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PV-Überschussladen: Elektroauto mit Sonnenstrom laden

PV-Überschussladen kombiniert E-Auto und Solaranlage intelligent. Wie es technisch funktioniert, was es kostet und wie viel du wirklich sparst.

PV-Überschussladen: Elektroauto mit Sonnenstrom laden

PV-Überschussladen ist das Konzept, Elektroautos genau mit dem Strom zu laden, den die eigene Photovoltaikanlage gerade erzeugt und der nicht vom Haushalt verbraucht wird. Damit wird Eigenverbrauch maximiert und Netzbezug minimiert.

Warum Überschussladen besser ist als Einspeisung

Seit 2024 liegt die Einspeisevergütung bei rund 8,11 Cent pro kWh. Der Haushaltsstrom-Preis liegt im Schnitt bei 34 Cent. Jede selbst verbrauchte kWh ist also etwa 26 Cent wertvoller als die eingespeiste.

Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und einem Durchschnittsverbrauch von 18 kWh/100 km ergibt das 2.700 kWh jährlich. Werden davon 70 % direkt aus PV-Überschuss geladen, spart das rund 500 Euro pro Jahr.

Technisches Prinzip

Die Wallbox regelt die Ladeleistung minutengenau in Abhängigkeit vom aktuellen PV-Überschuss:

  1. Ein Smart Meter oder Energy Manager misst den Netz-Einspeisestrom
  2. Bei Überschuss (Haus-Verbrauch < PV-Erzeugung) wird die Wallbox freigegeben
  3. Die Ladeleistung wird dynamisch auf den verfügbaren Überschuss angepasst
  4. Fällt der Überschuss, wird entweder gedrosselt oder die Ladung unterbrochen

Minimum-Ladeleistung: Die 6-Ampere-Regel

Elektroautos können einphasig minimal mit 6 Ampere laden – das entspricht rund 1,4 kW. Darunter bricht der Ladevorgang ab. Für 1,4 kW Überschuss brauchst du mindestens 1,5 kWp PV-Erzeugung, die nicht vom Haushalt verbraucht wird.

Umschaltung einphasig / dreiphasig

Einige Wallboxen (z. B. Go-eCharger, Openwb, Fronius Wattpilot, KEBA KeContact P30 x-series) können zwischen einphasiger und dreiphasiger Ladung umschalten:

  • Einphasig: 1,4 bis 7,4 kW (6 bis 32 Ampere)
  • Dreiphasig: 4,1 bis 11 kW

Ohne Umschaltung kann eine dreiphasige Wallbox erst ab 4,1 kW überschüssig laden – das erfordert eine große PV-Anlage oder schöne Sonnen-Spitzen.

Kompatible Systeme

System Eigenschaften
Openwb Open-Source-Wallbox, breite Geräte-Unterstützung
Fronius Wattpilot Integration mit Fronius-Wechselrichtern
SMA Home Manager + Wallbox Tiefe Integration mit SMA-WR
Go-eCharger HOMEfix Einfache Installation, Cloud-Integration
KEBA KeContact P40 Premium-Lösung, Modbus- und EEBus-fähig

Realistische Eigenverbrauchsquoten

Ohne Batteriespeicher und ohne Wallbox: 25 bis 35 % Eigenverbrauch. Mit PV-Überschussladen (ohne Batteriespeicher): 45 bis 60 %. Mit PV + Speicher + Überschussladen: 70 bis 85 %.

Amortisation einer Wallbox mit PV-Steuerung

Die Mehrkosten einer smarten Wallbox gegenüber einem „dummen“ Gerät liegen bei 200 bis 600 Euro. Bei 500 Euro jährlicher Ersparnis durch Eigenverbrauchsoptimierung amortisiert sich die Investition in weniger als 18 Monaten.

Praxis aus dem eigenen Haushalt

Bei mir (18 kWp PV, 11 kW Wallbox, Golf 8 GTE als Hybrid und Kona Electric) decke ich etwa 72 % des Ladestrombedarfs direkt aus PV-Überschuss. Der Rest kommt aus dem Speicher (10 kWh) und in Wintermonaten zu kleinem Anteil aus dem Netz. Energiekosten für das Elektroauto: unter 100 Euro pro Jahr.