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Bremsen bei der HU: Was wirklich gemessen und geprüft wird

Deine Bremsen bei der HU sind der wichtigste Sicherheitscheck. Erfahre hier, was auf dem Bremsenprüfstand gemessen wird, welche Grenzwerte gelten und wie Du teure Nachprüfungen vermeidest. So kommst Du sicher durch die Hauptuntersuchung!

Bremsen bei der HU: Was wirklich gemessen und geprüft wird
Kurz & klar

Bei der Prüfung der Bremsen für die HU wird die Bremswirkung auf einem Rollenprüfstand gemessen. Entscheidend sind die Mindestabbremsung (meist >58%), die Gleichmäßigkeit der Bremskraft pro Achse (max. 25% Abweichung) und die Funktion der Feststellbremse. Zusätzlich erfolgt eine Sichtprüfung von Bremsscheiben, Belägen und Leitungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüfstand-Messung: Die Bremskraft jeder Achse wird objektiv in Dekanewton auf dem Rollenprüfstand ermittelt.
  • Sichtprüfung ist entscheidend: Risse in den Bremsscheiben oder verschlissene Beläge führen sofort zum Durchfallen.
  • Bremsflüssigkeit im Fokus: Ein zu niedriger Siedepunkt der Bremsflüssigkeit ist ein häufiger und vermeidbarer Mangel.
  • Abweichung pro Achse: Die Bremskraft zwischen linkem und rechtem Rad darf maximal 25% voneinander abweichen.
  • Feststellbremse zählt: Auch die Handbremse muss eine definierte Mindestbremswirkung von meist 16% erreichen.
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📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Der Bremsenprüfstand: Das Herzstück der Bremsen-HU
  2. Die entscheidenden Messwerte: Abbremsung und Differenz
  3. Sichtprüfung: Was der Prüfer genau unter die Lupe nimmt
  4. Die Feststellbremse: Oft unterschätzt, aber HU-relevant
  5. Häufige Fragen

Die Prüfung der Bremsen bei der HU ist der mit Abstand wichtigste und umfangreichste Einzelposten bei der Hauptuntersuchung. Hier geht es nicht um Schätzungen oder subjektive Eindrücke, sondern um knallharte, messtechnisch erfasste Werte. Viele Autofahrer glauben, solange das Auto irgendwie bremst, passt das schon. Ein fataler Irrtum, der nicht nur die Plakette, sondern vor allem Deine Sicherheit kostet. In meinen 18 Jahren als KFZ-Meister habe ich unzählige Fahrzeuge gesehen, die an einfachen, aber kritischen Mängeln an der Bremsanlage gescheitert sind. Ich zeige Dir, was der Prüfer wirklich misst, wo die Grenzwerte liegen und worauf Du selbst achten kannst, bevor Du zur Prüfstelle fährst.

Der Bremsenprüfstand: Das Herzstück der Bremsen-HU

Das zentrale Werkzeug für die Prüfung der Bremsen bei der HU ist der Rollenbremsenprüfstand. Dein Auto wird mit einer Achse auf zwei angetriebene Rollenpaare gefahren. Der Prüfer startet den Prüfstand, die Räder beginnen sich zu drehen, und Du wirst aufgefordert, die Betriebsbremse langsam und dann mit voller Kraft zu betätigen. Sensoren im Prüfstand messen dabei die Bremskraft, die jedes einzelne Rad auf die Rolle ausübt. Dieser Wert wird in Dekanewton (daN) angegeben. Aus der Summe der Bremskräfte aller Räder und dem zulässigen Gesamtgewicht Deines Fahrzeugs errechnet das System die sogenannte Abbremsung in Prozent. Dieser Wert ist die entscheidende Kennzahl für die Wirksamkeit Deiner Bremsanlage. Die genauen Anforderungen sind in der „HU-Bremsenrichtlinie“ festgelegt und basieren auf den Vorgaben des VdTÜV. Der Prüfstand lügt nicht, er liefert objektive Daten über den Zustand Deiner Bremsen.

