Fehlercode P0140
Lambdasonde Bank 1 Sensor 2 keine Aktivität
Der Fehlercode P0140 bedeutet, dass das Motorsteuergerät keine Aktivität von der zweiten Lambdasonde in Bank 1 (nach dem Katalysator) feststellt. Die Sonde liefert ein statisches, unveränderliches Spannungssignal.
Was meldet das Steuergerät?
Das Motorsteuergerät (ECU) hat festgestellt, dass das Spannungssignal der Lambdasonde 2 in Zylinderbank 1 über einen definierten Zeitraum keine Aktivität zeigt. Normalerweise erwartet die ECU, dass die Spannung dieser sogenannten Monitorsonde nach Erreichen der Betriebstemperatur leicht schwankt, um die Speicherfähigkeit des Katalysators für Sauerstoff zu signalisieren. Ein komplett statisches Signal, das oft bei etwa 0,45 Volt „hängenbleibt“, deutet darauf hin, dass die Sonde entweder nicht arbeitet, nicht die korrekte Betriebstemperatur erreicht hat oder die Verkabelung unterbrochen ist. Das Steuergerät kann somit die Effizienz des Katalysators nicht mehr überwachen.
Die On-Board-Diagnose (OBD) für diesen Fehler wird aktiv, sobald der Motor betriebswarm ist und im geschlossenen Regelkreis (Closed-Loop-Betrieb) läuft. Das Steuergerät überwacht kontinuierlich die Spannung der Nachkat-Sonde. Bleibt diese Spannung für eine herstellerspezifische Zeitspanne (oft zwischen 60 und 120 Sekunden) in einem engen, unveränderlichen Bereich, interpretiert die ECU dies als „keine Aktivität“. Dieser Zustand muss in der Regel in zwei aufeinanderfolgenden Fahrzyklen auftreten, bevor die Motorkontrollleuchte (MKL) aktiviert und der Fehlercode P0140 permanent im Fehlerspeicher abgelegt wird.
Die Lambdasonde nach dem Katalysator, auch Monitorsonde genannt, ist ein elektrochemischer Sensor, der den Restsauerstoffgehalt im Abgas misst, nachdem es den Katalysator passiert hat. Sie besteht im Kern aus einem Zirkoniumdioxid-Element, das bei hohen Temperaturen (ab ca. 350°C) zu einem Sauerstoffionenleiter wird. Durch den Unterschied im Sauerstoffgehalt zwischen Abgas und Umgebungsluft erzeugt die Sonde eine Spannung. Ein integriertes Heizelement sorgt dafür, dass die Sonde schnell ihre Arbeitstemperatur erreicht. Ausfälle sind oft auf Alterung, thermische Schocks (z.B. durch Fahren durch tiefes Wasser), Verschmutzung durch Öl- oder Kühlmittelrückstände im Abgas oder auf Korrosion an den elektrischen Anschlüssen zurückzuführen.
Der Fehlercode P0140 ist nicht unmittelbar kritisch für die mechanische Gesundheit des Motors. Das Fahrzeug wird in der Regel nicht in den Notlaufmodus versetzt und die Fahrleistung ist meist unbeeinträchtigt. Allerdings ist der Fehler TÜV-relevant, da die Abgasuntersuchung so nicht bestanden werden kann. Langfristig kann ein ignorierter Fehler zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führen und, was schwerwiegender ist, einen Defekt des Katalysators verschleiern. Ohne eine funktionierende Monitorsonde kann das Steuergerät nicht feststellen, ob der teure Katalysator seine Reinigungsleistung verloren hat, was zu erheblichen Folgekosten führen kann.
Typische Symptome bei P0140
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Fehlercode P0140 aktiv ist. Je mehr Symptome zutreffen, desto wahrscheinlicher:
- Die Motorkontrollleuchte (MKL) ist aktiviert.
- Erhöhter Kraftstoffverbrauch ist möglich.
- Das Fahrzeug besteht die Abgasuntersuchung (AU) nicht.
- In seltenen Fällen kann ein leicht unruhiger Leerlauf auftreten.
