sperren, um Folgeschäden zu vermeiden. Dies kann langfristig zur Verstopfung des DPF führen, was eine sehr teure Reparatur nach sich zieht. Oftmals wird auch das Notlaufprogramm mit spürbar reduzierter Motorleistung aktiviert, um den Fahrer zum Werkstattbesuch zu zwingen.
Typische Symptome bei P24C6
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Fehlercode P24C6 aktiv ist. Je mehr Symptome zutreffen, desto wahrscheinlicher:
- Die Motorkontrollleuchte (MKL) leuchtet dauerhaft.
- Die Warnleuchte für den Dieselpartikelfilter (DPF) kann zusätzlich aufleuchten.
- Das Fahrzeug besteht die Abgasuntersuchung (AU) nicht.
- Reduzierte Motorleistung, da das Notlaufprogramm aktiv sein kann.
- Die automatische DPF-Regeneration wird vom System unterbunden.
- In einigen Fällen kann der Kraftstoffverbrauch leicht ansteigen.
Häufige Ursachen
Nach Wahrscheinlichkeit geordnet – arbeite die Liste von oben nach unten ab, bevor du Teile tauschst.
Defekter Partikelsensor
Sehr häufigDer PM-Sensor ist extremen thermischen Belastungen und Vibrationen ausgesetzt. Das interne Heizelement oder der Temperatursensor selbst kann ausfallen, was zu einem unplausiblen Signal führt. Dies ist die mit Abstand häufigste Ursache für diesen Fehlercode.
📊 Ab ca. 100.000 km, gehäuft bei Fahrzeugen mit viel Kurzstreckenverkehr.
Beschädigte Verkabelung oder Steckverbindung
HäufigDer Kabelbaum zum Sensor verläuft am Unterboden und ist anfällig für Beschädigungen durch Aufsetzen, Steinschlag oder Marderbiss. Ein Kabelbruch oder ein korrodierter Pin im Stecker führt zu einer Signalunterbrechung.
📊 Kann bei jeder Laufleistung durch äußere Einflüsse auftreten.
Kurzschluss nach Masse im Signalkabel
GelegentlichEine durchgescheuerte Isolierung des Signalkabels kann zu einem Kontakt mit der Fahrzeugmasse (Chassis) führen. Dies zieht die Signalspannung auf nahezu null Volt und löst den Fehlercode P24C6 aus.
Feuchtigkeit und Korrosion im Stecker
SeltenEindringendes Wasser, beispielsweise durch eine beschädigte Dichtung am Stecker, kann zu Korrosion führen. Dies erzeugt Übergangswiderstände oder Kurzschlüsse, die das Sensorsignal verfälschen.
📊 Eher bei Fahrzeugen älter als 6 Jahre oder bei häufigen Fahrten durch Wasser.
Defektes Motorsteuergerät (ECM)
Sehr seltenEin interner Defekt im Motorsteuergerät ist extrem unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Der Eingangsschaltkreis, der das Sensorsignal verarbeitet, kann ausfallen. Diese Ursache sollte erst nach Ausschluss aller anderen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.
Diagnose Schritt für Schritt
Systematische Fehlersuche vom günstigsten zum aufwändigsten Schritt. Notiere nach jedem Schritt das Ergebnis.
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Schritt 1
Sichtprüfung & Fehlerspeicher auslesen
Lies zunächst den Fehlerspeicher aus und notiere alle gespeicherten Codes sowie die dazugehörigen Freeze-Frame-Daten. Führe anschließend eine gründliche Sichtprüfung des PM-Sensors und seiner Verkabelung am Unterboden durch. Achte auf geschmolzene Stecker, durchgescheuerte Kabel oder Anzeichen von Korrosion.