Die entscheidenden Messwerte: Abbremsung und Differenz

Auf dem Prüfprotokoll stehen am Ende mehrere entscheidende Werte. Der erste ist die Gesamtabbremsung der Betriebsbremse. Für PKW, die nach aktuelleren Vorschriften zugelassen sind, muss diese mindestens 58 % des zulässigen Gesamtgewichts betragen. Ältere Fahrzeuge haben hier oft geringere Anforderungen von 50 %. Der zweite kritische Wert ist die Abweichung der Bremskräfte zwischen dem linken und rechten Rad einer Achse. Diese darf maximal 25 % betragen, bezogen auf den höheren Wert. Überschreitet die Differenz diese Grenze, ist das ein erheblicher Mangel und die Plakette wird verweigert. Eine solche einseitige Bremswirkung kann dazu führen, dass Dein Auto bei einer Vollbremsung ausbricht. Die Ursachen sind vielfältig: ein festsitzender Bremssattel, verrostete Führungsbolzen oder ein Problem im hydraulischen System. Die Prüfung der Bremsen bei der HU deckt solche gefährlichen Mängel zuverlässig auf.

TÜV-Relevant

Die 25-%-Regel ist einer der häufigsten Gründe für das Nichtbestehen der Bremsenprüfung. Schon ein schwergängiger Bremssattel kann diese Toleranz überschreiten, auch wenn die Gesamtabbremsung noch ausreichend wäre.

Grenzwerte bei der Bremsenprüfung im Überblick

Die genauen Werte können je nach Fahrzeugalter und -typ variieren, aber als grobe Richtlinie für einen modernen PKW gelten folgende Werte auf dem Bremsenprüfstand:

Prüfpunkt Anforderung Typischer Grund für Mängel
Abbremsung Betriebsbremse (Fußbremse) mind. 58 % Verschlissene Beläge/Scheiben, Luft im System
Abweichung pro Achse max. 25 % Bremssattel fest, ungleichmäßiger Verschleiß
Abbremsung Feststellbremse (Handbremse) mind. 16 % Längung der Seilzüge, falsche Einstellung
Blockiergrenze Räder müssen blockieren (ohne ABS) Unzureichende Bremskraft

Sichtprüfung: Was der Prüfer genau unter die Lupe nimmt

Neben der reinen Messung auf dem Prüfstand ist die Sichtprüfung der Bremskomponenten ein elementarer Teil der Untersuchung der Bremsen bei der HU. Der Prüfer schaut sich alles ganz genau an, oft mit einer Lampe und einem Spiegel. Im Fokus stehen dabei die Bremsscheiben und Bremsbeläge. Die Bremsscheiben werden auf Risse, starke Riefenbildung und die Mindestdicke geprüft. Ist das Tragbild schlecht oder die Scheibe unter das vom Hersteller vorgegebene Mindestmaß verschlissen, fällst Du durch. Bei den Bremsbelägen zählt die verbleibende Belagstärke. Liegt diese an der Verschleißgrenze, gibt es keine Plakette. Ein weiterer, extrem wichtiger Punkt sind die Bremsschläuche und -leitungen. Poröse oder aufgequollene Bremsschläuche sind ein erheblicher Mangel. Ebenso werden die festen Bremsleitungen auf starke Korrosion oder mechanische Beschädigungen kontrolliert. Zuletzt wird ein Blick auf den Bremsflüssigkeitsbehälter geworfen. Ist der Füllstand zu niedrig oder die Flüssigkeit sichtlich alt und verfärbt, wird der Prüfer misstrauisch und misst den Siedepunkt. Ein Test, bei dem viele durchfallen.

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Den Siedepunkt Deiner Bremsflüssigkeit kannst Du in jeder Werkstatt für wenige Euro prüfen lassen. Liegt er unter 180 °C, solltest Du sie vor der HU wechseln lassen. Das erspart Dir die Kosten und den Ärger einer Nachprüfung.

