Die AU Abgasuntersuchung prüft, ob Dein Auto die gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhält. Bei modernen Fahrzeugen erfolgt dies primär über eine OBD2-Prüfung der abgasrelevanten Systeme und des Fehlerspeichers. Bei älteren Modellen oder bei Fehlern wird zusätzlich eine klassische Endrohrmessung bei erhöhter Drehzahl durchgeführt.
Das Wichtigste in Kürze
- OBD2-Prüfung: Bei neueren Autos ist die OBD2-Prüfung der entscheidende Teil der AU Abgasuntersuchung.
- Fehlerspeicher: Ein leerer, abgasrelevanter Fehlerspeicher ist die halbe Miete für das Bestehen der Prüfung.
- Endrohrmessung: Die Messung am Auspuff ist nur noch bei alten Autos oder bei OBD-Problemen Pflicht.
- Diesel-Partikelanzahl: Seit 2023 wird bei Euro-6-Dieseln die Partikelanzahl gemessen, was defekte Filter aufdeckt.
- Vorbereitung: Eine längere Autobahnfahrt vor der AU kann helfen, den Katalysator und DPF freizubrennen.
🔧 Unsicher, was im Motor los ist?
Bevor Du zur AU fährst, kann ein Blick ins Innere Klarheit schaffen. Mit einer Endoskopkamera kannst Du Verkokungen im Ansaugtrakt oder am AGR-Ventil selbst erkennen, ohne teure Demontage. So gehst Du besser vorbereitet in die Werkstatt oder zur Prüfung.
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Die AU Abgasuntersuchung ist für viele Autofahrer nur ein notwendiges Übel auf dem Weg zur neuen HU-Plakette. Doch dahinter steckt weit mehr als reine Formsache. Als KFZ-Meister sehe ich täglich, wie entscheidend die Abgasreinigung für die moderne Motortechnik ist. Es geht nicht nur um Umweltvorschriften, sondern um die Gesundheit Deines Motors. Eine nicht bestandene AU ist oft das erste, deutliche Symptom für ein tieferliegendes Problem, das zu teuren Folgeschäden wie einem defekten Katalysator oder einem zugesetzten Dieselpartikelfilter führen kann.
Die OBD2-Prüfung: Das Gehirn Deines Autos im Verhör
Bei fast allen Fahrzeugen ab Baujahr 2004 (Benziner ab 2001) ist der erste und wichtigste Schritt der AU Abgasuntersuchung das Auslesen des Bordsystems über die OBD2-Schnittstelle. Das Motorsteuergerät überwacht permanent alle abgasrelevanten Bauteile – von der Lambdasonde über das AGR-Ventil bis hin zur Tankentlüftung. Diese Überprüfungen nennt man Readiness-Codes oder I/M-Monitore (Inspection/Maintenance). Für eine erfolgreiche Prüfung müssen diese Monitore den Status „abgeschlossen“ oder „bestanden“ melden. Leuchtet Deine Motorkontrollleuchte (MKL), ist die Prüfung sofort beendet – nicht bestanden. Das Gleiche gilt, wenn ein abgasrelevanter Fehlercode im Fehlerspeicher hinterlegt ist, auch ohne aktive Warnleuchte. Aus meiner Werkstatterfahrung kann ich Dir sagen: Den Fehlerspeicher kurz vor der Prüfung zu löschen, ist der größte Fehler. Dadurch werden nämlich auch alle Readiness-Codes zurückgesetzt. Das System hatte keine Zeit, alle Tests abzuschließen, und der Prüfer wird misstrauisch. Das Ergebnis ist eine zwingend erforderliche, verschärfte Endrohrmessung, die Du sonst vielleicht vermieden hättest.
Endrohrmessung: Wann der Rüssel noch zum Einsatz kommt
Die klassische Messung mit der Sonde im Auspuff, die viele noch als die eigentliche AU Abgasuntersuchung kennen, ist heute eher die Ausnahme oder eine Ergänzung. Sie wird dann fällig, wenn Dein Fahrzeug zu alt für die reine OBD-Prüfung ist, die Readiness-Codes nicht gesetzt sind oder die Kommunikation mit dem Motorsteuergerät fehlschlägt. Die Vorgehensweise unterscheidet sich stark zwischen den Motorkonzepten. Beim Benziner werden der CO-Gehalt (Kohlenmonoxid) und der Lambda-Wert geprüft. Der Lambda-Wert gibt Aufschluss über die Effizienz der Gemischbildung und die Funktion des Katalysators. Die Messung erfolgt im Leerlauf und bei erhöhter Drehzahl (meist 2.500 U/min). Beim Dieselmotor hingegen wird die Rauchgastrübung, der sogenannte k-Wert, gemessen. Dazu wird der Motor mehrmals schlagartig bis zur Abregeldrehzahl hochgedreht. Ein hoher Trübungswert deutet auf eine unvollständige Verbrennung hin, oft verursacht durch Probleme an den Injektoren oder der Luftzufuhr. Eine bestandene OBD-Prüfung ist also immer der elegantere Weg.
Ein kurz vor der Prüfung gelöschter Fehlerspeicher führt zum Zurücksetzen der Readiness-Codes. Der Prüfer erkennt dies und muss eine aufwendigere Endrohrmessung durchführen. Ehrlichkeit und eine saubere Reparatur sind hier der bessere Weg.