Soll-Ergebnis: Der Fehlerspeicher zeigt P24C6 als aktiven Fehler. Die Sichtprüfung ergibt idealerweise keine offensichtlichen Schäden, was auf ein internes Problem hindeutet. -
Schritt 2
Elektrische Prüfung der Verkabelung
Trenne den Stecker vom PM-Sensor und vom Motorsteuergerät. Prüfe mit dem Multimeter jede einzelne Ader des Kabelbaums auf Durchgang (Widerstand sollte < 1 Ohm sein). Prüfe anschließend jede Ader gegen Fahrzeugmasse und gegen Batteriespannung auf einen möglichen Kurzschluss.
Soll-Ergebnis: Alle Leitungen weisen einen einwandfreien Durchgang auf und sind frei von Kurzschlüssen. Ist hier ein Fehler messbar, muss der Kabelbaum repariert werden. -
Schritt 3
Spannungsversorgung am Sensorstecker prüfen
Schließe das Motorsteuergerät wieder an, lasse aber den Sensor abgesteckt. Schalte die Zündung ein und miss die Spannungsversorgung und die Masseverbindung direkt an den Pins des sensorseitigen Steckergehäuses. Vergleiche die Werte mit den Sollwerten aus dem Stromlaufplan.
Soll-Ergebnis: Die Spannungsversorgung (z.B. 5V oder 12V) und die Masse liegen korrekt an. Ist dies nicht der Fall, liegt das Problem in der Zuleitung oder am Steuergerät. -
Schritt 4
Signalspannung prüfen (Live-Daten)
Schließe den Sensor wieder an und beobachte die Live-Daten des PM-Temperatursensors mit dem Diagnosegerät. Ein defekter Sensor zeigt oft einen festen, unrealistisch niedrigen Wert (z.B. 0,0V oder -40°C), der sich auch bei laufendem Motor nicht ändert.
Soll-Ergebnis: Ein intakter Sensor würde einen plausiblen, sich mit der Abgastemperatur ändernden Wert anzeigen. Ein permanent niedriger Wert bei intakter Verkabelung bestätigt den Sensordefekt. -
Schritt 5
Partikelsensor ersetzen
Wenn die Schritte 1-4 ergeben haben, dass die Verkabelung intakt ist und der Sensor selbst das fehlerhafte Signal liefert, muss er ersetzt werden. Der Sensor ist in den Auspuff geschraubt und kann festsitzen. Nach dem Tausch müssen die Fehlercodes gelöscht und ggf. eine Anlernprozedur über das Diagnosegerät gestartet werden.
Soll-Ergebnis: Nach dem Austausch des Sensors und dem Löschen des Fehlerspeichers bleibt der Fehlercode P24C6 dauerhaft gelöscht und die MKL erlischt.
Messwerte & Sollwerte
Referenzwerte für die Live-Daten-Diagnose mit OBD2-Scanner oder Multimeter.
| Messwert | Bedingung | Sollwert | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Spannungsversorgung am PM-Sensor | Zündung an, Sensor abgesteckt | Herstellerspezifisch, oft 5V oder 12V | ±0.5V |
| Masseverbindung am PM-Sensor | Zündung an, Sensor abgesteckt | < 1 Ohm gegen Batterieminus | |
| Signalspannung Temperaturkreis (Live-Daten) | Motor im Leerlauf, warm | Plausibler Wert > 0.5V, veränderlich |
Reparaturkosten im Detail
| Diagnose in der Werkstatt | 80 – 150 € |
| Partikelsensor (Marken-OE) | 250 – 500 € |
| Partikelsensor (Nachbau) | 120 – 250 € |
| Arbeitszeit (Diagnose & Einbau) | 100 – 200 € |
Richtwerte für freie Werkstätten in Deutschland (Stand 2026). Bei Markenwerkstätten liegen die Arbeitskosten 20–40 % höher. Reine Fehlerspeicher-Diagnose kostet typischerweise 40–80 €.
Hersteller-spezifische Hinweise
Der gleiche Code kann bei verschiedenen Marken unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auffälligkeiten:
Sehr häufig bei neueren TDI-Motoren (z.B. EA288) ab Euro 6. Oft ist der Sensor selbst die Ursache. Es existieren teilweise Technische Produktinformationen (TPIs), die den Austausch des Sensors und ein Softwareupdate des Motorsteuergeräts empfehlen.