- Kein spürbarer Verlust der Motorleistung in den meisten Fällen.
- Möglicherweise ist ein leicht schwefeliger Geruch aus dem Auspuff wahrnehmbar.
Häufige Ursachen
Nach Wahrscheinlichkeit geordnet – arbeite die Liste von oben nach unten ab, bevor du Teile tauschst.
Defekte Lambdasonde (Bank 1, Sensor 2)
Sehr häufigDie Lambdasonde selbst ist ein Verschleißteil. Alterung, thermische Belastung und Kontamination durch Verbrennungsrückstände führen dazu, dass das Sensorelement keine korrekte Spannung mehr erzeugen kann. Dies ist die mit Abstand häufigste Ursache für P0140.
📊 Ab ca. 100.000 km, bei Kurzstreckenfahrzeugen auch früher
Beschädigte Verkabelung oder Steckverbindungen
HäufigDer Kabelstrang zur Sonde ist Hitze, Vibrationen und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Kabelbrüche, durchgescheuerte Isolierungen oder korrodierte Pins im Stecker können das Signal unterbrechen und so einen Ausfall simulieren.
📊 Kann bei jedem Fahrzeugalter auftreten, häufiger bei älteren Fahrzeugen >10 Jahre
Undichtigkeit im Auspuffsystem
GelegentlichEin Riss im Krümmer oder eine undichte Flanschverbindung vor der Monitorsonde kann dazu führen, dass Frischluft (Sauerstoff) in das Abgassystem gelangt. Dies verfälscht die Messung so stark, dass das Steuergerät von einem inaktiven Sensor ausgeht.
📊 Häufiger bei älteren Fahrzeugen mit korrosionsanfälligen Auspuffanlagen
Defekte Sicherung für die Sondenheizung
SeltenDie Lambdasonde benötigt ein Heizelement, um schnell auf Betriebstemperatur zu kommen. Fällt diese Heizung durch eine durchgebrannte Sicherung oder einen Defekt im Heizkreis aus, bleibt die Sonde kalt und inaktiv. Oft wird hierfür zusätzlich der Fehlercode P0141 (Heizkreisstörung) gesetzt.
Fehlerhaftes Motorsteuergerät (ECU)
Sehr seltenIn äußerst seltenen Fällen kann der Fehler im Motorsteuergerät selbst liegen, z.B. durch einen defekten Eingangstreiber für das Sondensignal. Diese Ursache sollte erst nach Ausschluss aller anderen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.
Diagnose Schritt für Schritt
Systematische Fehlersuche vom günstigsten zum aufwändigsten Schritt. Notiere nach jedem Schritt das Ergebnis.
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Schritt 1
Sichtprüfung & Fehlerspeicher auslesen
Lies zunächst alle Fehlercodes aus. Prüfe dann die Verkabelung der Lambdasonde B1S2 auf sichtbare Schäden wie Marderbisse, Scheuerstellen oder Hitzeschäden. Untersuche die Auspuffanlage vor der Sonde auf Risse oder undichte Stellen (Rußspuren).
Soll-Ergebnis: Der Fehlerspeicher zeigt P0140 (und evtl. verwandte Codes). Die Verkabelung und der Auspuff sind äußerlich unbeschädigt und dicht. -
Schritt 2
Live-Daten der Lambdasonde prüfen
Beobachte bei betriebswarmem Motor die Spannung der Lambdasonde Bank 1 Sensor 2. Gib leichte Gasstöße. Eine funktionierende Sonde sollte leichte Spannungsänderungen zeigen, während eine defekte Sonde oft auf einem festen Wert (z.B. 0,45 V) verharrt und nicht reagiert.
Soll-Ergebnis: Die Spannung sollte bei Lastwechseln leicht, aber erkennbar schwanken (z.B. zwischen 0,6 V und 0,8 V). Ein starrer, unveränderlicher Wert bestätigt den Fehler. -
Schritt 3
Heizkreis der Sonde prüfen
Ziehe den Stecker der Lambdasonde ab. Miss mit dem Multimeter den Widerstand zwischen den beiden Pins des Heizelements direkt an der Sonde. Prüfe außerdem die Sicherung des Heizkreises im Sicherungskasten.
