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Partikelfilter AU: Diesel ohne DPF? Grenzwerte & Prüfung (2026)

Die Partikelfilter AU ist für Diesel entscheidend. Ohne funktionierenden DPF droht das Aus bei der Hauptuntersuchung. Erfahre hier alles über Grenzwerte, Prüfverfahren nach § 47a StVZO und was bei einem defekten oder entfernten Dieselpartikelfilter passiert. So kommst Du sicher durch den TÜV!

Partikelfilter AU: Diesel ohne DPF? Grenzwerte & Prüfung (2026)
Kurz & klar

Die Partikelfilter AU prüft die Funktion Deines Dieselpartikelfilters durch Messung der Partikelanzahl oder der Rauchgastrübung. Fahrzeuge ab Euro 6 müssen eine Partikelanzahlmessung bestehen, bei der der Grenzwert bei 250.000 Partikeln/cm³ liegt. Ein defekter oder fehlender DPF führt unweigerlich zum Nichtbestehen der Abgasuntersuchung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grenzwerte entscheidend: Ab Euro 6 gilt ein Partikelanzahl-Grenzwert von 250.000/cm³, ältere Diesel werden auf Rauchgastrübung geprüft.
  • Prüfung ist Pflicht: Die AU ist nach § 47a StVZO ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung und für alle Dieselfahrzeuge vorgeschrieben.
  • DPF-Manipulation: Ein entfernter oder manipulierter Dieselpartikelfilter führt zum sofortigen Erlöschen der Betriebserlaubnis und ist strafbar.
  • Fehlerursachen: Häufige Probleme sind ein voller DPF, defekte Sensoren (Druck, Temperatur) oder ein fehlerhafter Regenerationszyklus.
  • Reparatur statt Ausbau: Eine professionelle Reinigung oder der Austausch des Partikelfilters sind die einzigen legalen Wege zur Reparatur.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Die rechtlichen Grundlagen der Partikelfilter AU nach § 47a StVZO
  2. Ablauf der Abgasuntersuchung: Von der Sichtprüfung bis zur Messung
  3. Grenzwerte im Detail: Trübung vs. Partikelanzahl
  4. Häufige Fehlerquellen und was bei der Partikelfilter AU schiefgeht
  5. Häufige Fragen

Die Partikelfilter AU ist ein entscheidender und unumgänglicher TEIL der Hauptuntersuchung (HU) für jedes moderne Dieselfahrzeug. Ohne einen funktionstüchtigen Dieselpartikelfilter (DPF) ist das Bestehen der Abgasuntersuchung, die formal als „Untersuchung des Motormanagements und Abgasreinigungssystems“ bezeichnet wird, ausgeschlossen. Seit 2023 gelten verschärfte REGELN, insbesondere die MESSUNG der Partikelanzahl für Euro-6-DIESEL. Fällst Du hier durch, gibt es keine neue HU-Plakette. In diesem RATGEBER erkläre ich Dir als JURISTIN die rechtlichen GRUNDLAGEN nach § 47a StVZO, die genauen PRÜFABLAUFE und GRENZWERTE und zeige Dir, welche KONSEQUENZEN ein defekter oder gar ausgebauter PARTIKELFILTER hat.

Die rechtlichen Grundlagen der Partikelfilter AU nach § 47a StVZO

Die Abgasuntersuchung (AU) ist kein eigenständiger TERMIN mehr, sondern ein fester BESTANDTEIL der Hauptuntersuchung, geregelt in § 29 StVZO und der zugehörigen ANLAGE VIIIa. Die konkreten Vorgaben für die Prüfung des Abgasverhaltens finden sich in § 47a StVZO. Für DIESELFAHRZEUGE bedeutet das: Die Funktion des Abgasreinigungssystems, allen voran des Dieselpartikelfilters, wird genauestens überprüft. Ziel ist es, die Einhaltung der vorgeschriebenen Abgasgrenzwerte sicherzustellen und Manipulationen aufzudecken. Eine bestandene Dieselpartikelfilter AU ist somit die VORAUSSETZUNG für eine neue HU-Plakette. Je nach Alter und Abgasnorm Deines FAHRZEUGS kommen zwei unterschiedliche Messverfahren zum EINSATZ: die klassische Trübungsmessung für ältere MODELLE (bis Euro 5) und die deutlich präzisere Partikelanzahlmessung für neuere FAHRZEUGE (ab Euro 6). Der VdTÜV veröffentlicht regelmäßig die aktuellen RICHTLINIEN, die für alle Prüforganisationen verbindlich sind.