Tritt bei modernen Dieselmotoren (z.B. B47, B57) auf. Die Diagnose ist standardisiert, wobei BMW-spezifische Diagnosetester geführte Prüfpläne anbieten, die die Fehlersuche erleichtern.
Bekannt bei BlueTEC-Modellen mit OM651 und Nachfolgern. Mercedes bezeichnet den Sensor als 'Rußsensor'. Die Ausfallursache ist meist ein interner Defekt des Sensors.
Bei Fahrzeugen mit EcoBlue-Dieselmotoren kann dieser Fehler auftreten. Hier sollte besonders auf die Steckverbindungen und mögliche Korrosion geachtet werden, bevor der teure Sensor getauscht wird.
Modelle wie der Insignia B oder Astra K mit neueren CDTI-Motoren sind ebenfalls betroffen. Die Vorgehensweise ist identisch, die häufigste Ursache ist auch hier ein defekter Sensor.
Kann ich das selbst reparieren?
Erfordert eine systematische elektrische Diagnose mit Multimeter und Stromlaufplan sowie Arbeiten am Unterboden des Fahrzeugs.
OBD2-Diagnosegerät, Multimeter, Steckschlüsselsatz, Drehmomentschlüssel, Rostlöser, Stromlaufplan
Wenn du Erfahrung in der elektrischen Fehlersuche hast und sicher am Fahrzeug arbeiten kannst, ist die Diagnose und der Austausch machbar. Der größte Fehler ist der Tausch des teuren Sensors ohne vorherige Prüfung der Verkabelung. Im Zweifel ist der Gang zur Werkstatt die sicherere und oft auch günstigere Option.
Wann zur Werkstatt?
Ein Werkstattbesuch ist dringend anzuraten, sobald die Motorkontrollleuchte in Kombination mit einer Leistungsreduzierung (Notlauf) auftritt. Da dieser Fehler die DPF-Regeneration blockiert, riskierst du bei längerer Weiterfahrt einen verstopften Partikelfilter, dessen Austausch über 2.000 Euro kosten kann. Eine freie Werkstatt mit guter Diagnoseausstattung kann diesen Fehler in der Regel problemlos beheben. Eine Markenwerkstatt ist dann von Vorteil, wenn herstellerspezifische Softwareupdates oder bekannte Serienfehler vorliegen.
So beugst du vor
Um die Lebensdauer des Partikelsensors und des gesamten Abgassystems zu maximieren, solltest du reinen Kurzstreckenbetrieb vermeiden. Regelmäßige längere Fahrten (über 30 Minuten bei Autobahngeschwindigkeit) helfen, das System freizubrennen und thermische Belastungen zu reduzieren. Achte auf die Einhaltung der Wartungsintervalle und verwende ausschließlich vom Hersteller freigegebenes Motoröl. Die Verwendung von hochwertigem Kraftstoff kann ebenfalls zur Reduzierung der Rußbildung beitragen.
Ähnliche Codes
Häufige Fragen zum Fehlercode
Kann ich mit dem Fehlercode P24C6 noch fahren?
Wie lange dauert die Reparatur?
Ist P24C6 ein Garantiefall?
Fehler gelöscht – kommt er wieder?
Gibt es eine einfache Sofort-Prüfung?
Bestehe ich den TÜV/die AU mit diesem Code?
Fazit
Der Fehlercode P24C6 ist ein klarer Hinweis auf ein Problem im Temperaturkreis des Partikelsensors, meist verursacht durch einen Defekt im Sensor selbst. Eine Weiterfahrt ohne Reparatur ist nicht ratsam, da teure Folgeschäden am Dieselpartikelfilter drohen. Die Diagnose erfordert eine systematische elektrische Prüfung, um den Austausch teurer Teile auf Verdacht zu vermeiden. Wenn du dir bei der elektrischen Fehlersuche unsicher bist, ist der Besuch einer kompetenten Werkstatt der beste Weg, um das Problem schnell und kosteneffizient zu beheben.