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AU CNG: Die spezielle Abgasuntersuchung für Erdgas-Autos

Deine AU für ein CNG-Fahrzeug steht an? Erfahre alles über die speziellen Prüfvorschriften nach § 47a StVZO, die genauen Grenzwerte und häufige Fehler. So bestehst Du die CNG Abgasuntersuchung sicher!

AU CNG: Die spezielle Abgasuntersuchung für Erdgas-Autos
Kurz & klar

Die AU für CNG-Fahrzeuge ist eine spezielle Prüfung nach § 47a StVZO, die neben der regulären Viergas-Messung auch eine Sichtprüfung der Gasanlage und die Messung des Methan-Anteils (CH4) umfasst. Entscheidend sind die strengen Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC) und der Lambda-Wert im Gasbetrieb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtliche Grundlage: Die Prüfung für Erdgas-Autos ist in Anlage VIIIa zur StVZO und der AU-Richtlinie geregelt.
  • Zwei Messungen: Es wird sowohl im Benzin- als auch im Erdgasbetrieb gemessen, mit unterschiedlichen Grenzwerten.
  • Methan-Messung: Anders als bei Benzinern wird bei der AU für CNG-Fahrzeuge der Methan-Anteil (CH4) separat betrachtet.
  • Gasanlagenprüfung (GAP): Die Sichtprüfung der Gasanlage auf Dichtheit und Beschädigungen ist fester Bestandteil der Untersuchung.
  • Häufige Fehler: Probleme mit dem Gasdruckregler oder den Einblasdüsen sind typische Ursachen für eine nicht bestandene AU.
📑 Inhaltsverzeichnis (aufklappen)
  1. Rechtliche Grundlagen und der genaue Prüfablauf
  2. Grenzwerte und Messverfahren bei der AU CNG im Detail
  3. Häufige Fehlerursachen und Reparatur-Tipps
  4. Kosten und die Wahl der richtigen Werkstatt
  5. Häufige Fragen

Die AU CNG ist für Dich als Halter eines Erdgas-Fahrzeugs ein zentraler Bestandteil der alle zwei Jahre fälligen Hauptuntersuchung. Anders als bei reinen Benzin- oder Dieselfahrzeugen gelten hier spezielle gesetzliche Vorgaben, die in § 47a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der dazugehörigen AU-Richtlinie verankert sind. Die Prüfung ist umfangreicher, da sie nicht nur die Abgaswerte im Benzin- und Gasbetrieb umfasst, sondern auch eine genaue Sicht- und Dichtigkeitsprüfung Deiner gesamten Gasanlage vorschreibt. Eine bestandene CNG Abgasuntersuchung ist die Voraussetzung für den Erhalt der neuen HU-Plakette und stellt die Betriebs- und Umweltsicherheit Deines Autos sicher.

Rechtliche Grundlagen und der genaue Prüfablauf

Die Untersuchung von gasbetriebenen Fahrzeugen ist in der Anlage VIIIa zur StVZO detailliert geregelt. Sie kombiniert die klassische Abgasuntersuchung mit der Gasanlagenprüfung (GAP). Der Prüfer folgt einem strengen Protokoll, um die Einhaltung aller Vorschriften zu gewährleisten. Der Ablauf der AU CNG gliedert sich in mehrere Schritte: Zuerst erfolgt die Identifikation des Fahrzeugs und der Gasanlage über die Papiere und Typenschilder. Anschließend wird, wie bei jedem modernen Auto, der Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts über die OBD2-Schnittstelle ausgelesen. Abgasrelevante Fehlercodes führen hier bereits zum sofortigen Nichtbestehen. Danach folgt die entscheidende Sichtprüfung der gesamten Gasanlage. Der Prüfer kontrolliert den Zustand und die Befestigung des Tanks, der Leitungen, Ventile und des Druckreglers auf Beschädigungen, Korrosion und Dichtheit. Erst wenn dieser Teil bestanden ist, beginnt die eigentliche Messung der Abgaswerte. Zuerst wird der Motor im Benzinbetrieb geprüft, um Referenzwerte zu erhalten. Danach schaltet der Prüfer auf Erdgasbetrieb um und führt nach einer kurzen Stabilisierungsphase die Messung im Gasbetrieb bei erhöhter Leerlaufdrehzahl durch. Die hier ermittelten Werte sind entscheidend für das Bestehen der Prüfung.