Profi-Tipp

Prüfe vor dem TERMIN zur Hauptuntersuchung den Fehlerspeicher Deines AUTOS mit einem OBD2-Scanner. Ein aktiver FEHLERCODE im Abgassystem, selbst wenn die Motorkontrollleuchte nicht brennt, führt zum sofortigen Nichtbestehen der Partikelfilter AU.

Ablauf der Abgasuntersuchung: Von der Sichtprüfung bis zur Messung

Die Partikelfilter AU folgt einem streng standardisierten PROTOKOLL, um vergleichbare und rechtssichere ERGEBNISSE zu gewährleisten. Der PRÜFER geht dabei in mehreren SCHRITTEN vor:

  1. Fahrzeugidentifikation und Sichtprüfung: Zuerst werden die Fahrzeugdaten abgeglichen. Danach prüft der SACHVERSTÄNDIGE die gesamte Abgasanlage auf sichtbare MÄNGEL, Undichtigkeiten oder unzulässige MODIFIKATIONEN. Ein leergeräumter DPF oder eine „Downpipe“ ohne KATALYSATOR fällt hier bereits auf.
  2. OBD-Systemprüfung: Im nächsten SCHRITT wird über die OBD2-Schnittstelle das Motorsteuergerät ausgelesen. Der PRÜFER kontrolliert, ob alle abgasrelevanten Systeme (die sogenannten Readiness-Codes) ihre Selbsttests erfolgreich abgeschlossen haben und ob FEHLERCODES im Fehlerspeicher hinterlegt sind.
  3. Konditionierung des MOTORS: Das FAHRZEUG muss für eine korrekte MESSUNG seine Betriebstemperatur erreichen. Dazu wird der MOTOR entweder im Leerlauf bei erhöhter DREHZAHL betrieben oder es erfolgt eine kurze FAHRT. Nur ein betriebswarmer MOTOR und eine heiße ABGASANLAGE liefern plausible WERTE.
  4. Messung am Endrohr: Dies ist der Kern der DPF AU. Eine SONDE wird in das Endrohr eingeführt und misst entweder die Rauchgastrübung (Opazität) oder die ANZAHL der Partikel. Das ERGEBNIS wird mit den gesetzlichen GRENZWERTEN abgeglichen.

Grenzwerte im Detail: Trübung vs. Partikelanzahl

Die entscheidende FRAGE bei jeder Partikelfilter AU ist die Einhaltung der Grenzwerte. Diese unterscheiden sich je nach PRÜFVERFAHREN erheblich. Die folgende TABELLE gibt Dir einen Überblick:

Prüfverfahren Fahrzeugnorm Zulässiger Grenzwert
Trübungsmessung (Opazität) Diesel bis Euro 5 / V Herstellervorgabe (PLAKETTE im Motorraum), maximal k-Wert von 0,5 m⁻¹ bei Fahrzeugen ab 01.07.2008
Partikelanzahlmessung (PN-Messung) Diesel ab Euro 6 / VI 250.000 Partikel pro Kubikzentimeter (#/cm³)

Der GRENZWERT von 250.000 Partikeln bei der PN-Messung klingt hoch, ist aber extrem scharf. Ein intakter Dieselpartikelfilter erreicht im Leerlauf WERTE von unter 10.000 Partikeln/cm³. Ein defekter oder fehlender DPF hingegen emittiert mehrere Millionen PARTIKEL. Die MESSUNG ist also ein klares Ja/Nein-Urteil über die Funktion des FILTERS. Eine Manipulation ist damit praktisch nicht mehr zu verbergen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht die Einhaltung dieser VORGABEN streng.

Häufige Fehlerquellen und was bei der Partikelfilter AU schiefgeht

Ein Nichtbestehen der Abgasuntersuchung hat meist technische Ursachen, die sich beheben lassen. Panik ist also unangebracht. Dennoch solltest Du die ANZEICHEN ernst nehmen und die Ursachenforschung nicht aufschieben. Ein defektes Abgasreinigungssystem kann teure Folgeschäden, wie einen Katalysatorschaden, nach sich ziehen.