Die Feststellbremse: Oft unterschätzt, aber HU-relevant

Viele Fahrer vernachlässigen die Feststellbremse, umgangssprachlich auch Handbremse genannt. Doch auch sie wird bei der Prüfung der Bremsen bei der HU genauestens kontrolliert. Ihre Aufgabe ist es, das Fahrzeug im Stand sicher zu halten. Auf dem Prüfstand muss sie eine Mindestabbremsung von 16 % erreichen. Bei vielen Fahrzeugen wirkt die Feststellbremse über separate Bremsbacken in einer Trommel, die in die hintere Bremsscheibe integriert ist. Häufige Probleme sind hier festgerostete oder gelängte Seilzüge, die eine ausreichende Bremswirkung verhindern. Der Prüfer zieht den Handbremshebel Zahn für Zahn an und beobachtet den Kraftaufbau auf der Anzeige. Der Leerweg darf nicht zu groß sein und die Wirkung muss auf beiden Rädern gleichmäßig einsetzen. Bei Fahrzeugen mit elektronischer Parkbremse (EPB) erfolgt die Prüfung ebenfalls auf dem Prüfstand, wobei der Prüfer den Taster betätigt. Auch hier gelten die gleichen Anforderungen an Wirkung und Gleichmäßigkeit. Eine mangelhafte Feststellbremse ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Grund zum Durchfallen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine bestandene Prüfung der Bremsen bei der HU ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis regelmäßiger Wartung und Kontrolle. Die Kombination aus präziser Messtechnik auf dem Prüfstand und einer sorgfältigen Sichtprüfung durch den Sachverständigen stellt sicher, dass nur verkehrssichere Fahrzeuge eine neue Plakette erhalten. Kümmere Dich um Deine Bremsanlage, denn sie ist Deine Lebensversicherung im Straßenverkehr – nicht nur alle zwei Jahre für den Prüfer.

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Wie im Artikel beschrieben, ist die Sichtprüfung entscheidend. Eine Endoskopkamera gibt Dir die Sicherheit, Mängel wie poröse Bremsschläuche oder Korrosion an unzugänglichen Leitungen selbst zu finden. So gehst Du passend vorbereitet in die Prüfung Deiner Bremsen bei der HU.

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Häufige Fragen

Was ist die maximal zulässige Abweichung der Bremskraft bei der HU?

Die Bremskraft zwischen dem linken und rechten Rad einer Achse darf maximal 25 % voneinander abweichen. Als Referenzwert dient dabei immer das Rad mit der höheren Bremskraft. Eine größere Abweichung führt zu einem erheblichen Mangel und dem Nichtbestehen der Hauptuntersuchung.

Kann man wegen alter Bremsflüssigkeit bei der HU durchfallen?

Ja, definitiv. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, das heißt, sie zieht Wasser an. Dadurch sinkt der Siedepunkt. Fällt der Siedepunkt unter den Grenzwert (meist um 180°C), kann es bei starker Belastung zu Dampfblasenbildung kommen, was einem Totalausfall der Bremse gleichkommt. Dies ist ein erheblicher Mangel.

Wie wird die Mindestabbremsung bei der Hauptuntersuchung berechnet?

Die Mindestabbremsung wird in Prozent angegeben. Sie errechnet sich aus der Summe der am Radumfang gemessenen Bremskräfte, geteilt durch das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs, multipliziert mit 100. Für die Betriebsbremse eines PKW sind in der Regel mindestens 58 % gefordert.

Was bedeutet 'unrundes Bremsen' oder 'Rubbeln' für die HU?

Ein Rubbeln beim Bremsen, das durch ungleichmäßig abgenutzte oder verzogene Bremsscheiben entsteht, führt bei der HU zu Problemen. Auf dem Bremsenprüfstand zeigt sich dies durch stark schwankende Messwerte (Pendeln des Zeigers). Dies wird als Mangel eingestuft, da es die Bremsleistung und Fahrzeugstabilität beeinträchtigt.