Grenzwerte und Messverfahren bei der AU CNG im Detail

Die Grenzwerte für eine CNG Abgasuntersuchung sind herstellerspezifisch und im AU-Soll-Datenkatalog hinterlegt. Allgemein gelten jedoch sehr strenge Vorgaben, die sich von denen für reine Benziner unterscheiden. Im Fokus stehen vier zentrale Messgrößen, die mittels eines Viergas-Messgeräts erfasst werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die typischen Grenzwerte für moderne CNG-Fahrzeuge nach Euro 5/6 Norm im Gasbetrieb.

Messgröße Typischer Grenzwert (Gasbetrieb) Anmerkung
CO (Kohlenmonoxid) < 0,2 % vol. Indikator für eine unvollständige Verbrennung (zu fettes Gemisch).
HC (Kohlenwasserstoffe) < 100 ppm Unverbrannter Kraftstoff. Bei CNG wird hier vor allem Methan erfasst.
Lambda-Wert (λ) 0,97 – 1,03 Gibt das Luft-Kraftstoff-Verhältnis an. Der Wert muss nahe 1,0 liegen.
CH4 (Methan) Herstellervorgabe Wird bei der HC-Messung berücksichtigt, zeigt spezifisch den Methanschlupf an.

Die Messung erfolgt üblicherweise bei einer Motordrehzahl von 2.500 bis 3.000 Umdrehungen pro Minute und bei voller Betriebstemperatur des Motors. Ein zentraler Unterschied zur reinen Benzin-AU ist die Bewertung der Kohlenwasserstoffe (HC). Da Erdgas hauptsächlich aus Methan (CH4) besteht, wird dieser Wert bei der AU CNG gesondert betrachtet, da Methan ein weniger reaktives Treibhausgas als andere Kohlenwasserstoffe ist. Informationen zu den genauen Prüfverfahren stellt auch der VdTÜV-Verband bereit.

Die besondere Rolle des Methan-Wertes (CH4)

Während bei einem Benziner hohe HC-Werte auf Zündaussetzer oder eine schlechte Gemischbildung hindeuten, ist bei einem Erdgas-Auto der Methan-Wert entscheidend. Ein zu hoher CH4-Anteil im Abgas, oft als „Methanschlupf“ bezeichnet, deutet auf eine ineffiziente Verbrennung des Erdgases hin. Mögliche Ursachen können ein falscher Zündzeitpunkt, ein defekter Katalysator oder Probleme mit den Gaseinblasdüsen sein. Ein präzise eingestelltes System ist daher unerlässlich, um die anspruchsvollen Hürden der AU CNG zu meistern und die Umweltbelastung gering zu halten.

TÜV-Relevant

Achtung bei der Gasanlagenprüfung (GAP): Bereits geringfügige Mängel wie poröse Schläuche, Korrosion an den Leitungen oder ein nicht mehr lesbares Typenschild am Gastank führen unweigerlich zum Nichtbestehen der gesamten Hauptuntersuchung. Diese Mängel werden als „Erhebliche Mängel“ (EM) im Prüfbericht vermerkt.

Häufige Fehlerursachen und Reparatur-Tipps

Besteht ein Fahrzeug die Erdgas-Auto AU nicht, liegt die Ursache oft an spezifischen Komponenten der Gasanlage. Eine der häufigsten Fehlerquellen ist der Gasdruckregler, der den hohen Druck aus dem Tank auf den für den Motor benötigten Arbeitsdruck reduziert. Ist dieser defekt oder falsch eingestellt, stimmt die Gemischbildung nicht mehr und die Abgaswerte weichen ab. Ebenso können verschmutzte oder verstopfte Gasfilter zu Problemen führen, da sie den Gasfluss behindern. Auch die Gaseinblasdüsen selbst können mit der Zeit verschleißen oder verunreinigen, was zu einem unsauberen Spritzbild und einer unvollständigen Verbrennung führt. Ein weiterer Punkt ist die Software des Motorsteuergeräts: Manchmal sind Updates vom Hersteller notwendig, um die Verbrennungsprozesse zu optimieren. Bevor Du teure Bauteile tauschen lässt, sollte eine qualifizierte Werkstatt daher immer zuerst den Fehlerspeicher auslesen, die Softwareversion prüfen und die Systemdrücke im Gasbetrieb kontrollieren.