DPF voll: Wenn die Regeneration der Partikelfilter AU im Weg steht

Die häufigste URSACHE für Probleme ist ein mit Asche überladener Dieselpartikelfilter. Während der FAHRT verbrennt der FILTER den gesammelten RUß in einem Regenerationsprozess zu ASCHE. Diese ASCHE verbleibt jedoch im FILTER und setzt ihn über die ZEIT zu. Insbesondere bei häufigem Kurzstreckenverkehr wird die für die REGENERATION nötige Temperatur oft nicht erreicht. Die FOLGE: Der DPF verstopft, der Abgasgegendruck steigt und der MOTOR geht in den Notlaufbetrieb. Eine nicht bestandene Partikelfilter AU ist dann vorprogrammiert. Oft hilft eine längere Autobahnfahrt, um eine REGENERATION manuell anzustoßen. Reicht das nicht, ist eine professionelle REINIGUNG in einer Fachwerkstatt die beste LÖSUNG.

Achtung

Der AUSBAU oder die MANIPULATION eines Dieselpartikelfilters ist illegal. Es führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis (§ 19 Abs. 2 StVZO) und stellt eine Steuerhinterziehung dar, da die KFZ-Steuer auf BASIS der eingetragenen Abgasnorm berechnet wird. Die STRAFEN sind empfindlich und eine NACHRÜSTUNG ist unumgänglich.

Weitere häufige Fehlerquellen sind defekte Sensoren, wie der Differenzdrucksensor oder die Abgastemperatursensoren. Liefern diese falsche WERTE an das Motorsteuergerät, wird die REGENERATION nicht korrekt eingeleitet oder abgebrochen. Auch ein defektes AGR-Ventil oder fehlerhafte INJEKTOREN können die Rußbildung stark erhöhen und den DPF überlasten.

Ein intakter Dieselpartikelfilter ist kein Luxus, sondern eine gesetzliche NOTWENDIGKEIT. Die verschärfte Partikelfilter AU stellt sicher, dass die strengen Abgasnormen nicht nur auf dem PAPIER, sondern auch auf der STRASSE eingehalten werden. Ein defekter oder manipulierter DPF bedeutet das sichere AUS bei der Hauptuntersuchung. Statt illegaler Tricks solltest Du auf legale und nachhaltige LÖSUNGEN wie die professionelle REINIGUNG oder den Austausch des Bauteils setzen. Das schont nicht nur die UMWELT und Deinen Geldbeutel vor empfindlichen STRAFEN, sondern sichert auch den WERT Deines FAHRZEUGS.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn mein Diesel die Partikelfilter AU nicht besteht?

Besteht Dein Fahrzeug die AU nicht, wird keine neue HU-Plakette erteilt. Du erhältst einen Mängelbericht und musst den Defekt in einer Werkstatt beheben lassen. Danach ist innerhalb eines Monats eine Nachprüfung erforderlich. Ohne bestandene AU darf das Fahrzeug nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Kann man einen Dieselpartikelfilter reinigen statt austauschen?

Ja, eine professionelle Reinigung ist oft eine kostengünstigere Alternative zum teuren Austausch. Spezialisierte Betriebe können den DPF thermisch oder chemisch reinigen und so die Aschebeladung entfernen, die bei der Regeneration nicht verbrannt wird. Die Erfolgsquote ist bei seriösen Anbietern sehr hoch.

Wie merke ich, dass mein DPF Probleme macht?

Typische Anzeichen sind eine leuchtende Motorkontrollleuchte oder DPF-Warnleuchte im Cockpit, spürbarer Leistungsverlust, ein erhöhter Kraftstoffverbrauch oder das Fahrzeug geht in den Notlaufbetrieb. Oftmals versucht das Auto auch wiederholt und erfolglos, eine Regeneration zu starten.

Welche Fahrzeuge müssen zur Partikelanzahlmessung?

Die Partikelanzahlmessung ist seit dem 01. Juli 2023 für alle Dieselfahrzeuge der Abgasnormen Euro 6 und VI verpflichtend. Ältere Fahrzeuge (Euro 5 und niedriger) werden weiterhin mittels der klassischen Trübungsmessung (Opazimetermessung) auf ihre Abgaswerte bei der AU geprüft.