Soll-Ergebnis: Der Widerstand des Heizelements sollte je nach Hersteller zwischen 4 und 20 Ohm liegen. Ein Wert von unendlich (Unterbrechung) oder 0 Ohm (Kurzschluss) deutet auf eine defekte Sonde hin. Die Sicherung muss intakt sein. -
Schritt 4
Verkabelung zum Motorsteuergerät prüfen
Prüfe die Kabel vom Sondenstecker zum Steuergerätestecker auf Durchgang. Miss jedes Kabel auch gegen Fahrzeugmasse und Batteriespannung, um Kurzschlüsse auszuschließen. Wackel dabei am Kabelbaum, um sporadische Fehler aufzudecken.
Soll-Ergebnis: Alle Kabel sollten einen Durchgangswiderstand von unter 1 Ohm haben und keinen Schluss nach Masse oder Plus aufweisen. -
Schritt 5
Lambdasonde quertauschen oder ersetzen
Wenn alle vorherigen Prüfungen unauffällig waren, ist ein interner Defekt der Sonde am wahrscheinlichsten. Ersetze die Lambdasonde Bank 1 Sensor 2. Achte darauf, das Gewinde nicht zu beschädigen und das korrekte Anzugsdrehmoment zu verwenden.
Soll-Ergebnis: Nach dem Austausch der Sonde und dem Löschen des Fehlerspeichers bleibt der Fehlercode P0140 bei einer Probefahrt aus und die Live-Daten zeigen wieder eine aktive Sonde.
Messwerte & Sollwerte
Referenzwerte für die Live-Daten-Diagnose mit OBD2-Scanner oder Multimeter.
| Messwert | Bedingung | Sollwert | Toleranz |
|---|---|---|---|
| Spannung Lambdasonde B1S2 | Motor betriebswarm, Leerlauf | Leicht schwankend, ca. 0,6 - 0,8 V | Darf nicht über längere Zeit statisch sein |
| Widerstand Sondenheizung B1S2 | Motor aus, Stecker abgezogen, Sonde kalt | 4 - 20 Ω (Herstellerangabe prüfen) | ± 2 Ω |
| Spannungsversorgung Sondenheizung | Zündung an, Stecker abgezogen | ca. 12 V (Bordspannung) | ± 1 V |
Reparaturkosten im Detail
| Diagnose in der Werkstatt | 50 – 100 € |
| Lambdasonde (Markenqualität, z.B. Bosch, NTK) | 80 – 180 € |
| Lambdasonde (Nachbau) | 40 – 90 € |
| Arbeitszeit Einbau (ca. 0.5 - 1.0 Stunden) | 60 – 120 € |
Richtwerte für freie Werkstätten in Deutschland (Stand 2026). Bei Markenwerkstätten liegen die Arbeitskosten 20–40 % höher. Reine Fehlerspeicher-Diagnose kostet typischerweise 40–80 €.
Hersteller-spezifische Hinweise
Der gleiche Code kann bei verschiedenen Marken unterschiedliche Ursachen haben. Typische Auffälligkeiten:
Bei den 1.8T und frühen 2.0 TFSI Motoren ist dieser Fehler recht verbreitet. Oft ist es die Sonde selbst, die nach 120.000-180.000 km ausfällt. Prüfe auch auf Haarrisse im Abgaskrümmer, die Falschluft ziehen können.
Bei 6-Zylinder-Motoren (N52, N53) kann die Verkabelung im Bereich des Getriebes durch Hitze und Vibrationen beschädigt werden. Eine genaue Sichtprüfung des Kabelbaums ist hier besonders wichtig.
Bei den Kompressor-Motoren (M271) und V6/V8-Motoren (M272/M273) ist meist die Sonde selbst die Ursache. Die Sonden sind oft schwer zugänglich, was die Arbeitszeit erhöhen kann.
Bei älteren Duratec-HE-Motoren (z.B. im Mondeo Mk3, Focus Mk2) sind neben defekten Sonden auch Undichtigkeiten am Flexrohr eine häufige Ursache für diesen Fehlercode.