Profi-Tipp

Fahre Dein Auto vor der AU CNG auf einer längeren Strecke (mindestens 15 Minuten) im Gasbetrieb warm. Ein betriebswarmer Motor und Katalysator sorgen für stabilere und bessere Abgaswerte. Stelle außerdem sicher, dass der Gastank zu mindestens einem Viertel gefüllt ist, damit die Messung problemlos durchgeführt werden kann.

Kosten und die Wahl der richtigen Werkstatt

Die Kosten für eine AU CNG liegen in der Regel etwa 20 bis 40 Euro über denen einer regulären Abgasuntersuchung. Dieser Aufpreis rechtfertigt sich durch den erhöhten Prüfaufwand, insbesondere durch die inkludierte Gasanlagenprüfung (GAP) und die Messung in zwei verschiedenen Betriebsmodi. Wichtig ist die Wahl der richtigen Werkstatt. Nicht jede Prüfstelle oder Werkstatt ist für die Abnahme an Gasanlagen qualifiziert. Du benötigst einen Betrieb mit speziell geschultem Personal, das eine sogenannte GAP-Zulassung besitzt. Achte auf entsprechende Zertifikate und frage im Zweifel gezielt nach der Berechtigung zur Prüfung von CNG-Fahrzeugen. Informationen zu qualifizierten Betrieben und den rechtlichen Rahmenbedingungen findest Du auch über offizielle Stellen wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Eine Investition in eine fachgerechte Prüfung bei einem Spezialisten bewahrt Dich vor teuren Nachprüfungen und stellt die Sicherheit Deines Fahrzeugs sicher.

Die AU CNG eine anspruchsvolle, aber notwendige Prüfung ist, um die Umweltverträglichkeit und Sicherheit von Erdgas-Fahrzeugen zu gewährleisten. Eine regelmäßige Wartung der Gasanlage durch eine Fachwerkstatt ist der beste Weg, um teure Überraschungen bei der Hauptuntersuchung zu vermeiden. Mit einem gut vorbereiteten Auto und dem Wissen um die speziellen Anforderungen kannst Du dem Prüftermin gelassen entgegensehen.

Häufige Fragen

Was kostet die AU für ein CNG-Fahrzeug?

Die Kosten für eine Abgasuntersuchung an einem CNG-Fahrzeug sind meist 20 bis 40 Euro höher als bei einem reinen Benziner. Der Grund ist der zusätzliche Aufwand für die Gasanlagenprüfung (GAP) und die Messung in zwei Kraftstoff-Modi (Benzin und Erdgas). Die Gesamtkosten für die HU mit AU liegen dann oft zwischen 150 und 180 Euro.

Wie oft muss ein Erdgas-Auto zur Abgasuntersuchung?

Genau wie bei Benzin- und Dieselfahrzeugen ist die Abgasuntersuchung (AU) Teil der Hauptuntersuchung (HU). Diese muss bei einem Erdgas-Auto alle 24 Monate durchgeführt werden. Die Fälligkeit der nächsten Prüfung erkennst Du an der Plakette auf Deinem hinteren Kennzeichen.

Kann jede Werkstatt eine AU für CNG-Fahrzeuge durchführen?

Nein, nicht jede Werkstatt oder Prüforganisation darf die AU an einem CNG-Fahrzeug abnehmen. Der Betrieb benötigt speziell geschultes Personal mit einer Anerkennung für Gasanlagenprüfungen (GAP). Frage vor dem Termin explizit nach dieser Qualifikation, um eine unnötige Anfahrt zu vermeiden.

Was passiert, wenn mein CNG-Auto die AU nicht besteht?

Wenn Dein Fahrzeug die AU nicht besteht, wird dies als „Erheblicher Mangel“ im HU-Prüfbericht vermerkt und es wird keine neue Plakette erteilt. Du hast dann in der Regel einen Monat Zeit, die festgestellten Mängel in einer Werkstatt beheben zu lassen und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzuführen, die erneut kostenpflichtig ist.