Die große Neuerung: Partikelzählung für Euro-6-Diesel
Seit dem 01.07.2023 gibt es eine entscheidende Verschärfung bei der AU Abgasuntersuchung für alle Diesel-Fahrzeuge mit Euro-6-Norm. Statt der alten Trübungsmessung wird jetzt die Partikelanzahl (PN) gemessen. Diese Methode ist um ein Vielfaches genauer und entlarvt gnadenlos defekte, manipulierte oder entfernte Dieselpartikelfilter (DPF). Während früher ein defekter DPF oft unbemerkt durch die Prüfung kam, ist das jetzt ausgeschlossen. Der Grenzwert liegt bei 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter – ein gesunder DPF filtert so gut, dass die Werte meist im niedrigen vierstelligen Bereich liegen. Diese neue Messung ist ein riesiger Schritt für die Umwelt und deckt viele „schwarze Schafe“ auf. Für Dich als Besitzer bedeutet das: Die korrekte Funktion Deines DPF ist überlebenswichtig für die Plakette. Mehr Informationen zu den Hintergründen dieser Messmethode findest Du direkt beim VdTÜV. Diese Prüfung stellt sicher, dass die Abgasreinigung Deines modernen Diesels auch wirklich funktioniert.
Typische Fehlerquellen, die zur verweigerten Plakette führen
Die Liste der möglichen Übeltäter ist lang. Oft sind es aber die gleichen Kandidaten, die eine erfolgreiche AU Abgasuntersuchung verhindern. Eine saubere Diagnose ist hier Gold wert, statt blind Teile zu tauschen. Messtechnik vor Teiletausch – das ist mein Kredo. Hier sind die häufigsten Fehlerquellen aus meiner Werkstattpraxis:
| Bauteil | Typisches Symptom | Auswirkung auf die AU |
|---|---|---|
| Lambdasonde | Erhöhter Spritverbrauch, unrunder Motorlauf | Lambda-Wert außerhalb der Toleranz, Fehlercode im Speicher |
| Luftmassenmesser | Leistungsverlust, schwarzer Rauch (Diesel) | Falsche Gemischbildung, Fehlercode P0101 bis P0104 |
| AGR-Ventil | Ruckeln im Teillastbereich, schlechtes Startverhalten | Zu hohe Stickoxidwerte (wird indirekt geprüft), Fehlercode |
| Undichtigkeit im Ansaugtrakt | Sägender Leerlauf, pfeifende Geräusche | Gemisch magert ab (Falschluft), Lambda-Wert zu hoch |
| Undichtigkeit im Abgastrakt | Lautes Auspuffgeräusch, Geruch nach Abgas | Lambdasonde misst falschen Sauerstoffgehalt, verfälscht Regelung |
Fahre Dein Auto vor der AU Abgasuntersuchung richtig warm. Eine 20-minütige Fahrt auf der Autobahn bringt Katalysator und Dieselpartikelfilter auf Betriebstemperatur. Dadurch können sich Ablagerungen freibrennen und die Systeme arbeiten mit maximaler Effizienz.
Letztendlich ist eine bestandene AU Abgasuntersuchung kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis eines technisch einwandfreien und gut gewarteten Fahrzeugs. Ignoriere eine leuchtende Motorkontrollleuchte niemals, sondern gehe der Ursache auf den Grund. Moderne OBD2-Scanner helfen Dir dabei, den Fehlerspeicher selbst auszulesen und eine erste Einschätzung zu bekommen. Doch die reine Fehlermeldung ist nur der Anfang. Die eigentliche Arbeit liegt in der Diagnose der Ursache, sei es ein defekter Sensor, ein Kabelbruch oder eine mechanische Blockade. Wenn Du Dein Auto pflegst, hat es auch beim strengen Blick des Prüfers nichts zu befürchten.
🛠️ Diagnose selbst in die Hand nehmen!
Wie Du gelesen hast, können Undichtigkeiten im Abgastrakt oder verkokte Bauteile zur verweigerten Plakette führen. Statt blind Teile zu tauschen, verschaffst Du Dir mit einer Endoskopkamera einen klaren Blick auf das Problem. Ein Muss für jeden Schrauber, der die Kontrolle behalten will.
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Alle unsere Ratgeber zu TÜV & HU findest du gebündelt in der TÜV & HU-Übersicht. Dort siehst du das gesamte Themen-Cluster im Zusammenhang und findest passende weiterführende Artikel.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn die Motorkontrollleuchte an ist?
Wenn die Motorkontrollleuchte (MKL) aktiv leuchtet, gilt die AU Abgasuntersuchung automatisch als nicht bestanden. Der Prüfer wird die Prüfung gar nicht erst beginnen. Du musst zuerst die Ursache für den Fehler finden und beheben lassen, bevor Du das Fahrzeug erneut vorführen kannst.
Wie lange ist die AU gültig?
Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein fester Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU). Ihre Gültigkeit ist daher direkt an die der HU gekoppelt. Für die meisten PKW bedeutet das eine Gültigkeit von 24 Monaten. Die Fälligkeit beider Prüfungen ist auf der Plakette am hinteren Kennzeichen vermerkt.
Kann ich die AU auch vor der Hauptuntersuchung machen?
Ja, das ist möglich. Du kannst die AU bei einer anerkannten Werkstatt bis zu zwei Monate vor dem HU-Termin durchführen lassen. Du erhältst dann eine Bescheinigung, die Du bei der Hauptuntersuchung beim TÜV, DEKRA oder einer anderen Prüforganisation vorlegen musst. Die AU darf am Tag der HU nicht älter als zwei Monate sein.
Was kostet die Abgasuntersuchung?
Die Kosten variieren je nach Prüforganisation und Bundesland. Wird die AU im Rahmen der HU durchgeführt, liegen die Kosten meist zwischen 30 und 60 Euro. Lässt Du die AU separat in einer Werkstatt durchführen, kann es etwas teurer werden. Die neue, aufwendigere Partikelzählung für Euro-6-Diesel kann die Kosten zusätzlich leicht erhöhen.