Bei vielen Ecotec-Motoren ist der Fehler ein klares Indiz für eine gealterte Sonde. Bei Fahrzeugen mit bekanntem Ölverbrauch kann die Sonde durch Ölasche verunreinigt und dadurch inaktiv werden.
Obwohl die Sonden bei Toyota als sehr langlebig gelten, tritt der Fehler bei älteren Modellen mit hoher Laufleistung ebenfalls auf. Die Ursache ist hier fast immer eine defekte Sonde, seltener die Verkabelung.
Kann ich das selbst reparieren?
Der Austausch erfordert das Arbeiten unter dem Fahrzeug und oft spezielles Werkzeug für festsitzende Sonden.
OBD2-Diagnosegerät, Multimeter, Rangierwagenheber, Unterstellböcke, Steckschlüsselsatz, Lambdasonden-Schlüssel (22mm, geschlitzt), Drehmomentschlüssel, Rostlöser
Für einen erfahrenen Hobbyschrauber mit der richtigen Ausstattung ist der Austausch machbar. Das größte Risiko ist eine im Auspuffrohr festgerostete Sonde, die das Gewinde beschädigen kann. Wenn die Sonde sich nicht mit angemessenem Kraftaufwand lösen lässt, überlasse die Arbeit lieber einer Werkstatt.
Wann zur Werkstatt?
Du solltest definitiv eine Werkstatt aufsuchen, wenn du nicht über eine sichere Möglichkeit verfügst, unter dem Auto zu arbeiten (Hebebühne, Grube). Auch wenn du kein Multimeter oder Diagnosegerät besitzt, um eine saubere Diagnose durchzuführen, ist der Gang zum Profi ratsam, um den unnötigen Austausch von Teilen zu vermeiden. Bei Verdacht auf einen Kabelbruch, der nicht direkt am Stecker liegt, oder gar einen Steuergerätedefekt ist die Expertise einer Werkstatt unerlässlich. Eine gute freie Werkstatt ist für diesen Standardfehler absolut ausreichend.
So beugst du vor
Um die Lebensdauer der Lambdasonde zu maximieren, solltest du auf hochwertigen Kraftstoff achten und die vom Hersteller vorgegebenen Ölwechselintervalle einhalten. Motorprobleme, die zu einem erhöhten Öl- oder Kühlmittelverbrauch führen, müssen umgehend behoben werden, da diese Stoffe die Sonde chemisch vergiften und zerstören. Vermeide es, mit fast leerem Tank zu fahren, da dies zu Verbrennungsaussetzern führen kann, die den Katalysator und die Sonden belasten. Beim Austausch sollte immer eine Markensonde verwendet werden, da diese oft präziser regeln und länger halten als günstige Nachbauten.
Ähnliche Codes
Häufige Fragen zum Fehlercode
Kann ich mit dem Fehlercode P0140 noch fahren?
Wie lange dauert die Reparatur in der Werkstatt?
Ist P0140 ein Garantiefall?
Der Fehler wurde gelöscht – kommt er wieder?
Gibt es eine einfache Sofort-Prüfung, die ich selbst machen kann?
Bestehe ich den TÜV bzw. die AU mit dem Fehlercode P0140?
Fazit
Der Fehlercode P0140 ist ein häufiger und meist unkomplizierter Fall in der Werkstattpraxis. Er signalisiert eine Inaktivität der Monitorsonde nach dem Katalysator, was in den allermeisten Fällen auf eine gealterte oder defekte Sonde zurückzuführen ist. Die Diagnose ist mit einem guten OBD-Scanner und Multimeter relativ einfach. Obwohl keine unmittelbare Gefahr für den Motor besteht, sollte der Fehler behoben werden, um die Abgaswerte einzuhalten, den Kraftstoffverbrauch zu normalisieren und die wichtige Überwachungsfunktion für den Katalysator wiederherzustellen. Für geübte Schrauber ist der Austausch oft selbst machbar, bei festsitzenden Sonden oder unklarer Diagnose ist der Gang zur Werkstatt jedoch die sicherere Wahl.